Schöffengericht verurteilt zwei Männer zu Bewährungsstrafen
Plantage im Schuppen hinterm Haus

Ladbergen/Ibbenbüren -

Um die Kosten für ihren Eigenbedarf an Cannabis zu senken, versuchten sich zwei Männer aus Ladbergen mit der Anzucht von Hanfpflanzen. Dafür gab es am Dienstag die Quittung. Das Schöffengericht Ibbenbüren verurteilte die Männer zu Bewährungsstrafen.

Mittwoch, 25.11.2020, 09:58 Uhr

Um die Kosten für ihren Eigenbedarf an Cannabis zu senken, versuchten sich zwei Männer aus Ladbergen mit der Anzucht von Hanfpflanzen. Dafür gab es am Dienstag die Quittung. Das Schöffengericht Ibbenbüren verurteilte die Männer zu Bewährungsstrafen.

Bei einer Hausdurchsuchung hatten Polizeibeamte am 27. September des vergangenen Jahres bei dem 37-jährigen Familienvater in einem Schuppen hinter dem Haus eine Hanfplantage entdeckt. Zusammen mit einem 23-jährigen Bekannten hatte der Mann dort Cannabis angebaut. Die Anzeige ins Rollen gebracht hatte die Ehefrau des einen gemeinsam mit der Freundin des anderen. Sie lieferten der Polizei die entscheidenden Hinweise, wohl auch um die Männer aus ihrer Drogensucht zu holen.

Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautete auf gemeinschaftliche Herstellung von Betäubungsmitteln in nicht geringen Umfang. Dafür sieht das Gesetz eine Freiheitsstrafe von drei bis zu zehn Jahren vor. Der Vorsitzende Richter am Amtsgericht machte schon zu Beginn der Hauptverhandlung klar, dass es bei einer Verurteilung auf jeden Fall zu einer Haftstrafe kommen werde: „Sie sind hier eines Verbrechens angeklagt, da gibt es keine Hoffnung auf eine milde Strafe.“

Dass diese dann doch nicht so hart ausfiel, lag an der vollständigen Kooperation der beiden Angeklagten mit dem Gericht. Gleich zu Beginn legten sie durch ihre Pflichtverteidiger ein umfassendes Geständnis ab. Darüber hinaus haben sich beide Angeklagte inzwischen um eine Drogentherapie bemüht, und sie zeigten vor Gericht Reue. Auch die Tatsache, dass es sich bei den Drogen mit 131 Gramm um eine eher kleine Menge handelte, floss in das Urteil ein. So ging der Staatsanwalt in seinem Plädoyer nun von einem minderschweren Fall aus.

In seinem Urteil berücksichtigte das Gericht sehr differenziert die unterschiedlichen Lebensumstände und Vorstrafen der Angeklagten. So wurde der Familienvater, an dessen Wohnsitz sich die Plantage befunden hatte, zu einer Bewährungsstrafe von acht Monaten und eine Geldbuße von 750 Euro verurteilt. Der 22-Jährige erhielt eine Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung und die Auflage, 150 Sozialstunden zu leisten. Zudem müssen sie die Kosten des Verfahrens tragen. Noch im Gerichtssaal nahmen sie das Urteil an und verzichteten auf Rechtsmittel.

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