Lebenshilfe möchte Menschen mit Behinderungen selbstbestimmtes Wohnen ermöglichen
Grundstück dringend gesucht

Ladbergen -

Der Verein Lebenshilfe im Kreis Steinfurt möchten Menschen mit geistiger Behinderungen selbstbestimmtes Wohnen ermöglich. Im Ausschuss stellten Vereinsmitglieder ein Bauprojekt vor, für das sie dringend ein Grundstück in Ladbergen benötigen. SPD-Mann Kötterheinrich appellierte an Eigentümer, dieses soziale Vorhaben zu unterstützen.

Freitag, 20.11.2020, 18:24 Uhr aktualisiert: 20.11.2020, 18:30 Uhr
Marita Dirks-Kortemeyer, Jörg Loick und Ansgar Heilker (von links) vom Verein Lebenshilfe stellten das Projekt vor, das der VdK mit Robert und Inge Hille sowie Ernst-Wilhelm Minneker (von rechts) unterstützt.
Marita Dirks-Kortemeyer, Jörg Loick und Ansgar Heilker (von links) vom Verein Lebenshilfe stellten das Projekt vor, das der VdK mit Robert und Inge Hille sowie Ernst-Wilhelm Minneker (von rechts) unterstützt. Foto: Dietlind Ellerich

„Willst du nicht auch mal ausziehen zu Hause“, diese Frage stellen sich alle jungen Menschen irgendwann. Jörg Loick vom Verein Lebenshilfe im Kreis Steinfurt stellt sie auch jungen Menschen mit geistigen Behinderungen. Der 35-Jährige ist als „Experte in eigener Sache“ in der Tandem-Beratung des Vereins im Einsatz. Seit 14 Jahren lebt er selbstbestimmt, erst in einem sogenannten „Haus unter einem Dach“ in Saerbeck, danach in einer WG in Greven, aktuell in einer Singlewohnung in Emsdetten. Von seinen positiven Erfahrungen profitieren nicht nur die Menschen, die sich im Rahmen der Behindertenhilfe an den Verein wenden, sondern am Donnerstag auch die Mitglieder des Gesellschafts-, Kultur- und Sportausschusses, denen Jörg Loick gemeinsam mit Marita Dirks-Kortemeyer (Beratung) und Ansgar Heilker (Aufsichtsrat) das Projekt „Wohnen unter einem Dach“ vorstellte.

Da auch in Ladbergen kleine Wohnungen und geeigneter Wohnraum für Wohngemeinschaften fehlten, sucht der Verein im Heidedorf ein Grundstück, um volljährigen Menschen mit geistiger Behinderung die Chance zu geben, selbstbestimmt zu leben, das heißt selber eine Wohnung oder ein WG-Zimmer zu mieten und im Rahmen des „Ambulant Unterstützten Wohnens“ individuell unterstützt zu werden.

Vorbild für das Bauprojekt in Ladbergen ist ein Haus in Greven, das gerade gebaut und im kommenden Jahr von zwölf Menschen mit Behinderung bezogen wird. Erfahrung hat die Lebenshilfe durch ähnliche Projekte in Saerbeck und Emsdetten, aber auch in den eigenen Familien. So gehört Ansgar Heilkers 19-jährige Tochter zu den Mieterinnen im neuen Haus in Greven. Und Inge Hille, Vorsitzende des VdK Ladbergen, weiß, dass es bei ihrer 34-jährigen Tochter in dieser Wohnform schon seit zehn Jahren rund laufe. „Sie möchte gar nicht mehr nach Ladbergen zurück“, stellt sie fest.

Wie viele Wohnungen und WG-Zimmer in Ladbergen entstehen könnten, sei abhängig von der Grundstücksgröße, erklärt Heilker. In Greven werden auf einem 400-Quadratmeter-Grundstück vier Personen in einer WG und acht in Einzelwohnungen unter einem Dach leben.

„Für die Investoren ist das eine sichere Bank“, erklärt Dirks-Kortemeyer, dass die Mietkosten im Rahmen der Grundsicherung sichergestellt seien. Sollten sich nicht genügend Menschen mit Behinderungen finden, könnte das Wohnprojekt mit dem Einzug sozial schwacher Mieter zu einem integrativen werden.

Bei dem Ausschussvorsitzenden Thomas Kötterheinrich liefen die Vertreter der Lebenshilfe offene Türen ein. Bereits im Wahlkampf habe er vom Wohnbedarf für Menschen mit Behinderungen erfahren, betonte der SPD-Mann. „Ich hoffe, dass Sie damit einen Stein ins Rollen gebracht haben“, wandte er sich an die Initiatoren und appellierte an Ladberger Grundstückeigentümer, dieses soziale Bauvorhaben durch den Verkauf von Fläche zu unterstützen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7687779?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F173%2F
Nachrichten-Ticker