Hilfsangebote in Ladbergen und Lienen
Einkaufen gehen, Kinder betreuen

Ladbergen/Lienen. -

Corona trifft alle Menschen, wenn auch nicht unmittelbar. Senioren sind besonders gefährdet und gehen nicht mehr einkaufen – junge Eltern wissen oft nicht, wer jetzt ihre Kinder betreuen soll. In der Not gibt es Menschen, die ihre Hilfe anbieten. Zwei Beispiele: Irmgard Kleimann aus Ladbergen und Maira Roling aus Lienen.

Dienstag, 17.03.2020, 17:50 Uhr aktualisiert: 18.03.2020, 16:24 Uhr
Maira Roling aus Lienen würde gerne Kinder betreuen.
Maira Roling aus Lienen würde gerne Kinder betreuen. Foto: Privat

Für Irmgard Kleimann ist klar: „Es sind besondere Zeiten, in denen wir leben.“ Genau so klar ist: „Jetzt müssen wir uns umeinander kümmern.“ Als gutes Beispiel will sie vorangehen: Für ältere Menschen einkaufen gehen, Senioren zum Arzt begleiten und vieles mehr: „Ich möchte unbedingt meine Hilfe anbieten.“ Über eine Facebook-Gruppe startete sie einen Aufruf: „Ich habe sehr viel positive Resonanz erfahren, aber bisher hat sich noch keiner gemeldet, der Hilfe braucht“, sagt die gebürtige Münsteranerin.

Als gelernte Intensiv-Schwester weiß sie, was wichtig ist: „Die Menschen brauchen zurzeit nicht so viel Desinfektionsmittel. Das ist gar nicht notwendig.“ Sich normal und gründlich die Hände mit Seife zu waschen, würde ausreichen: „Ich habe zum Beispiel immer Feuchttücher dabei. Ich bin zwar vorsichtig, aber man sollte nicht in Panik geraten.“ Mit Blick in die Regale der Supermärkte sagt Kleimann: „Keine Nudeln. Kein Klopapier. Für uns alle ist das eine neue Situation.“ Es sei natürlich, dass die Menschen Angst hätten, sagt die Frau, die seit 30 Jahren in Ladbergen wohnt.

„Hier gibt es viele alte Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind“, sagt sie und führt aus: „Menschen aus der Risikogruppe müssen entlastet werden. Da können wir alle helfen.“ Als Frührentnerin hat Kleimann „viel Zeit“, kümmert sich um ihre 85-jährige Mutter und sagt: „Die aktuelle Situation bringt uns vielleicht auch dazu, dass wir uns alle ein bisschen mehr unterstützen.“

Dem gleichem Motto folgt Maira Roling aus Lienen. Der Unterricht der 15-Jährigen in Bad Iburg fällt aufgrund des sich ausbreitenden Corona-Virus aus – somit hat sie viel freie Zeit, die sie in die Betreuung von Kindern investieren will: „Spielen, beschäftigen und betreuen, wenn die Eltern arbeiten müssen.“

Kitas und Kindergärten sind geschlossen – die Betreuungsmöglichkeiten für Kinder sind auf ein Minimum eingeschränkt. Auch dieses Beispiel wurde über eine Gruppe in den sozialen Medien für die Lienener Bürger publik gemacht – über den Account der Mutter.

Neben zahlreichen Kommentaren, in denen die Idee der Schülerin gelobt wurde, gab‘s auch wüste Beschimpfungen. Mutter In­grid Völker sagt im WN-Gespräch: „Meine Tochter will nur auf einzelne Kinder aufpassen und keine Gruppen gründen, bei denen Übertragungsgefahr bestehen könnte.“ Erschreckend sei es zu beobachten, wie ein Strang von Beschimpfungen entstanden sei. Völker sagt: „Die Menschen haben einfach viel zu viel Panik.“

Eine Ladbergerin und eine Lienenerin wollen mit gutem Beispiel vorangehen, die nun vorhandene Zeit sinnvoll nutzen. Irmgard Kleimann findet: „Unsere Gesellschaft braucht sowieso mehr Solidarität. Das ist jetzt der Moment, diese zu zeigen.“

Irmgard Kleimann ist unter 0 54 85/99 89 979 zu erreichen. Zu Maira Roling kann man über ihre Mutter Ingrid Völker unter 01 62/80 88 803 Kontakt aufnehmen.

 

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