Mechthild Teigeler leitet den Seniorentreff
Mit Herzblut gegen Vereinsamung

Ladbergen -

Der Seniorentreff ist Anlaufstelle für viele ältere Ladberger. Mechthild Teigeler leitet die Einrichtung, deren Angebot immer weiter wächst.

Sonntag, 08.03.2020, 16:16 Uhr aktualisiert: 09.03.2020, 17:04 Uhr
Mechthild Teigeler leitet seit fünf Jahren den Ladberger Seniorentreff. Sie ist gefragt und beliebt bei den Besucherinnen und Besuchern. Als einen Beruf, der viel Dankbarkeit entgegenbringt, bezeichnet sie ihre Tätigkeit.
Mechthild Teigeler leitet seit fünf Jahren den Ladberger Seniorentreff. Sie ist gefragt und beliebt bei den Besucherinnen und Besuchern. Als einen Beruf, der viel Dankbarkeit entgegenbringt, bezeichnet sie ihre Tätigkeit. Foto: Luca Pals

Mittwochmorgen, 10 Uhr: Nach einigen Tagen schließt Mechthild Teigeler erstmals ihr Büro wieder auf. Eine Woche hatte sie frei – diese sieben Tage haben gereicht, dass das Telefon heiß läuft. Keine Frage: Die 55-jährige ist bei den Rentnerinnen und Rentnern gefragt und beliebt. Viele rufen direkt um 10 Uhr an – sie wissen die Zeiten, wann sie „ihre Mechthild“ erreichen können.

Anfang April 2015 wechselte die Saerbeckerin aus dem Pfarrbüro der dortigen katholischen St.-Georg-Gemeinde in die Halbtagsstelle nach Ladbergen. „Im ersten Jahr habe ich mir sehr viel angeschaut und beobachtet“, erinnert sie sich. Viel Zeit zum Beschnuppern brauchte sie allerdings nicht: „Ich wurde direkt herzlich aufgenommen.“ Natürlich wurde auch sofort angepackt: „In den vergangenen fünf Jahren gab es viele Highlights: Unser offizieller Flyer, die Bildung der offenen Gruppenangebote und die stetig wachsende Besucherzahl.“

So kommen an einem Dienstagnachmittag – dann findet immer das wöchentliche Treffen aller Senioren statt – 50, 60 und manchmal sogar 70 Rentner in die Begegnungsstätte Buddemeier. Themenvorträge über Gesundheit oder etwa Bienenzucht wechseln sich dann ab mit Geburtstagsfeiern, Spielenachmittagen oder der traditionellen Busrundfahrt mit dem Bürgermeister durch das Heidedorf. Die Feierlichkeiten zum Bärenfest, das 40-jährige Bestehen des Seniorentreffs im vergangenen Jahr und das neue Mittagsessensprojekt „Gemeinsam statt einsam“ wurden beziehungsweise werden gut angenommen.

Alle Veranstaltungen zu planen, Referenten einzuladen und dabei schon das nächste Halbjahr im Blick zu behalten – das ist die Hauptaufgabe von Teigeler. Über die Veranstaltungen berichtet ein Flyer, den der Seniorentreff in Zusammenarbeit mit der Gemeinde seit 2018 herausbringt. Generell sei die Zusammenarbeit in Ladbergen „auf vielen Ebenen sehr gut und unkompliziert“.

Die Veranstaltungen auf der einen, die offenen Gruppen auf der anderen Seite des Flyers: Schach, Gymnastik, Handarbeiten, Skatspielen und vieles mehr. Für die Zukunft kann sich Teigeler einen Kochkursus für Alleinstehende vorstellen – den Ideen sind keine Grenzen gesetzt: „Das Angebot ist mit der Zeit immer weiter gewachsen. Jede Gruppe hat einen ehrenamtlichen Ansprechpartner“, erklärt Teigeler und führt aus: „Ohne die Ehrenamtlichen geht es nicht. Meine Aufgabe ist es auch, alle untereinander zu vernetzen.“ Alleine könne sie den Seniorentreff nicht leiten, rund 55 Ehrenamtliche helfen ihr. „Zum Beispiel die netten Herren des DRK, die den Bringdienst zu Buddemeier koordinieren.“

Bei so viel Hilfe und so guter Resonanz, etwa von den Angehörigen der Senioren, ist Teigeler nach fünf Jahren noch genau so motiviert wie am ersten Tag: „Mir macht der Beruf sehr viel Spaß. Ich bin immer mit Herzblut dabei und bemerke sehr viel Dankbarkeit, die mir entgegengebracht wird.“

In den fünf Jahren Seniorenarbeit sei ihr bewusst geworden, dass ein Problem zunehme: die Vereinsamung älterer Menschen. Dagegen etwas zu tun, betrachtet sie als eine ihrer Kernaufgaben: „Die Menschen, die zu uns kommen, suchen Gemeinschaft und bekommen sie bei uns. Manchmal reicht es auch, einfach mal zuzuhören.“

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