Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners
Gemeinde stellt Raupen eine Falle

Ladbergen -

Ladbergens Gemeindeverwaltung geht davon aus, dass der Eichenprozessionsspinner auch in diesem Jahr massiv auftreten und somit für Probleme sorgen wird. Zu seiner Bekämpfung sind unter anderem Fallen aufgestellt worden, es kommt aber auch ein Biozid zum Einsatz.

Sonntag, 03.05.2020, 16:50 Uhr aktualisiert: 06.05.2020, 14:57 Uhr
An den Eichen im Friedenspark hängen EPS-Fallen. Mit Ködern beziehungsweise Aromen werden die Raupen in die Beutel gelockt.
An den Eichen im Friedenspark hängen EPS-Fallen. Mit Ködern beziehungsweise Aromen werden die Raupen in die Beutel gelockt. Foto: Mareike Stratmann

Das zarte Grün junger Blätter erfreut nicht nur die Menschen, die trotz der Corona-Krise die Natur genießen. Die frischen Triebe der Eichen sind eine Delikatesse für die Raupen des Eichenprozessionsspinners (EPS). Damit diese Tiere für Menschen nicht zu einer Gefahr werden, bekämpft sie Straßen-NRW mit einem Biozid ( WN , 29. April). Auch in Ladbergen hat die Gemeinde Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Tiere in die Wege geleitet. Unter anderem sind Fallen an den Bäumen aufgehängt worden.

Es ist davon auszugehen, dass der Eichenprozessionsspinner sich auch in diesem Jahr im Heidedorf ausbreiten wird, heißt es auf der Internetseite der Gemeinde. Die Raupen des Eichenprozessionsspinners werden demnach zahlreiche Bäume im Gemeindegebiet in Beschlag nehmen und große Teile der Bevölkerung in Atem halten. Witterungsabhängig sind die Raupen des Schmetterlings ab Anfang Mai bis in den Juli hinein hauptsächlich an Eichen zu finden.

Für Unbehagen sorgen dabei die Brennhaare der Raupen, die ein Nesselgift enthalten. Ein Kontakt mit den fast unsichtbaren Härchen kann bei Menschen und Tieren Hautausschläge sowie Brennen und Juckreiz auslösen. Seltener kommt es auch zu schwereren Reaktionen wie Atemwegsreizungen, Bindehautentzündungen oder Fieber. Im Gebiet des Kreises Steinfurt sind allerdings in den vergangenen Jahren keine Fälle von schweren allergischen Reaktionen bekannt geworden.

Wenn auf privaten Grundstücken Eichenprozessionsspinner entdeckt werden, sind grundsätzlich die Eigentümer für die Beseitigung zuständig, teilt die Gemeinde mit. Sofern Nachbargrundstücke betroffen sind, sollten die Eigentümer über den Befall informiert werden. Als erste Vorsichtsmaßnahme wird empfohlen, den Bereich zu meiden und gegebenenfalls auch abzusperren. Anschließend sollte eine Fachfirma mit der Beseitigung beauftragt werden. Die Betriebe verfügen über eine entsprechende Schutzausrüstung sowie technisches Equipment und besitzen die erforderliche Fachkunde. Es wird dringend davon abgeraten, die Nester eigenständig zu entfernen. Die Kosten, die durch die Beseitigung durch Experten entstehen, müssen die Grundstückseigentümer tragen.

Mitarbeiter des gemeindlichen Baubetriebshofs werden in allen sensiblen öffentlichen Bereichen wie Kindergärten, Schulen, Haltestellen und Sportanlagen und auch den übrigen öffentlichen Flächen regelmäßige Sichtkontrollen vornehmen, um direkt geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung einleiten zu können, kündigt die Gemeinde an. An befallenen öffentlichen Plätzen und Wegen werden zudem zur Warnung und Information der Bevölkerung Warnhinweise angebracht. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass aus Sicherheitsgründen in den kommenden Wochen öffentliche Bereiche gesperrt werden müssen.

Die Ladberger Verwaltung wird in diesem Jahr verschiedene Maßnahmen zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners durchführen: Im Innenbereich von Ladbergen wurden bereits an einer Vielzahl von Bäumen EPS-Fallen angebracht. Vorrangig im Bereich von Straßenrändern (Baumreihen) und an Plätzen mit einem dichten Bestand von Eichen wird eine Firma mit einem Sprühfahrzeug befallene Bäume besprühen. Falls erforderlich werden Teilbereiche hierfür kurzfristig gesperrt. Für Menschen, Tiere oder Pflanzen sei das Mittel nicht schädlich, versichert die Gemeinde. Außerdem werden Nester abgesaugt.

Wer den Eindruck hat, dass ein Befall auf einer öffentlichen Fläche noch nicht von den Fachleuten entdeckt wurde, kann dies der Gemeindeverwaltung unter Angabe des genauen Ortes über ein Online-Formular mitteilen, die Nachricht per E-Mail an eps-meldungen@ladbergen.de versenden oder dem Bauamtes unter  0 54 85/81 51 mitteilen.

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