Kirche in Zeiten von Corona: Einschränkungen werden gelockert
Wieder ein wenig Normalität

Laer -

Am kommenden Wochenende können wieder Gottesdienste gefeiert werden – allerdings mit einigen Einschränkungen.

Donnerstag, 30.04.2020, 15:10 Uhr aktualisiert: 30.04.2020, 16:28 Uhr
Der stellvertretende Bürgermeister Gerrit Thiemann (l.) hatte zu einem Gedankenaustausch eingeladen: Daran nahmen (v.l.) Dagmar Spelsberg-Sühling, Andreas Ullrich sowie Abdulmonem Dahman und sein Sohn Mohamed Ghassan Dahman teil..
Der stellvertretende Bürgermeister Gerrit Thiemann (l.) hatte zu einem Gedankenaustausch eingeladen: Daran nahmen (v.l.) Dagmar Spelsberg-Sühling, Andreas Ullrich sowie Abdulmonem Dahman und sein Sohn Mohamed Ghassan Dahman teil.. Foto: mas

Dagmar Spelsberg-Sühling und Andreas Ullrich sind sich einig: Der Kontakt zu den Menschen im Zuge der Corona-Pandemie kommt seit Wochen zu kurz. „Das, was eigentlich einen Gottesdienst ausmacht, fehlt“, sagt Spelsberg-Sühling, Pfarrerin der evangelischen Gemeinde. Das Gespräch miteinander finde derzeit „leider nicht statt“. Und Pfarrer Andreas Ullrich von der Pfarrgemeinde Hl. Brüder Ewaldi ergänzt: „Die Normalität fehlt.“

Doch die soll zumindest in kleinen Schritten in beiden Kirchengemeinden Einzug halten, denn ab dem heutigen Freitag (1. Mai) können in NRW wieder öffentliche Gottesdienste gefeiert werden – allerdings unter besonderen Auflagen.

Marienkirche

„In der Marienkirche in Holthausen finden zukünftig nur 40 Personen einen Platz, in der Bartholomäuskirche in Laer ist Platz für 70 Personen“, sagt Pfarrer Ullrich. Die Plätze und Bankreihen werden markiert, die freigehalten werden müssen. Die Gottesdienste am Samstag um 17 Uhr in Holthausen und am Sonntag um 10.30 Uhr in Laer werden draußen gefeiert, in Holthausen und Laer an der Fünf-Wunden-Kapelle im Esch. Dort werden Stühle im entsprechenden Abstand aufgestellt, kündigt Ullrich an.

Des Weiteren werden für die Sonntags-Gottesdienste Liedzettel gedruckt, sodass auf das Gotteslob verzichtet werden kann. Familien oder Personen, die im gleichen Haushalt leben, können auch in der Kirche zusammensitzen. Die Priester und die Kommunionhelfer desinfizieren sich vor dem Austeilen der Kommunion die Hände und teilen die Eucharistie ohne die Spendeformel mit dem größtmöglichen Abstand aus.

1600 Aufrufe

Die Sechwochen- und Jahresämter finden in der Regel in den Werktagsmessen am Dienstag um 19 Uhr, am Mittwoch um 19 Uhr (Holthausen) oder am Donnerstag um 19 Uhr statt.

Bei den vorgestellten Regelungen solle der Versuch gestartet werden, „in die völlig unnormale Situation etwas Normalität hineinzubringen“, so Andreas Ullrich.

Die Online-Angebote werden in beiden Kirchengemeinden fortgeführt. Über die Resonanz freuen sich Spelsberg-Sühling und Ullrich gleichermaßen. Bei seinem jüngsten Live-Stream auf Facebook notierte Andreas Ullrich 1600 Aufrufe. Auch Spelsberg-Sühling stellt den während der Woche aufgenommenen Gottesdienst sonntags online.

In der evangelischen Matthäuskirche sollen aller Voraussicht nach ab dem 10. Mai wieder Gottesdienste gefeiert werden können. Am Montag (4. Mai) kommt das Presbyterium zusammen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Fest steht bereits, dass Gottesdienste nur mit Schutzmasken stattfinden können und keine Lieder gesungen werden, so Dagmar Spelsberg-Sühling. Eventuell können die Gottesdienste auch im angrenzenden Garten angeboten werden, sagt die Pfarrerin.

Sowohl Pfarrer Ullrich als auch Pfarrerin Spelsberg-Sühling haben in den vergangenen Wochen den Kontakt zu den Menschen nicht abbrechen lassen, zum Telefonhörer gegriffen und sich um die Sorgen und Nöte der Laerer gekümmert. Dabei haben sie ganz bewusst Bürger angerufen, die alleine leben und möglicherweise einsam sind.

Auch für Muslime sind die Corona-Zeiten nicht einfach. Eigentlich fahren Abdulmonem Dahman und sein Sohn Mohamed Ghassan Dahman in die Moschee nach Steinfurt. Doch das fällt augenblicklich aus. Derzeit ist Ramadan und das „spezielle Freitagsgebet muss zu Hause stattfinden“, sagt Mohamed Ghassan Dahman, der aus Syrien stammt und seit vier Jahren in Deutschland lebt. Zudem müsse fünf Mal am Tag gebetet werden. Vor jedem Gebet werden Hände und Gesicht gewaschen. Dahman: „Auch das hilft, um uns vor dem Virus zu schützen.“ Ob und in welcher Form das sogenannte Zuckerfest zum Abschluss des Ramadan gefeiert werden kann, steht noch nicht fest.

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