Bürgermeister schaut auf mehr als zehn Jahre im Amt zurück
Stets ein offenes Ohr für die Bürger

Ladbergen -

Ladbergens

Freitag, 24.01.2020, 19:13 Uhr aktualisiert: 26.01.2020, 15:30 Uhr
Bürgermeister Udo Decker-König, seit 2009 Bürgermeister der Gemeinde, wird im Oktober 2020 in den Ruhestand gehen. Der 63-Jährige blickt auf mehr als zehn spannende Jahre. Mit Langeweile nach der Amtsübergabe rechnet er nicht.
Bürgermeister Udo Decker-König, seit 2009 Bürgermeister der Gemeinde, wird im Oktober 2020 in den Ruhestand gehen. Der 63-Jährige blickt auf mehr als zehn spannende Jahre. Mit Langeweile nach der Amtsübergabe rechnet er nicht. Foto: Luca Pals

Am 21. Oktober 2009 war Udo Decker-Königs erster Arbeitstag als Bürgermeister seiner Heimatgemeinde. Mehr als zehn Jahre später biegt er auf die Zielgerade ein. Im September wird sein Nachfolger gewählt. Decker-König tritt nicht wieder an. Für den 63-Jährigen ist das richtige Zeitpunkt für einen Rückblick auf zwei spannende Amtsperioden und einen Ausblick auf seine letzten Monate im Amt.

Der Gemeinde verbunden war Udo Decker-König schon lange vor seiner ersten Kandidatur zum Bürgermeister. Als Leiter des Bauamts hatte er sich in Ladbergen einen Namen gemacht, als die CDU im Jahr 2007 den Parteilosen fragte, ob er sich das Bürgermeisteramt vorstellen könne.

Nach einigen Überlegungen – auch im Kreis der Familie – gab er sein Okay. Wenig später vermeldeten die Grünen, Decker-König ebenfalls im Wahlkampf zu unterstützen. Seine Gegenkandidaten waren Ingo Kielmann , der für die SPD ins Rennen ging, und Dr. Sven Pastoors, den die Liberalen aufgestellt hatten. „Es war ein spannender Wahlabend“, erinnert sich Decker-König. Und ein erfolgreicher für den Politneuling. Mit 40,2 Prozent setzte sich Decker-König durch und beerbte Wolfgang Menebröcker.

Viel Zeit zum Einarbeiten brauchte er nicht. „17 Jahre war ich bei den Ratssitzungen dabei, habe viel mitbekommen. Von den zahlreichen Geburtstagsbesuchen, die eine Pflicht eines jeden Bürgermeisters ist, wusste ich natürlich auch.“ Eine „schöne Pflicht“, sagt der Ladberger: „Man kommt mit so vielen Leuten ins Gespräch.“

Als Bürgermeister einer Gemeinde wie Ladbergen, so Decker-König weiter, sollte man vor allem immer ein offenes Ohr haben: „Es ist wichtig, nah an den Bürgern zu sein und ihnen zuzuhören.“ Über all die Jahre habe er nie ernsthafte Probleme mit den Bewohnern bekommen, sagt er. Decker-König lobt vor allem den sehr großen Zusammenhalt im Ort und die vielen ehrenamtlich Tätigen, die Ladbergen für ihn zu etwas Besonderem machen.

Nicht nur die Ladberger lernte er gut kennen, auch über die Gemeindegrenzen hinaus war er aktiv. An die vielen Abendtermine, auch in überkommunalen Verbänden, habe er sich ebenso schnell gewöhnt wie an die Reden vor großem Publikum.

„Durch die ganzen Termine habe ich sehr viele Menschen kennengelernt, die ich sonst nie getroffen hätte“, macht er deutlich. So war er im Europaparlament in Straßburg, trifft regelmäßig die CDU-Bundestagsabgeordnete Anja Karliczek und hatte sogar einmal ein Pläuschchen mit dem heutigen Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble. „Diese Menschen kochen alle nur mit Wasser“, sagt er über seine Kontakte zur Politprominenz.

Die Themen hätten sich sehr verändert, sagt Decker-König im Rückblick. Während die Gemeinde zu Beginn seiner ersten Amtszeit noch Probleme damit hatte, Grundstücke an Interessenten zu verkaufen, sieht es 2020 ganz anders aus. „Ladbergen wächst. Wir haben über 100 Interessenten auf der Warteliste. Alle Baugebiete sind voll.“ Eine gute Auslastung gebe es auch in den Industriegebieten. Das am Espenhof kam in seiner Amtszeit hinzu und steht vor der Erweiterung.

Heute bestimmen neue Themen die Agenda. „Die großen Fragen zum Klimawandel stehen auch in Ladbergen im Fokus“, stellt Decker-König klar. Die Umstellung des gemeindlichen Fuhrparkes auf E-Autos, ein zukünftiges Klimaforum mit Ideen für weitergehende Maßnahmen und vieles mehr stehen an.

Die Hände in den Schoß legen will und kann Decker-König noch nicht. Es gibt noch viel zu tun. Der Baubeginn für den neuen Aldi-Markt stehe bevor. Das Bauprojekt nimmt für den Bürgermeister einen ebenso großen Stellenwert ein wie der Breitbandausbau im Ortskern und in den Außenbezirken, die Ausweisung neuer Baugebiete und nicht zuletzt der Erfolg, dass die Gemeinde in den vergangenen drei Jahren einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen konnte.

Für die Wahl seines Nachfolgers im September erwartet Amtsinhaber Udo Decker-König ein „spannendes und enges Rennen“ der beiden Kandidaten.

Und was plant der amtierende Bürgermeister im Ruhestand? „Wir haben einen großen Garten. Der ruft erstmal“, macht er deutlich, dass ihm auch nach dem Ausscheiden aus dem Amt nicht langweilig werden wird.

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