250 000 Euro Fördermittel vom Land für Querungshilfen in Ladbergen
Geldsegen ohne einen Antrag?

Ladbergen -

Einen Antrag auf finanzielle Unterstützung für die Beseitigung von Barrieren auf den Straßen hat die Verwaltung nicht gestellt. Umso größer das Erstaunen über eine Nachricht der Landtagsabgeordneten Andrea Stullich, die Kommune erhalte 250 000 Euro aus einem Förderprogramm des Landes.»«

Freitag, 10.04.2020, 11:51 Uhr aktualisiert: 14.04.2020, 18:38 Uhr
Im Rahmen des Dorfinnenentwicklungskonzepts (Diek) soll die Mühlenstraße umgestaltet werden. Einen entsprechenden Förderantrag hat die Gemeinde auf den Weg gebracht. Überrascht ist die Verwaltung von einer Förderzusage über 250 000 Euro für Querungshilfen.
Im Rahmen des Dorfinnenentwicklungskonzepts (Diek) soll die Mühlenstraße umgestaltet werden. Einen entsprechenden Förderantrag hat die Gemeinde auf den Weg gebracht. Überrascht ist die Verwaltung von einer Förderzusage über 250 000 Euro für Querungshilfen. Foto: Michael Baar

250 000 Euro vom Land als Fördermittel, um Straßen barrierefrei zu gestalten. Die soll die Gemeinde Ladbergen erhalten, teilt Andrea Stullich mit. Die Christdemokratin sollte es wissen, schließlich ist sie als Landtagsabgeordnete nicht für für die in ihrem Wahlkreis liegende Kommune zuständig, sondern auch Medienpolitische Sprecherin ihrer Landtagsfraktion.

Ob es daran liegt, dass von der Viertelmillion Euro, die avisiert werden, in der Gemeindeverwaltung noch nichts bekannt ist? „Wir haben Förderanträge am laufen“, sagt Andreas Moysich-Kirchner. Als Beispiel nennt er die Umgestaltung der Mühlenstraße ( WN berichteten). Aber ein Förderprogramm, um Straßen barrierefrei zu gestalten? „Davon habe ich noch nichts gehört“, so der Mitarbeiter des Bauamts.

Von einem Förderprogramm, um Straßen barrierefrei zu gestalten, habe ich noch nicht gehört.

Andreas Moysich-Kirchner, Bauamt

Und auch Henri Eggert, Allgemeiner Vertreter des in Urlaub weilenden Bürgermeisters, ist davon nichts bekannt. „Die Gemeinde hat nichts schriftlich vorliegen“, formuliert er vorsichtig beim Telefongespräch mit der WN-Redaktion. Die Maßnahme Mühlenstraße beinhalte auch das Thema Querungshilfen. „Vielleicht gehört das ja dazu“, mutmaßt er.

Bestandteil des Förderprogramms Dorfinnenentwicklung?

Sollte das nicht der Fall sein und es sich bei den Fördermitteln um ein neues Programm handeln, „müsste die Gemeinde erst einen Antrag stellen“. Sein Schmunzeln ist durch den Hörer zu bemerken.

„Das mit den Fördermittel stimmt so, das haben wir von der Landesregierung erfahren“, erläutert auf Nachfrage der Westfälischen Nachrichten Kai Alexander Liss. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abgeordneten und wundert sich ein wenig, „dass wir schneller waren mit dieser Information“.

Das mit den Fördermitteln haben wir von der Landesregierung erfahren.

Kai Alexander Liss, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abgeordneten

Ob sich die Förderzusage speziell auf Querungshilfen beschränkt, oder sich doch auf den Förderantrag für die Dorfinnenentwicklung und damit die Mühlenstraße bezieht, „versuche ich herauszufinden“. Allerdings, so schränkt er beim Telefonat ein, „wird es wohl schwer, heute am Donnerstagnachmittag noch jemanden hier in Düsseldorf zu erreichen“.

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