Gemeindeversammlung nur schwach besucht
Kita-Räume zum August fertig

Ladbergen -

Im Erdgeschoss des evangelischen Gemeindehauses werden Gruppenräume fürs Familienzentrum eingerichtet. Auf einer Gemeindeversammlung wurden jetzt die Pläne vorgestellt.

Donnerstag, 05.03.2020, 19:46 Uhr aktualisiert: 06.03.2020, 18:22 Uhr
Architekt Bernd Schlüter
Architekt Bernd Schlüter Foto: Architekturbüro Schlüter

Es geht um Gruppenräume für insgesamt rund 30 Kinder. Was sich erst einmal unspektakulär anhört, sorgt im Heidedorf für einigen Unmut.

Im Erdgeschoss des Gemeindehauses werden auf rund 400 Quadratmetern Räumlichkeiten für das evangelische Familienzentrum eingerichtet. 20 Ü3-Kinder der neuen Igel-Gruppe und die Jüngsten der Rehkitz-Gruppe sollen zum Beginn des Kindergartenjahres 2020/2021 einziehen ( WN berichteten).

Kritik war laut geworden, dass die Entscheidung über die Köpfe der Gemeindeglieder hinweg gefallen war. Zur Gemeindeversammlung am Dienstag kamen nur rund 30 Frauen und Männer ins Haus am Lenhartzweg. Martin Oelrich , Vorsitzender des Presbyteriums, bedauerte die verhaltene Resonanz auf den Abend, an dem die Baupläne vorgestellt und Informationen über das weitere Prozedere gegeben wurden.

Fakt ist: Der große Saal des Gemeindehauses wird in zwei Gruppenräume plus Nebenräume sowie Platz für die Garderobe und das Personal umgebaut. Außerdem entstehen Wickel- und Abstellräume sowie zwei Ausgänge zum Außengelände, das laut Oelrich „der größte Spielplatz Ladbergens“ werden wird. Eine der kürzlich renovierten sanitären Anlagen muss ebenfalls kindgerecht umgebaut werden.

Alle weiteren Räumlichkeiten des Gemeindehauses blieben unberührt, betonte Bernd Schlüter, Architekt aus Greven, der im vergangenen Jahr auch den DRK-Kindergarten „Abenteuerland“ gebaut hatte. „Die Gegebenheiten für den Umbau sind sehr gut. Wir müssen nicht viel ändern, ab Ostern kann es losgehen“, machte er deutlich, dass die Arbeiten, wenn alles nach Plan laufe, im August abgeschlossen seien. Die Kosten belaufen sich auf etwa 300 000 Euro.

Arnd Rutenbeck, Geschäftsführer des Kindertagesstättenverbundes des evangelischen Kirchenkreises Tecklenburg, Maja Hopfeld, Leiterin des evangelischen Familienzentrums, und Jutta Runden, Leiterin der gemeinsamen Verwaltung der drei münsterländischen Kirchenkreise Steinfurt-Coesfeld-Borken, Tecklenburg und Münster, waren zufrieden mit der Lösung, auf die sich die politische und die evangelische Gemeinde relativ kurzfristig verständigt hatten (siehe Info-Kasten).

Das evangelische Gemeindebüro hat weiter seinen Platz im Haus, und der Keller steht für die Jugendarbeit zur Verfügung. „Für den Keller müssen wir uns nach dem Umbau des Erdgeschosses ein Konzept überlegen“, sagte Martin Oelrich.

In der Versammlung wurde der Wunsch nach einem runden Tisch zu dem Thema laut. Pfarrerin Dörthe Philipps versicherte, dass die Verantwortlichen die Sorgen der Gemeindeglieder sehr ernst nehmen. „Wir hatten nur wenige Wochen für die Entscheidung. Kindergartenplanungen sind leider sehr spontan“, kommentierte Oelrich die Kritik, dass die Kirchengemeinde im Vorfeld nicht genügend über das Bauvorhaben informiert habe.

Oelrich geht davon aus, dass in der Kindergartenbedarfsplanung das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist. „Wir brauchen auch in Zukunft weiter Platz für Kinder“, ist er überzeugt. Erst vor wenigen Monaten sind die Kinder der DRK-Einrichtung „Abenteuerland“ in ihr neues Domizil am Lenhartzweg gezogen.

Dass die evangelische Kirche sich schnell als Träger der Einrichtung gefunden hat, begrüßte auch Bürgermeister Udo Decker-König. Oelrich sieht es als „große Chance“ zur „Verbreitung der christlichen Botschaft in Familien mit Kindern“ und nicht zuletzt zur Optimierung der Gebäudestruktur.

Schon 2017 habe die kreiskirchliche Verwaltung moniert, dass das Gemeindehaus viel zu groß und finanziell nicht tragbar sei“, sagte er (WN berichteten).

„Wir werden neue Räume finden, wir werden umdenken müssen. Wo was stattfindet, ist erst einmal egal. Wichtig ist, dass wir zusammen unseren Glauben auch in Zukunft leben können“, ist Oelrich sicher, dass die Gemeinde ihren Weg findet.

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