Waldmeister: Wenig Arbeit im Garten, viel Geschmack in Speisen und Getränken
Mehr als Götterspeise und Brause

Ladbergen -

Stefanie Fornfeist liebt ihren Garten und hat jede Menge Ideen, was sie aus den vielen verschiedenen Pflanzen zaubern kann. Heute hat sie einen Tipp für den Sommer parat. Waldmeister-Pannacotta.

Mittwoch, 20.05.2020, 18:49 Uhr aktualisiert: 22.05.2020, 18:38 Uhr
Sommerlicher Genuss: Pannacotta mit Erdbeeren und Limonade, verfeinert mit Waldmeister
Sommerlicher Genuss: Pannacotta mit Erdbeeren und Limonade, verfeinert mit Waldmeister Foto: Dietlind Ellerich

In ihrem Heimatgarten am Münsterweg ist Stefanie Fornfeist in ihrem Element. Zwar hat die Kräuterpädagogin, Naturgenussführerin und staatlich geprüfte Hauswirtschafterin wegen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Auflagen alle Veranstaltungen für dieses Jahr absagen müssen, Arbeit und Freude daran hat sie dennoch. Egal ob Blüte, Ernte oder die Zubereitung von Köstlichkeiten, irgendetwas ist immer zu tun.

Im zweiten Teil unserer Serie geht es um den Waldmeister, den viele in Brausepulver oder grüner Götterspeise vermuten. Darin sei aber nur künstliches Aroma, räumt Fornfeist mit dem Vorurteil auf. Nur im Waldmeister stecke der Pflanzenstoff Cumarin, der für den wunderbaren Duft verantwortlich sei. Dass der Waldmeister mit seinem vierkantigen Stängel und seinen quirlständigen Blättern gut riecht, verrät schon sein lateinischer Name.

„Galium odoratum“ nennen die Fachleute die Pflanze, die wie der Färbermeister, das Echte Labkraut und das Wiesenlabkraut zur Familie der Rötegewächse gehört.

Waldmeister ist nicht essbar

Mit dem Duft, der beim Trocknen oder Welken der Pflanze entsteht, kann der Waldmeister punkten. Aber auch nur damit, denn „Waldmeister ist nicht essbar und ausschließlich zur Aromatisierung von Speisen und Getränken geeignet“, stellt Stefanie Fornfeist klar. Vorsicht ist geboten! Ihre Faustregel lautet „Auf einen Liter Flüssigkeit nie mehr als zehn Stängel verwenden“.

Er schmeckt nicht nur in der Maibowle, sondern auch in Saft, Milch, Likör und Desserts wie Pannacotta (siehe Rezept).

Der Verzehr von Pflanzenteilen hingegen könne zu Benommenheit und Kopfschmerzen und in großen Mengen zu Leberschäden führen, warnt sie.

Viel gibt es bei der Anwendung zu bedenken. Im Garten sei der Waldmeister aber ein recht anspruchsloser Gast.

Ihm reiche ein Platz im lichten Schatten, und er wachse besonders gut, je häufiger man ihn ernte, rät die Fachfrau. Sammeln sollte man Waldmeister nur bis zum Beginn der Blüte im Mai. Danach wird er bitter, gibt sie zu bedenken.

Die staatlich geprüfte Hauswirtschafterin schaut auch gerne hinter die Kulissen ihrer Pflanzen, und da tut sich das eine oder anderen Kuriosum auf. So gebe es unter anderem eine ganze Palette von Antworten auf die Frage, woher der Name des Gewächses komme. Sie reichen von „erste und wichtigste Pflanze des Waldes“ über „Pflanze von großer Heilkraft“ bis hin zu „Waldmeiserich“, einem altdeutschen Wort für Waldmoos, hat Stefanie Fornfeist herausgefunden.

Und dass „unsere Vorfahren glaubten, der wunderbare Duft erfreue das Herz und stimme griesgrämige Menschen fröhlich“, sorge ebenfalls immer wieder für ein Schmunzeln, verrät die Kräuterpädagogin - ebenfalls lächelnd.

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