Aktion „SaniStop“ bietet Lkw-Fahrern Nutzung der sanitären Anlagen an
Hygiene wird zum Problem

Ladbergen -

Lkw-Fahrer stehen derzeit vor einem Hygiene-Problem: An Raststätten sind sanitäre Anlagen geschlossen. Keine Chance, zu duschen oder die Toilette aufzusuchen. Die Aktion „SaniStop“ hilft.

Mittwoch, 25.03.2020, 19:47 Uhr aktualisiert: 26.03.2020, 17:04 Uhr
Die Spedition Fehrenkötter bietet Lkw-Fahrern schon lange an, bei Pausen und in Ruhezeiten ihre Sanitäranlagen in Ladbergen zu nutzen – ein Service, der gerne angenommen wird.
Die Spedition Fehrenkötter bietet Lkw-Fahrern schon lange an, bei Pausen und in Ruhezeiten ihre Sanitäranlagen in Ladbergen zu nutzen – ein Service, der gerne angenommen wird. Foto: Fehrenkötter

„Die Versorger der Nation werden von der Versorgung abgeschnitten.“ Joachim Fehrenkötter fasst treffend zusammen, was sich derzeit auf den Autobahnen beziehungsweise in den Raststätten abspielt. Der Spediteur kennt die Sorgen und Nöte der Fernfahrer nur allzu gut. Verschiedene Rastanlagen hätten von sich aus geschlossen oder seien vom Gesundheitsamt geschlossen worden, schildert er die Situation. Und bietet Hilfe an.

Während ihrer Pausen oder Ruhezeiten können die Lkw-Fahrer nicht duschen, oft noch nicht einmal die Hände waschen. Mancherorts stehen lediglich Dixi-Klos zur Verfügung, die oft verdreckt sind. Körperhygiene wird zu einem Problemfall.

Das wird sehr positiv aufgenommen. Die Fahrer bedanken sich.

Spediteur Joachim Fehrenkötter

Glück hat, wer in der Nähe von Ladbergen ist. Die Spedition Fehrenkötter bietet Fahrern an, ihre Sanitärräume zu nutzen und zu duschen. „Das haben wir hier schon immer gemacht“, erzählt der Firmenchef. Doch jetzt zu Corona-Zeiten ist dieser Service wichtiger denn je. „Das wird sehr positiv aufgenommen“, schildert er. „Die Fahrer bedanken sich.“

Doch mit der Hilfe vor Ort ist es für Fehrenkötter nicht getan. Er ist Vorsitzender des Vereins „DocStop“, einer Initiative für eine bessere medizinische Versorgung für Berufskraftfahrerinnen und -fahrer. Die hat nun die Aktion „SaniStop“ ins Leben gerufen. Daran beteiligen sich Unternehmen, die den Fahrern unterwegs helfen möchten und ihnen ihre sanitären Anlagen zur Verfügung stellen. An 43 Orten gebe es bereits Betriebe beziehungsweise Speditionen, die sich beteiligen, freut sich Fehrenkötter. Es gebe auch Autohöfe, die mit aller Macht offen gehalten würden, damit die Fahrer saubere Toiletten und Duschen nutzen können.

Mit der Hygiene-Aktion „SaniStop“ will der Verein sicherstellen, dass die für die Versorgung so wichtige Berufsgruppe der Lkw-Fahrer nicht auf alltägliche hygienische Maßnahmen verzichten muss – gerade in Zeiten von Corona.

Unternehmen, die sanitären Einrichtungen für Fahrer öffnen möchten, melden sich mit Angabe der Adresse des Parkplatzes unter sani-stop@docstop.eu. Weitere Informationen gibt es unter www.docstop.eu.

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