Kreuzstele an der Kirche wird restauriert
Einsatz für Erhalt des Ehrenmals

Ladbergen -

Seit Anfang Mai ist die Kreuzstele an der evangelischen Kirche eingerüstet. Heimatverein, Kirchengemeinde und Kommune haben für die professionelle Restaurierung des Ehrenmals für einen Steinmetz aus Reckenfeld entschieden.

Dienstag, 02.06.2020, 18:46 Uhr aktualisiert: 03.06.2020, 15:46 Uhr
Der Presbyteriumsvorsitzende Martin Oelrich zeigt, wie weit die aufwendige Restaurierung am Ehrenmal an der evangelischen Kirche schon fortgeschritten ist. Ende des Monats soll sie abgeschlossen sein.
Der Presbyteriumsvorsitzende Martin Oelrich zeigt, wie weit die aufwendige Restaurierung am Ehrenmal an der evangelischen Kirche schon fortgeschritten ist. Ende des Monats soll sie abgeschlossen sein. Foto: Dietlind Ellerich

Die Kreuzstele vor der evangelischen Kirche war in die Jahre gekommen, Restaurierungsbedarf dringend geboten. „Jetzt passiert, Gott sei Dank, etwas“, sagt Heinrich Lagemann . Viele Jahre lang hatte sich der Vorsitzende des Heimatvereins Ladbergen gemeinsam mit seinen Mitstreitern unermüdlich dafür eingesetzt, dass die Stele, die der Kriegerverein Ladbergen im Jahr 1873 in Erinnerung an die Gefallenen der Kriegsjahre 1864, 1866 und 1870/71 hatte aufstellen lassen, restauriert wird, bevor sie völlig ruiniert ist.

Lagemann musste erst in Erfahrung bringen, wem die Stele gehört. Da Kirche und Heimatverein als Eigentümer ausschieden, hätte sich die Gemeindeverwaltung für zuständig erklärt.

Immer wieder habe er den Verantwortlichen, auch der Kirche, auf die Füße getreten, die Reaktion sei verhalten gewesen, erinnert sich Lagemann, dem der Erhalt des Ehrenmals am Herzen liegt. Der Verein habe aber nachgebohrt. Jetzt freuen sich Vorstand und Mitglieder, dass es etwas wird.

Seit gut einem Monat wird an dem Ehrenmal gewerkelt. „Es ist eine langwierige Arbeit“, weiß auch Martin Oelrich, Vorsitzender des Presbyteriums der Kirchengemeinde, die bei dem Projekt ebenso im Boot ist wie die Kommune und der Heimatverein.

Immer wieder seien in der Vergangenheit Restaurierungsversuche begonnen wurden, die dem Erhalt nicht zuträglich waren. Lagemann bestätigt, dass der Baumberger Sandstein immer wieder übertüncht wurde. „Der Stein muss atmen können, den darf man nicht versiegeln“, macht er deutlich.

Damit die Arbeiten fachgerecht erledigt werden, wurde der Betrieb Naturstein Häder aus Reckenfeld beauftragt. Weshalb die Arbeiten am Ehrenmal voraussichtlich erst Ende des Monats abgeschlossen werden können, erklärt Häder-Mitarbeiter Manuel Rosenthal : Bei einer Restaurierung sei vor Jahren versucht worden, den mürbe gewordenen Stein mit Zementmörtel zu ergänzen. „Da dieser viel zu hart ist, entstanden neue Schäden“, weiß der Steinmetz.

Aktuell bringen die Fachleute Restaurierungsmörtel auf, der auf die Eigenschaften des Sandsteins abgestimmt sei. Dieser müsse einige Tage trocknen, bevor die Fachleute weiter arbeiten können, beschreibt Rosenthal den langwierigen Prozess. Danach werde Schlämme aufgebracht und das Ganze lasiert, fährt er fort.

Da auf der der Kirche zugewandten Seite zudem die Schrift kaum mehr zu lesen war, werde eine neue Vierung eingearbeitet, erklärt der Steinmetz, was darüber hinaus zu tun ist.

Ob die Restaurierung zum Monatsende beendet werden kann, ist auch vom Wetter abhängig. Zum Einen muss die Masse immer wieder richtig aushärten, bevor die Fachleute weiter arbeiten können, zum Anderen darf es auch nicht zu heiß sein.

Der Verein wünscht sich für den Sommer eine Feier zur Einweihung des Ehrenmals, sofern die Corona-Situation dies zulasse.

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