Initiative „Zusammen Vielfalt schaffen“
Mit kleinen Schritten viel bewegen

Ladbergen -

„Zusammen Vielfalt schaffen“ heißt eine Initiative für den Erhalt und die Förderung der Artenvielfalt in Ladbergen. Sie hat bereits viele Unterstützer.

Mittwoch, 08.07.2020, 20:51 Uhr aktualisiert: 09.07.2020, 15:24 Uhr
Silke Groenewold (Bild oben, links) und Sandra Blumenthal-Balsbering freuen sich, wenn es blüht und grünt wie auf dem Blühstreifen an der Kirche. Mit den Nachbarn hat Sandra Blumenthal-Balsbering in der Siedlung eine Baumscheibe bepflanzt. Klatschmohn (unten rechts) und Lavendel (unten links) ziehen Insekten an.
Silke Groenewold (Bild oben, links) und Sandra Blumenthal-Balsbering freuen sich, wenn es blüht und grünt wie auf dem Blühstreifen an der Kirche. Mit den Nachbarn hat Sandra Blumenthal-Balsbering in der Siedlung eine Baumscheibe bepflanzt. Klatschmohn (unten rechts) und Lavendel (unten links) ziehen Insekten an. Foto: Michael Baar/privat

Umweltschutz, das ist das Anliegen von Silke Groenewold . Die Ladbergerin hat schon viel Energie in dieses Feld gesteckt, ein vorläufiges Förderkonzept für die Artenvielfalt erstellt. „Das habe ich vor ungefähr eineinhalb Jahren Rat und Verwaltung vorgelegt“, erzählt sie. Das Ergebnis? „Interesse war da, aber mit der Umsetzung taten sie sich schwer“, blickt sie zurück.

Vielleicht wäre Silke Groenewold eine einsame Ruferin nach Artenschutz und -vielfalt geblieben. Doch bei einer Veranstaltung zum Dorfinnenentwicklungskonzept (Diek) trifft sie Sandra Blumenthal-Balsbering. Die Frauen kommen ins Gespräch, stellen viele Gemeinsamkeiten in Sachen Naturschutz fest. Als Dritter im Bund stößt Dr. Wolfgang Hungerberg dazu und das Trio gründet die Initiative „Zusammen Vielfalt schaffen“ für den Erhalt und die Förderung der Artenvielfalt in Ladbergen.

„Wir haben viele Unterstützer“, freut sich Sandra Blumenthal-Balsbering. Nicht nur das. In Einzelfragen würden ihnen wechselnd Menschen zur Seite stehen, die „viel Fachkompetenz mit einbringen“, erzählt sie. Was die beiden Frauen im Gespräch unter anderem darauf zurückführen, dass sie mit vielen kleinen Schritten etwas bewegen wollen.

Bäumen hilft es sehr, wenn Anlieger mal eine Kanne Wasser spendieren.

Sandra Blumenthal-Balsbering

Denn nicht immer wird sofort „Hurra“ geschrien, wenn es um Umweltschutz geht. Sandra Blumenthal-Balsbering erinnert sich an die Zeit, als sie mit ihrer Familie nach Ladbergen gezogen ist. In der Siedlungsstraße standen Bäume mit entsprechenden Freiflächen darum. Die waren allerdings nicht nur nicht gepflegt, sondern im Lauf der Zeit zu einer Art Müllhalde geworden. Zigarettenkippen, Hundekot und anderer Unrat fand sich dort.

Die Neu-Ladbergerin macht sich mit ihrem Mann daran, die Baumscheibe zu säubern, setzt dann Stauden und niedrige Gehölze mit hohem Nutzen für Insekten. „Den ästhetischen Ansprüchen von gepflegt und ordentlich muss es natürlich auch genügen“, lacht sie. Schnell schauen die ersten Nachbarn neugierig zu, fragen, kommentieren. „Am Ende haben alle mit angepackt, ihre Ideen eingebracht und dann haben wir natürlich nicht nur die Pflanzen gegossen“, erzählt sie.

Aber es muss nicht immer gleich gepflanzt werden. „Die vergangenen beiden Jahre waren sehr trocken. Da hilft es Bäumen sehr, wenn ein Anlieger mal eine Kanne Wasser spendiert“, beschreibt Silke Groenewold einen anderen Aspekt, wie mit wenig viel erreicht werden könnte.

Eigentlich, da sind sich die beiden Frauen einig, sei es ein ständiger Prozess. „Dafür müssen wir immer werben, aber auch Kompromisse eingehen können“, stellen sie fest. Denn auch Kompromisse könnten ökologisch wertvoll sein.

Die Idee von Patenschaften für einzelne Beete oder Bäume in Siedlungen hat es in Ladbergen schon einmal gegeben. „Das ist dann wieder eingeschlafen“, bedauert das Duo. Dennoch wollen sie diese Idee wieder aufgreifen. Auch Firmen könnten etwas für den Artenschutz tun, wenn sie kleine Freiflächen auf dem Gelände mit insektenfreundlichen Gewächsen begrünen würden. Die beiden Frauen haben noch viele Ideen.

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