Schützenverein Hölter
Fest zum 100-Jährigen wird abgesagt

Ladbergen -

Monate intensiver Vorbereitung sind für die Katz‘: Der Schützenverein Hölter hat die Feiern zu seinem 100-jährigen Bestehen absagen müssen. Ein Nachholtermin im nächsten Jahr ist für das Organisationsteam keine Option. Ein Feier des 105-jährige Bestehens im Jahr 2025 eine „vage Idee“.

Donnerstag, 07.05.2020, 12:06 Uhr aktualisiert: 07.05.2020, 16:36 Uhr
Noch vor wenigen Monaten war der Festausschuss des Schützenvereins Ladbergen-Hölter guter Dinge, dass sein Jubiläumsfest „eine einmalige Sache“ würde. Jetzt musste er es absagen
Noch vor wenigen Monaten war der Festausschuss des Schützenvereins Ladbergen-Hölter guter Dinge, dass sein Jubiläumsfest „eine einmalige Sache“ würde. Jetzt musste er es absagen Foto: Mareike Stratmann

Der Schützenverein Ladbergen-Hölter sagt sein Jubiläumsschützenfest zum 100-jährigen Bestehen wegen der Corona-Pandemie und des Verbots für Großveranstaltungen bis mindestens zum Spätsommer ab.

„Die Enttäuschung ist riesig“, bestätigt Anne-Marie Brinkmeier auf Anfrage. Die zweite Schriftführerin des Vereins ist Mitglied im 16-köpfigen Festausschuss, der sich in den vergangenen eineinhalb Jahren im Zwei-Wochen-Takt getroffen hatte, um das große Fest vorzubereiten. Zu dem wurden vom 31. Juli bis zum 2. August Gäste aus dem Ort und der gesamten Region im Friedenspark erwartet.

Als Mitte März die Schlagersängerin Anna-Maria Zimmermann ihre Schwangerschaft öffentlich machte, war klar, dass der Verein zumindest für die Schlagernacht am 31. Juli umdisponiert musste. Dass der Ausfall des Topacts das geringste Problem werden würde, konnten die Frauen und Männer des Festausschusses zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnen. „Wir haben uns um Ersatz bemüht“, beschreibt Brinkmeier die weitere Planung. Der Verein hoffte, nach einer kurzen Unterbrechung im Mai oder Juni wieder zur Tagesordnung übergehen zu können.

Drei Tage lang sollte das Jubiläum gefeiert werden

Als nach Ostern die Nachricht durchsickerte, dass Großveranstaltungen in den kommenden Monaten nicht stattfinden dürfen, stand plötzlich das gesamte Fest auf der Kippe. „Das war schon ein Schock für die Gruppe, die sich mit viel Herzblut eingebracht hatte“, erinnert sich Anne-Marie Brinkmeier an den Moment, als deutlich wurde, dass die jahrelange Arbeit „für die Katz“ sein würde.

Die lange Vorbereitungsarbeit ist für die Katz‘.

Anne-Marie Brinkmeier, Festausschuss

Trotz aller Enttäuschung haben die Organisatoren Verständnis. Sommerliche Temperaturen, ein Festzelt mit 1000 Personen, dicht gedrängt vor einer Bühne, alles worauf sie sich zu Beginn dieses Jahres noch gefreut hatten, war mit Ausbruch der Pandemie nicht mehr willkommen. „Selbst mit einem Gesichtsschutz würden sich die wenigsten Menschen heute in ein solches Getümmel begeben wollen“, ist sich Anne-Marie Brinkmeier bewusst.

Die ersatzlose Streichung des Jubiläumsfestes aus dem Vereinskalender hat sich der Vorstand in einer außerordentlichen Versammlung per Videokonferenz gut überlegt. Ein Nachholtermin in 2021 sei keine Option gewesen, weil die großen Sportveranstaltungen wie Olympia und EM, aber auch das verschobene Kreisheimatschützenfest dann stattfänden, erklärt sie.

Das komplette Vereinsleben wird vorerst auf Eis gelegt.

Ein großes Fest zum 105-jährigen Bestehen im Jahr 2025 sei hingegen „eine ganz vage Idee“, die dem Vorstand und dem Festausschuss vorschwebe.

Vor dem Hintergrund, dass der „Ausnahmezustand“ vermutlich noch länger dauern wird, hat der Vorstand beschlossen, das komplette Vereinsleben bis auf Weiteres auf Eis zu legen. „Der Kalender wird außer Kraft gesetzt, das Vereinsheim bleibt für alle Veranstaltungen geschlossen“, erläutert Anne-Marie Brinkmeier. Das betrifft die Aktivitäten der Schießgruppe ebenso wie die der Schlepperfreunde, der Handarbeitsgruppe und viele weitere.

Über die sukzessive Wiederaufnahme einzelner Aktivitäten in 2020, aber auch für Anfang 2021 werde situativ entschieden, kündigt die zweite Schriftführerin weiter an. „Vieles, was uns noch vor einigen Wochen und Monaten selbstverständlich erschien, muss sich in unserer Gesellschaft erst neu etablieren“, gibt sie zu bedenken.

Der Verein weist darauf hin, dass für die Schlagernacht erworbene Eintrittskarten gegen Vorlage der Originaltickets bis zum 31. Dezember bei Getränke Berlemann, Kattenvenner Straße 1 in Ladbergen, zurückgegeben werden können. Eine Erstattung ist auch über den Kassierer Andreas Oelrich, Kattenvenner Straße 175, möglich. Originalkarten und Bankverbindung sollten per Post übermittelt werden. Der Verein sagt zu, den Kartenpreis einschließlich Porto zu erstatten.

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