Von der Skepsis gegenüber der Kartoffel bis zum beliebten Lebensmittel
Salat, Gratin oder auch mal Brot

Ladbergen -

Im letzten Teil unserer Serie „Mein Heimatgarten“ geht es um die Kartoffel, die erst im 16. Jahrhundert nach Europa kam und heute vom Speiseteller nicht mehr wegzudenken ist

Freitag, 25.09.2020, 18:31 Uhr aktualisiert: 25.09.2020, 18:40 Uhr
Kartoffeln lockern den Boden auf. Umso einfacher kann man sie im Herbst ernten.
Kartoffeln lockern den Boden auf. Umso einfacher kann man sie im Herbst ernten. Foto: Dietlind Ellerich

Kartoffeln kamen erst im 16. Jahrhundert aus Südamerika nach Europa. „Das neue Gemüse hatte es in den heimischen Küchen sehr schwer“, sagt Hauswirtschafterin Stefanie Fornfeist , während sie unermüdlich erntet. Im letzten Teil unserer Serie „Mein Heimatgarten“ stehen die köstlichen Knollen im Mittelpunkt, die einst den Europäern schmackhaft gemacht werden mussten.

Die Skepsis wich der Neugierde, nachdem Friedrich der Große zu einer List gegriffen hatte. Er hatte ein Kartoffelfeld von Soldaten bewachen lassen, sodass die Bauern glaubten, dass da etwas ganz Besonderes wuchs, weiß Fornfeist. Mit den großen Hungersnöten im 18. Jahrhundert seien die Erdäpfel dann zum Hauptnahrungsmittel der Bevölkerung geworden und heute vom Speiseteller nicht mehr wegzudenken, fährt sie fort.

Bratkartoffeln, Pommes, Salat, Gratin, die Arten der Zubereitung sind vielfältig, und Stefanie Fronfeist ist sicher, dass für jeden etwas dabei ist. Wichtig sei aber, die richtige Sorte zu nehmen. „Für Salat, Gratin oder Bratkartoffeln, also alle Speisen, in denen man die Kartoffelscheiben noch erkennen soll, nimmt man am besten festkochende Sorten“, rät sie. Für Kartoffelbrei sowie Suppe und Klöße eigneten sich mehlig kochende Sorten.

Die Hauswirtschafterin gibt zu bedenken, dass die Knollen viele Kohlenhydrate enthielten und deshalb besser in Maßen zu genießen seien. „Am gesündesten für unseren Organismus sind frische, ungeschält gekochte Kartoffeln“, fährt sie fort und warnt vor fertigen Kartoffelerzeugnissen, die oft zu energiereich seien und zu viel Fett und Zucker enthielten.

Punkten kann die Kartoffel mit ihrem unkomplizierten Anbau. Einfach Mitte April in die Erde stecken und im Herbst ernten, mit der Gewissheit, dass „die leckersten Kartoffeln aus dem eigenen Garten kommen“, erklärt Fornfeist, wie es geht.

Für die Betreiberin des Heimatgartens steckt die Kartoffel zudem voller Erinnerungen an die eigene Kindheit. „Noch als ich klein war, wurden in den Selbstversorgergärten die Kartoffeln mit der Forke gerodet und von Hand eingesammelt. Am Abend harkte der Vater das verbliebene Kartoffellaub zu einem großen Haufen zusammen und entzündete es in der Dämmerung. Auf einen Stock gesteckt wurden dann einige Kartoffeln im Feuer gegart, bis sie außen schwarz waren und noch heiß mit etwas Butter und Salz oder Quark verspeist“, gerät sie ins Schwärmen.

Lecker ist auch das Kartoffelbrot, das Fornfeist für den Termin mit den WN frisch gebacken hat (Rezept siehe unten).

Ein gutes halbes Jahr lang hat unsere Zeitung die Frau mit dem grünen Daumen in ihrem Heimatgarten im Ladberger Außenbereich begleitet. Für Fornfeist war es ein herausforderndes Jahr, weil sie alle Veranstaltungen absagen musste.

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