Abschied aus Ladbergen: Pfarrer Ingo Göldner hält sich zu den Gründen bedeckt
„Nicht erklären, nicht beschweren“

Ladbergen -

Pastor Ingo Göldner verlässt Ladbergen. „Es hat für ihn in Ladbergen nicht so gepasst, wie er es sich gewünscht hat“, sagt sein Dienstherr André Ost, Superintendent des Kirchenkreises Tecklenburg. Was konkrete Gründe für seine Entscheidung angeht, hält sich Göldner bedeckt.

Dienstag, 19.05.2020, 18:37 Uhr aktualisiert: 20.05.2020, 15:54 Uhr
Pastor Ingo Göldner wechselt in den Kirchenkreis Gütersloh.
Pastor Ingo Göldner wechselt in den Kirchenkreis Gütersloh. Foto: Luca Pals

„Es hat für ihn in Ladbergen nicht so gepasst, wie er es sich gewünscht hat“, sagt André Ost , Superintendent des Kirchenkreises Tecklenburg, zum Abschied von Ingo Göldner . Wie berichtet, verlässt der Pfarrer die evangelische Kirchengemeinde zum 1. Juni Richtung Kirchenkreis Gütersloh.

Zu einem konkreten Grund für seinen Wechsel möchte Göldner, der siebeneinhalb Jahre lang in Ladbergen tätig war, keine Stellungnahme abgeben. „Nicht erklären, nicht beschweren“, fasst er es kurz zusammen. So habe er es auch den vielen Menschen vermittelt, die ihm in den vergangenen Wochen seit Bekanntgabe der Nachricht Anfang Mai versichert hätten, wie traurig sie über seine Entscheidung seien.

Eine ausdrückliche Begründung habe es in Göldners Antrag auf Versetzung nicht gegeben, bestätigt Martin Oelrich, Vorsitzender des Presbyteriums. Das Leitungsgremium hatte dem Antrag stattgegeben. Es sei nie schön, wenn ein Pfarrer gehe, aber „Ingo Göldner hat für sich entschieden, dass er in Zukunft nicht in Ladbergen arbeiten möchte“, fährt Oelrich fort.

Bevor Gerüchte aufkommen, ist ihm wichtig zu betonen, dass Göldner und die evangelische Kirchengemeinde im Guten auseinandergingen. „Er bleibt bei uns“, macht er deutlich, dass der scheidende Pastor auch in Zukunft in einer Wohnung der Kirchengemeinde Ladbergen leben wird. Das spreche ebenso für sich wie die Ausrichtung eines Abschiedsgottesdienstes am Pfingstsonntag , ist Oelrich überzeugt.

Nicht nur viele Gläubige bedauern den Wechsel des Gemeindepfarrers, auch André Ost als Dienstherr der Pfarrer im Kirchenkreis räumt ein, dass er mit Ingo Göldner einen geschätzten Kollegen verliere, der in den vergangenen Jahren auch als Vorsitzender des kreiskirchlichen Ausschusses für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe) aktiv war.

„Schade“ findet Pfarrerin Dörthe Philipps, dass Göldner geht. „Wir haben ganz kollegial zusammengearbeitet“, betont sie. Das Mehr an Arbeit, das auf sie zukäme, weil die Pfarrstelle nicht wieder besetzt wird, werde der Kirchenkreis durch den Einsatz von Miriam Seidel, Pfarrerin im Entsendungsdienst, kompensieren, kündigt Superintendent Ost an.

Seidel ist mit der Kirchengemeinde Ladbergen vertraut, weil sie vor wenigen Jahren Dörthe Philipps während deren Elternzeit vertreten hatte. Erfahrung im Süden des Kirchenkreises hat sie zudem, weil sie seit einigen Monaten den Vertretungsdienst für Pfarrerin Susanne Nickel übernimmt, die bekanntermaßen ebenfalls zum 1. Juni die evangelische Kirchengemeinde Lienen verlässt.

Göldner hat wie seine Kollegin Dörthe Philipps eine 75-Prozent-Stelle. Eine Aufstockung auf 100 Prozent sei möglich, aber im Augenblick für sie kein Thema, erklärt Philipps auf Anfrage. „Mit zwei Kindergartenkindern geht das nicht“, stellt sie klar. In fernerer Zukunft schloss sie diesen Schritt nicht aus.

Der Abschiedsgottesdienst für und mit Pastor Ingo Göldner ist am Pfingstsonntag, 31. Mai, um 10 Uhr in der evangelischen Kirche Ladbergen. Wegen der Corona-Pandemie gebe es im Anschluss keinen Empfang, bedauert Presbyteriumsvorsitzender Martin Oelrich.

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