Landesregierung antwortet auf Anfrage von Frank Sundermann (SPD)
Besonders viele Brunnen in Lienen

Lienen/Ladbergen/Tecklenburger Land -

Im Kreis Steinfurt gibt es gut 4300 Hausbrunnen, also Kleinanlagen zur Eigenversorgung und dezentrale Wasserwerke. Spitzenreiter unter den Städten und Gemeinden ist Lienen. In allen Kommunen gilt: Der Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung kostet viel Geld.

Dienstag, 31.03.2020, 18:38 Uhr aktualisiert: 01.04.2020, 18:35 Uhr
In jedem fünften Hausbrunnen im Kreis Steinfurt war zwischen 2014 und 2016 zu viel Nitrat im Wasser. Ein Anschluss ans öffentliche Trinkwassernetz ist für die Betroffenen derzeit nur auf eigene Kosten machbar.
In jedem fünften Hausbrunnen im Kreis Steinfurt war zwischen 2014 und 2016 zu viel Nitrat im Wasser. Ein Anschluss ans öffentliche Trinkwassernetz ist für die Betroffenen derzeit nur auf eigene Kosten machbar. Foto: dpa

Im Februar hat Landtagsmitglied Frank Sundermann ( SPD ), Abgeordneter fürs Tecklenburger Land, die Problematik von Hausbrunnen und Grundwasser in Form einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung herangetragen. Jetzt liegt die Antwort vor.

Danach war in jedem fünften Hausbrunnen im Kreis Steinfurt zwischen 2014 und 2016 zu viel Nitrat im Wasser. „Neuere Werte gibt es nicht“, berichtet Sundermann. „Die Antwort auf meine Kleine Anfrage zum Thema Hausbrunnen offenbart vor allem eins: Die schwarz-gelbe Landesregierung hat weder aktuelle Zahlen zur Nitratbelastung noch Kenntnisse darüber, in welchem Ausmaß und mit welchen regionalen Unterschieden es aufgrund des Klimawandels zur Austrocknung von Hausbrunnen kommt“, kritisiert der Landtagsabgeordnete. Doch vor allem fordert der SPD-Politiker die Landesregierung und speziell Umweltministerin Ursula Heinen-Esser auf, Besitzer von Hausbrunnen mit Landesmitteln zu unterstützen und Fördermöglichkeiten zu schaffen, statt die Menschen mit den Folgen des Klimawandels und der Überdüngung landwirtschaftlicher Flächen alleine zu lassen.

Im Kreis Steinfurt gebe es immerhin gut 4300 Hausbrunnen, also Kleinanlagen zur Eigenversorgung und dezentrale Wasserwerke, die jedoch regional sehr unterschiedlich verteilt seien, erläutert Sundermann. Besonders viele Brunnen gibt es demnach in Lienen (657), Westerkappeln (439), Lengerich (389) und Metelen (374). Das habe eine Abfrage des Umweltbundesamtes beim Kreis Steinfurt im Februar dieses Jahres ergeben.

„Umso unbefriedigender finde ich die Antwort der schwarz-gelben Landesregierung auf meine Anfrage. Wir werden deshalb in einer weiteren Kleinen Anfrage landesweite Daten abfragen, um mehr Informationen über die Auswirkungen von Trockenheit und Nitrateinträgen auf den Betrieb von Hausbrunnen zu bekommen“, kündigt der Landtagsabgeordnete in einer Presseinformation an. So wolle er verstärkt auf das Problem aufmerksam machen. „Ich möchte von Ministerin Heinen-Esser wissen, warum es keine Fördermöglichkeiten gibt und ob es landesweit bereits Anfragen von Kommunen und Wasserversorgungsverbänden gibt.“

In Ladbergen ist die Zahl mit 90 Brunnen vergleichsweise niedrig.

Weil es keine Förderung vom Land gebe und die Landesregierung Bürger und Kommunen mit diesen Problemen alleine lasse, müsse man jetzt im Interesse der Bürger auf lokaler und regionaler Ebene schauen, inwiefern Betroffene an das öffentliche Wassernetz angeschlossen werden können, ohne dass die finanzielle Belastung zu hoch werde. „Hier brauchen wir eine gemeinsame Lösung von Gemeinden, Bürgern und Wasserversorgungsverband“, fordert Sundermann.

Johann Knipper, Geschäftsführer des Wasserversorgungsverbandes Tecklenburger Land (WTL) hatte im Februar bei einer SPD-Veranstaltung in Westerkappeln zu bedenken gegeben, dass ohne die finanzielle Beteiligung Dritter, also von Bund und Land, der Ausbau des Trinkwassernetzes nicht funktionieren werde. Pro Hausanschluss sei zum Beispiel im Westerkappelner Außenbereich mit durchschnittlichen Investitionen in Höhe von etwa 25 000 Euro zu rechnen.

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