1950: Ladbergen wird 1000, der Schützenverein Hölter 30 Jahre alt
Von Neuanfang und Todesfällen

Ladbergen -

Der Schützenverein Ladbergen-Hölter ist vor 100 Jahren gegründet worden. Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass alle für das Jubiläumsjahr geplanten Veranstaltungen abgesagt werden mussten. In einer Serie geben die Westfälischen Nachrichten, in Zusammenarbeit mit dem Verein, Einblick in die vergangenen 100 Jahre.

Dienstag, 28.07.2020, 19:13 Uhr aktualisiert: 29.07.2020, 16:24 Uhr
Gustav und Margarete Ehmann waren die Majestäten des Jahres 1950, als der Verein 30 Jahre alt wurde.
Gustav und Margarete Ehmann waren die Majestäten des Jahres 1950, als der Verein 30 Jahre alt wurde. Foto: Schützenverein

Der Schützenverein Ladbergen-Hölter ist vor 100 Jahren gegründet worden. Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass alle für das Jubiläumsjahr geplanten Veranstaltungen abgesagt werden mussten. In einer Serie geben die Westfälischen Nachrichten , in Zusammenarbeit mit dem Verein, Einblick in die vergangenen 100 Jahre.

Die Einweihung des Ehrenmals auf einem von Hermann Erpenbeck zur Verfügung gestellten Grundstück ist nicht die einzige Bautätigkeit der Hölteraner Schützen im Jahr 1924. In Kattmanns Tannenwäldchen wird ein Schießstand gebaut. Der bleibt aber nur – ein sichtbares Zeichen für den Aufschwung des Vereins – zehn Jahre in Betrieb. Dann muss ein neuer Stand gebaut werden. Auch dafür stellt Hermann Erpenbeck ein Areal zur Verfügung.

In diesem Jahr wird der Schützenball auf einen späteren Termin verschoben. Grund dafür ist ein schweres Unglück, bei dem drei Menschen ums Leben kommen. Während der Drescharbeiten auf dem Moor gerät am 10. August 1934 das Haus des Landwirts Otto Stienecker in Brand. In den Folgejahren unternimmt die Schützenfamilie auch Ausflüge. Als der Vorsitzende Friedrich Henschen am 7. Mai 1939 zum neuen König proklamiert wird ahnt niemand, dass keine vier Monate später der Zweite Weltkrieg ausbricht. Das Vereinsleben kommt zum Erliegen.

Knapp zehn Jahre später geht es weiter – unter der Aufsicht der britischen Militärregierung. Die schrieb vor, dass der Verein neu gegründet werden müsse, alle Vorstandsmitglieder entnazifiziert sein müssten. Am 27. Februar 1949 fand die Versammlung statt. Die neuen Vorstandsmitglieder wurden in offener Wahl bestimmt. „Viele Vorschläge, aber auch viel Ablehnung der Betroffenen waren die Folge“, heißt es in der Chronik. Friedrich Jakob-Elshoff wurde zum Vorsitzenden gewählt. Nachdem das Vorstandsteam komplett war, trugen sich die anderen 54 Anwesenden in die Mitgliederliste ein. Damit war die Neugründung des Schützenvereins Hölter vollzogen.

Wie schon beim ersten Schützenfest im Jahr 1921 wurde am 7. und 8. Mai 1949 mit Pfeil und Bogen, allerdings in etwas modernerer Form einer Armbrust, der neue König ermittelt. Gustav Hullmann war am treffsichersten, sicherte sich die Königskette als erste Nachkriegs-Majestät.

Viel zu feiern gab es im Jahr 1950. Der Schützenverein Hölter zählte im Jahr seines 30-jährigen Bestehens rund 150 Mitglieder. Zum Schützenfest waren zehn Nachbarvereine gekommen, um König Gustav Ehmann zu gratulieren. In diesem Jahr wurde auch 1000 Jahre Ladbergen gefeiert.

In den nächsten Jahren wurde der Verein mehrmals von tragischen Unglücksfällen erschüttert. So verunglückte der König des Jahres 1951, Werner Jakob-Elshoff, wenige Wochen nach der Scheibenübergabe tödlich. Reinhold Kattmann, Majestät des Jahres 1953, kam zwei Jahre später ebenfalls bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7512146?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F173%2F
Nachrichten-Ticker