Wäscherei und Heißmangel Rehkopf schließt Ende Oktober
Nach 53 Jahren ist Schluss

Ladbergen -

Für Waltraud Rehkopf war es wahrlich eine schlimme Nachricht: Die Wäscherei und Heißmangel, die Jahrzehnte in eigener Hand war, wird wegen Geschäftsaufgabe schließen. Ende Oktober ist es soweit. Was 1967 unter der Leitung der Ladbergerin begann, wird dann Geschichte sein. Grund – wie so oft in diesem Jahr – ist Corona.

Dienstag, 15.09.2020, 18:41 Uhr aktualisiert: 16.09.2020, 16:52 Uhr
Susanne Ehmann und Waltraud
Susanne Ehmann und Waltraud Foto: Luca Pals/Privat

Für Waltraud Rehkopf ist es wahrlich eine traurige Gewissheit: Die Wäscherei und Heißmangel, die Jahrzehnte in eigener Hand war, wird wegen Geschäftsaufgabe schließen. Ende Oktober ist es soweit. Was 1967 unter der Leitung der Ladbergerin begann, wird dann Geschichte sein. Grund – wie so oft in diesem Jahr – ist Corona.

Seit 53 Jahren können sich zahlreiche Stammkunden auf ihre Wäscherei und Heißmangel im Ortskern verlassen: „Unsere Qualität ist auch über die Grenzen von Ladbergen hinaus bekannt. Wir haben viele Kunden aus Ibbenbüren, Greven, Münster und anderen Städten, weil sich unser guter Ruf schnell rumgesprochen hat“, sagt Rehkopfs Tochter Susanne Ehmann , die das Geschäft im Januar 2010 in zweiter Generation übernommen hat.

Im Gespräch mit den WN führt sie aus: „Zu den Stammkunden zählen Privatpersonen, aber vor allem Gastronomie und Restaurants. Sie haben den größten Anteil unseres Umsatzes ausgemacht.“ Dass Corona dem Unternehmen mit aktuell fünf Mitarbeiterinnen das Genick gebrochen hat, ist nun schnell erklärt: Hotels und Restaurants mussten lange Zeit schließen und lieferten deshalb zum Beispiel keine Tischdecken für Feierlichkeiten mehr an.

Zudem hatten viele Privatpersonen Angst, vor die Tür zu gehen, erledigten nur das Nötigste. Dazu gehörte eben nicht der Gang in die Wäscherei.

Ehmann gibt zu: „Von 30 Stunden pro Woche sind zwei Stunden übrig geblieben. Damit hatten wir in diesem Umfang auch nicht gerechnet“, sagt sie, während Mutter Waltraud gleichzeitig den Kopf schüttelt und sagt: „Für mich hat die Mangel einfach alles bedeutet. Die Arbeit hat mir Spaß gemacht, und es stecken so viel Erinnerungen darin.“

Während der ersten drei „Corona-Monate“ (März, April und Mai) seien die Einnahmen dramatisch eingebrochen, bedauert Ehmann. Und Rehkopf räumt ein: „Wir hatten um die 90 Prozent Verlust.“ Je weiter die Zahlen in den Keller gingen, desto mehr setzte sich der Gedanke einer Schließung in den Köpfen der beiden Frauen fest: „Ich habe mich dann auf eine Stellenausschreibung beworben und die Anstellung bekommen. Also war klar, dass wir den Laden schließen“, schildert Ehmann.

Und so macht das Geschäft Ende des kommenden Monats dicht. Am 23. Oktober ist Annahmeschluss. Bis dahin werden alle Kunden gebeten, ihre Wäsche abzuholen: „Wir haben noch einen Berg hier liegen.“

Mit der Schließung des Geschäftes habe man es sich nicht leicht gemacht, versichern die Frauen. Von den fünf Mitarbeiterinnen müssten sich zwei anderweitig umschauen, die anderen hätten bereits das Rentenalter erreicht. Susanne Ehmann lobt ihre Mitarbeiterinnen: „Sie haben das immer sehr gut gemacht. Auch ihnen wird das fehlen.“ So sehen es auch die Stammkunden. Ehmann sagt: „Alle bedauern es sehr. Einigen haben wir „Textil Böhmer“ empfohlen. Die haben noch eine Annahmestelle im Ort.“

Die langjährigen Inhaberinnen – erst Waltraud Rehkopf, dann Susanne Ehmann – wohnen direkt an der Arbeitsstelle. Ehmann sagt: „Das war früher schon ganz toll. Als wir von der Schule kamen, war Mama vor Ort, wir konnten gemeinsam essen, und sie hat uns bei den Hausaufgaben geholfen.“ Sie ergänzt: „Deswegen wollte ich es dann auch übernehmen. So konnte ich ebenfalls für meine Tochter vor Ort sein.“

Am 2. Februar 1967 eröffnete Waltraud Rehkopf mit einer Mitarbeiterin das Geschäft, in derselben Straße, aber in einem „Schuppen gleich nebenan.“ Einige Jahre später baute die Familie das Wohnhaus und integrierte die Heißmangel dort 1978. An der Arbeitsweise habe sich in den vielen Jahren wenig geändert. Kunden und Arbeit waren immer genügend da. Das Einzige, was sich verändert habe, seien die Maschinen gewesen, so Rehkopf.

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