Neuer Schießstand und Ehrennadeln
Ab 1960 wird Theater gemacht

Ladbergen -

100 Jahre Schützenverein Hölter. In diesem Zeitraum ist viel passiert, über das sich zu berichten lohnt. Beispielsweise über die Theatergruppe, die ab 1960 auf den Brettern steht, die angeblich die Welt bedeuten.

Freitag, 31.07.2020, 06:34 Uhr aktualisiert: 31.07.2020, 15:48 Uhr
Im Jubiläumsjahr 1970 wird Egon Dönninghaus König, er bittet seine Frau Margret zu sich auf den Thron. Rechts in der Kutsche das Ehrenpaar Annette und Gerd Ehmann.
Im Jubiläumsjahr 1970 wird Egon Dönninghaus König, er bittet seine Frau Margret zu sich auf den Thron. Rechts in der Kutsche das Ehrenpaar Annette und Gerd Ehmann. Foto: Schützenverein Hölter

Der Schützenverein Ladbergen-Hölter ist vor 100 Jahren gegründet worden. Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass alle für das Jubiläumsjahr geplanten Veranstaltungen abgesagt werden mussten. In einer Serie geben die Westfälischen Nachrichten , in Zusammenarbeit mit dem Verein, Einblick in die vergangenen 100 Jahre.

Gut 30 Jahre hat der Schießstand in Kattmanns Tannenwäldchen gute Dienste geleistet, dann musste ein neuer her. 1955 fasste der Schützenverein Hölter den Beschluss, zwei Jahre später wurde der neue Stand – unter freiem Himmel – fertiggestellt. Friedhelm Haverkamp war dann der erste „Freiluft“-Schützenkönig.

Stillstand war schon damals für die Hölteraner ein Fremdwort. 1958 wurde das erste KK-Gewehr gekauft, seit 1959 werden treue Mitglieder mit einer Ehrennadel ausgezeichnet. Im Jahr 1960 dann die nächste Premiere: Die Theatergruppe wurde gegründet und führte am 30. April das Stück „Opa wäd verkaofft“ auf. Im Folgejahr wurde das Stück weitere vier Mal gespielt.

Mit Blick auf das Jubiläumsjahr 1970 kommen Überlegungen zum Neubau einer Schießanlage mit Kleinkaliber- und Luftgewehr-Stand sowie Schießhalle auf. Die Kosten werden mit 25 000 Mark veranschlagt, 17 000 Mark soll der Verein übernehmen. Die sollen von den Mitgliedern aufgebracht werden. Deren Anteil von 100 Mark konnte auch abgearbeitet werden.

Zum Jubiläumsfest dann eine Überraschung. Die Familie Haarlammert verpachtete ihre Gastronomie. Erleichterung, als der neue Wirt Rudi Hollenberg zusichert, die Betreuung als Vereinswirt fortzusetzen. Vier Kapellen und Abordnungen von rund 25 Vereinen feiern Jubiläumskönig Egon Dönninghaus und seine Frau Margret, inklusive eines Festumzugs durch die Erpenbecker Siedlung, über Imkerweg und Münsterweg zum Festplatz am „Heideblümchen“.

Textiles war in den folgenden Jahren neu beim Schützenverein Hölter. Ab 1973 wurden Vereinsuniformen eingeführt, im Jahr 1977 eine neue Vereinsfahne angeschafft. Ein Jahr später veranstaltet der Heimatschützenbund seine Schießwettbewerbe zum Heimatschützenfest in Ladbergen im Schießstand in Hölter.

1980 übernahm Dieter Haarlammert das „Heideblümchen“ wieder in Familienhand, die Hölteraner hatten einen neuen Vereinswirt. Im Jahr darauf wurde in Ladbergen das erste Dorfschützenfest gefeiert. Durch eine Satzungsänderung wurden die Vorstandsmitglieder fortan für zwei Jahre gewählt.

Die Theatergruppe studierte 1983 wieder ein Theaterstück ein, dass beim zweiten Ladberger Dorfschützenfest 1984 eine umjubelte Premiere feierte. „Roland sall fleigen“ hieß das Stück, zweiter und zugleich letzter Dorfschützenkönig wurde Walter Gnoza.

Im Jahr des 70-jährigen Bestehens zählte der Schützenverein Hölter 237 Mitglieder. Weitere gesellige Zusammenkünfte reicherten den Terminkalender an. Dazu gehörten Fahrradrallyes ebenso wie eine Männer-Modenschau. Zwei Jahre später kamen Ausflüge und Mehrtagesfahrten hinzu, in deren Verlauf 15 der 16 Bundesländer besucht wurden. Die letzte Fahrt fand 2011 statt.

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