Pindakaas Saxophon Quartett gastiert
Reise durch Europa in 28 Tagen

Ladbergen -

Nach einem halben Jahr Corona-Zwangspause trafen sich alle Schüler und Lehrer der Grundschule in der Sporthalle und genossen gemeinsam eine musikalische Reise durch Europa. Zu Gast war das Pindakaas Saxophon Quartett, das gemeinsam mit zwei Schauspielern auf der Bühne stand.

Donnerstag, 24.09.2020, 18:50 Uhr aktualisiert: 25.09.2020, 17:39 Uhr
Während Phileas Fogg (am Boden) und Jean Passepartout (rechts) kein Fortbewegungsmittel ausließen, hatten die Saxophonisten
Während Phileas Fogg (am Boden) und Jean Passepartout (rechts) kein Fortbewegungsmittel ausließen, hatten die Saxophonisten Foto: Dietlind Ellerich

„Er wettet schon wieder“, dieser Stoßseufzer eines Musikers ist der Auftakt zu einer Reise, zu der das Pinderkaas Saxophon Quartett am Donnerstag gemeinsam mit den Schauspielern Frank Dukowski als Phileas Fogg und Marcell Kaiser als dessen Kammerdiener Jean Passepartout in der Sporthalle der Grundschule aufbricht. „In 28 Tagen durch Europa“ heißt das Theaterstück, das nicht nur Jules Vernes Roman „In 80 Tagen um die Welt“ um eine Wette weiterspinnt, sondern auch den 326 Kindern und ihren Lehrern Europa in all seinen Facetten zeigt.

Von England startet das ungleiche, aber bestens aufeinander eingespielte Duo über den Ärmelkanal, setzt sich in Frankreich in den Orient-Express Richtung Wien, um über die Donau in Ungarn und Rumänen zu landen. Nach einem Zwischenstopp in Finnland führt die Route in den Süden Europas, wo es Stationen in Spanien, Italien und Griechenland macht, bevor es über Irland und England in Brüssel ankommt.

Von Kaiserschmarrn, Pommes und Paprika über Walzer, Tango und Sirtaki bis zu Bach, Beethoven und Brahms deckte die Inszenierung die gesamte Palette der kulinarischen, geografischen und musikalischen Aspekte Europas ab. Da ging es im Walzer über Johann Strauss‘ „An der blauen Donau“. Nicolai Rimsky-Korsakoffs „Hummelflug“ bot die Startrampe für den „Fledermausflug“ von Rumänien nach Finnland. Passend musikalisch untermalt waren auch griechischen Götter mit Richard Strauss‘ „Zarathustra“, Stierkämpfe mit Georges Bizet und die weiteren Stationen, an denen Fogg und Passepartout Halt machten.

Wie klangvoll seine Toccata Dracula begleitete, hatte Bach bei der Komposition wohl nicht auf dem Schirm gehabt, und dass Beethovens „Ode an die Freude“ einmal Europahymne werden würde, war zu Lebzeiten des Komponisten auch Zukunftsmusik.

Das einstündige Spektakel kam beim Publikum bestens an. Für die Kinder war die spannende Aufführung in der Sporthalle auch insofern ein Highlight, weil es das erste Treffen nach einem halben Jahr war, zu dem alle zusammenkamen. Wegen der Corona-Pandemie habe es zuvor nur Zusammenkünfte innerhalb von kleinen Gruppen gegeben, erinnerte Schulleiterin Dr. Ulrike Itze-Helsper an den besonderen Augenblick, den sie sogar ohne Mund-Nasen-Masken genießen durften, sobald sie einmal ihre Plätze auf der Tribüne eingenommen hatten.

Itze-Helsper war nach den langen Monaten Ausnahmezustand heilfroh, dass wieder ein Stück Normalität in den Schulalltag Einzug hielt. Das Gastspiel des Ensembles konnte aus dem Schulentwicklungspreis „Gute gesunde Schule“ finanziert werden, den die Grundschule vor vier Jahren gewonnen hatte. Mit weiteren 500 Euro unterstützte die Ladberger Geschäftsstelle der Kreissparkasse den Auftritt.

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