40 Jahre Kirche St. Christophorus und Ausstellung
Werke mit starken Botschaften

Ladbergen -

Vor 40 Jahren wurde die Kirche St. Christophorus eingeweiht. Das wurde mit einem besonderen Gottesdienst und einer Ausstellung gefeiert.

Sonntag, 11.10.2020, 20:20 Uhr aktualisiert: 12.10.2020, 17:34 Uhr
Hartwig Paul sprach vor den Besuchern des Festgottesdienstes über seine Frau Gisela und ihr künstlerisches Schaffen.
Hartwig Paul sprach vor den Besuchern des Festgottesdienstes über seine Frau Gisela und ihr künstlerisches Schaffen. Foto: Anne Reinker

Ein ganz besonderer Gottesdienst in gleich dreifacher Hinsicht wurde am Sonntag in der Kirche St. Christophorus gefeiert. Mit Erntedank, dem 40-jährigen Weihejubiläum des katholischen Gotteshauses sowie der Eröffnung einer Ausstellung mit Werken von Gisela Paul war es nicht verwunderlich, dass die Messe unter Berücksichtigung der besonderen Corona-Regeln sehr gut besucht war.

Mit dem Provisorium eines Zeltes verglich Pater Hans-Michael Hürter das Kirchengebäude. „Es hat die gleiche Dynamik, eine ständige Veränderung und ist damit eine große Herausforderung für die Kirche“, sagte er. Er gedachte derer, die vor 40 Jahren am Bau dieser Kirche mitgewirkt haben. Sein Dank galt auch Hartwig Paul , der diesen besonderen Tag mit den Werken seiner 2014 verstorbenen Frau Gisela Paul bereicherte.

Sie hat bei mir das Mitgefühl gestärkt für die Menschen am Rande.

Hartwig Paul

Nicht gängige, schöne Bilder für die Wand, dafür aber mit starken Botschaften geprägte Werke schuf Gisela Paul mit unterschiedlichen Materialien. Besonders dürften die Exponate ins Auge fallen, die sie aus ausgedienten Gegenständen und Schrottteilen machte. Darauf ging Hartwig Paul ein, der eine Rede vorlas, die Gisela Paul anlässlich der Eröffnung der Christuskirche in Ibbenbüren geschrieben hat.

Die ersten Lebensjahre der Ladbergerin waren von Krieg und Flucht geprägt und hatten maßgeblichen Einfluss auf ihre künstlerische Entwicklung, wie durch die Lesung von Hartwig Paul deutlich wurde. Zu einem großen Teil aber auch sind die Eindrücke hinein geflossen, die das Ehepaar in den drei Jahren machte, die es für die Entwicklungshilfe in Sambia lebte. Dort verbrachten Gisela und Hartwig Paul gemeinsam mit ihren drei Kindern Anfang der 1970er Jahre eine Zeit mit vielen intensiven Erlebnissen. „Sie hat bei mir das Mitgefühl gestärkt für die Menschen am Rande“, las Hartwig Paul aus der Ansprache seiner Frau vor. Für sie, die Oberflächlichkeiten aufregten, gab es keine unnützen Materialien für ihr künstlerisches Wirken. Besonders auffällig sind in dieser Hinsicht die Kreuze aus Schrottteilen. „Viele Anregungen sind von ihnen ausgegangen und werden auch weiterhin noch ausgehen“, sagte Hartwig Paul. Das „Unfallkreuz“ etwa wurde aus Autoschrott gefertigt, für das Gisela Paul eigens das Schweißen erlernte.

Ein besonderes Anliegen war der Künstlerin die Jugendarbeit, in der sie nicht nur in Ladbergen tätig war, sondern auch während der Aufenthalte im Ausland. Zwei Monumentalgemälde zum Thema Frieden aus der Arbeit mit einer Firmgruppe sind Teile der Ausstellung.

15 Werke von Gisela Paul bekamen einen Platz in der St. Christophorus-Kirche sowie dem Gemeindehaus. Zu sehen ist die Ausstellung an den folgenden beiden Sonntagen von 11 bis 17 Uhr.

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