Drogen im Millionenwert
Reese beweist feines Näschen: Hündin spürt 132 Kilo Haschisch auf

Ladbergen -

Das feine Näschen der Rauschgiftspurhünding Reese hat einen polnischen Lkw-Fahrer in Haft gebracht. Wie das Zollfahndungsamt Essen am Donnerstag mitteilte, wurden bei einer Kontrolle am Montag auf dem Parkplatz am Espenhof 132 Kilogramm Haschisch hinter einer zusätzlich eingezogenen Wand an der Stirnseite des Kühlanhängers gefunden.

Donnerstag, 14.05.2020, 09:32 Uhr aktualisiert: 14.05.2020, 14:54 Uhr
Zollhündin Reese vor den sichergestellten Paketen mit Haschisch.
Zollhündin Reese vor den sichergestellten Paketen mit Haschisch. Foto: Zoll

Es habe sich um eine verdachtsunabhängige Kontrolle gehandelt, teilt Christian Seipenbusch auf Nachfrage der WN mit. „Das ist unser Alltag“, so der Pressesprecher des Zollfahndungsamts. Dazu gehöre auch, dass die auf Kontrollfahrten befindlichen Kolleginnen und Kollegen schon ein Auge dafür hätten, bei welchem Fahrzeug sich ein intensiveres Hinschauen lohnen könnte.

Mitgebrachte Waren, Wertgegenstände, verbotene Gegenstände oder Betäubungsmittel – auf die entsprechenden Fragen der Beamten habe der 36 Jahre alte Trucker stets mit Nein geantwortet. Zollhündin Reese vom Hauptzollamt Münster indes zeigte sofort an, dass an der Stirnwand des Anhängers etwas verborgen ist, auf dessen Aufspüren sie trainiert worden ist. Der Lkw wurde zu einer Abladestelle gebracht und entladen. Hinter der zusätzlichen Wand stießen die Zöllner auf 37 Folienpakete mit insgesamt 132 Kilogramm Haschisch.

Verkaufswert von etwa 1,2 Millionen Euro

Der Fahrer wurde vorläufig festgenommen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ ein Richter am Amtsgericht Münster einen Haftbefehl. Das sichergestellte Rauschgift hat nach Angaben des Zoll einen Straßenverkaufswert von etwa 1,2 Millionen Euro. Die Drogen werden jetzt unter anderem auf ihren THC-Gehalt untersucht (das Kürzel steht für die psychoaktive Substanz Tetrahydrocannabinol, eine psychoaktive Substanz, die aus der Hanfpflanze gewonnen wird).

Mehr als zwei Zentner Betäubungsmittel, wie sie am Montag in Ladbergen entdeckt wurden, „werden über das Jahr verteilt immer wieder mal sichergestellt“, so Christian Seipenbusch. Allerdings würden derartige Mengen nicht in Personenwagen transportiert. „Dafür braucht man schon ein größeres Fahrzeug.“

Rauschgift wird verbrannt

Ungewöhnlich an dem Fund ist aus Sicht des Zollsprechers die Tatsache, dass es sich um Haschisch handelt. Aufgrund der Nähe zu den Niederlanden sei eher mit Marihuana als Schmuggelobjekt zu rechnen. Haschisch, so erläutert er auf Nachfrage der Westfälischen Nachrichten, werde eher in südlichen Ländern, beispielsweise Spanien und Marokko, angebaut.

Welches Ziel der 36-Jährige mit seiner illegalen Fracht ansteuern wollte, dazu hält sich der Zoll bedeckt. Immerhin habe auf der Route des Truckers noch eine Entladestelle in Deutschland gestanden. Das sichergestellte Haschisch bleibt zunächst als Beweismittel in einer Asservatenkammer. Nach einem möglichen Prozessende wird das Rauschgift verbrannt – ganz profan in einer Müllverbrennungsanlage.

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