Gesetzgeber will Einsatz von mehr alternativen Kraftstoffen
Preisvorteil von E 10 ist futsch

Ladbergen/Tecklenburger Land -

So mancher Autofahrer, der in den vergangenen Tagen eine Tankstelle angesteuert hat, wird sich verwundert die Augen gerieben haben: Die Spritsorte E 10 kostet pro Liter genauso viel wie ein Liter Superbenzin der Mischung E 5. Wo ist der Preisvorteil des mit mehr Bio-Ethanol vermischten E 10 geblieben?

Mittwoch, 15.01.2020, 06:16 Uhr aktualisiert: 15.01.2020, 08:24 Uhr
Da die Bio-Komponenten teurer geworden sind, ist der Preis für Super E 10 auf das Niveau des Kraftstoffs E 5 gestiegen.
Da die Bio-Komponenten teurer geworden sind, ist der Preis für Super E 10 auf das Niveau des Kraftstoffs E 5 gestiegen. Foto: Westfalen AG

Flapsig formuliert, hat er den Sprung in die 2020er-Jahre nicht geschafft. Nüchtern betrachtet liegt es an der Erhöhung der Treibhausgasminderungsquote von vier auf sechs Prozent ab 1. Januar 2020. Die Prozentzahlen beziehen sich auf den Treibhausgas-Ausstoß im Vergleich zu 2010. Bis Ende 2019 waren die Mineralölkonzerne verpflichtet, den 2010er-Wert um vier Prozent zu reduzieren durch den Einsatz alternativer Kraftstoffe. Seit Jahresbeginn liegt diese Quote bei sechs Prozent.

Anders ausgedrückt: Der Gesetzgeber will, dass weniger klimaschädliche Treibhausgas-Emissionen aus den Auspuffrohren der Autos austreten. Deshalb sollen die Mineralölkonzerne mehr Benzin der Sorte E 10 verkaufen.

Preisanstieg

„Damit soll der Verbrauch von E 10-Kraftstoff gefördert werden“, berichtet Hildegard Werth, Pressesprecherin der Westfalen AG, auf Nachfrage der Westfälischen Nachrichten. Das Unternehmen aus Münster sei nur den Großen der Branche gefolgt, als diese den Preis für E 10 angehoben hätten. Aus einem einfachen Grund: Die Bio-Komponente für diese Kraftstoffsorte sei teurer geworden.

Das bestätigt Frank Brühning, Sprecher des Verbandes der deutschen Biokraftstoffindustrie. Etwa seit November ist der Einkauf von Ethanol gegenüber fossilem Benzin wieder teurer geworden – „und zwar deutlich“. Warum die Preise für E 10 und E 5 an den Zapfsäulen angeglichen wurden, weiß er nicht und will auch nicht darüber spekulieren.

Treibstoff mit höherem Bio-Ethanol-Anteil

Wie mit dieser Verteuerung der Absatz des „Saftes“ mit höherem Bio-Ethanol-Anteil angekurbelt werden soll? Das hat schon nicht bei der Einführung von E 10 geklappt mit einem um vier Cent gegenüber E 5 günstigeren Literpreis. Zumal der Sprit mit höherem Ethanol-Anteil einen geringeren Energiewert als die E 5-Variante hat und deshalb zu einem geringfügig höheren Verbrauch führen kann.

Dass die „höhere Beimischung von teureren Bio-Komponenten“ nicht zu einer Preissenkung geführt hat, überrascht beim Mineralölwirtschaftsverband nicht. Ohnehin, so Alexander von Gersdorff, Sprecher des Verbandes, liege der Anteil des Super E 10 am Benzinabsatz (ohne Diesel) lediglich bei rund 13 Prozent.

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