Erste Ergebnisse werden für Ende 2021 erwartet
Bald grüne Energie aus Biomasse

Ladbergen -

Mehrere Unternehmen haben sich auf einem Grundstück an der Adresse Am Kanal für ein Projekt zusammengetan. Sie wollen CO

Montag, 30.11.2020, 10:20 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 17:16 Uhr
Die Geschäftsführer der Biokohle Ladbergen GbR, Dr. Götz Kröner, Max Brinkhege und Andreas Breckweg (vorne von links), legten beim Spatenstich Hand an. Ebenso gespannt auf das Pilotprojekt sind Henrik de Vries, Michael Termöllen und Markus Grewe von der Kröner-Stärke GmbH (hinten von links)
Die Geschäftsführer der Biokohle Ladbergen GbR, Dr. Götz Kröner, Max Brinkhege und Andreas Breckweg (vorne von links), legten beim Spatenstich Hand an. Ebenso gespannt auf das Pilotprojekt sind Henrik de Vries, Michael Termöllen und Markus Grewe von der Kröner-Stärke GmbH (hinten von links) Foto: Dietlind Ellerich

„Alle reden, wir handeln“, kurz und knackig ist die Devise, die die drei Geschäftsführer der Biokohle Ladbergen GbR, Dr. Götz Kröner , Max Brinkhege und Andreas Breckweg am Freitagmorgen auf dem noch leeren Grundstück mit der Adresse Am Kanal ausgeben.

Das Unternehmen ist ein gemeinschaftliches Projekt der Firmen Brinkhege Biokohle, Kalkwerke Otto Breckweg und Kröner-Stärke, sein Geschäftszweck die Herstellung von CO-neutraler Biokohle. Wie das geht, erklärt Brinkhege, dessen Vater Peter der Erfinder des Verfahrens und der Initiator des Projekts ist. In speziell entwickelten Autoklaven werde die Karbonisierung, das Herstellen von Kohle aus Holz, Grünabfällen, aber auch anderen organischen Stoffen wie Klärschlamm mit Hilfe von Wasser, Druck und Hitze, beschleunigt. Die entstehende Biokohle habe ähnliche Eigenschaften wie Braunkohle und könne als klimaneutraler Ersatzbrennstoff in vorhandenen Verbrennungsanlagen eingesetzt werden.

„Wir ahmen die Natur nach und beschleunigen den Prozess“, beschreiben die Geschäftsführer das Verfahren, dem binnen zehn bis zwölf Stunden das gelinge, wofür die Natur Millionen von Jahren brauche.

„Die Suche nach effizienten Energieträgern ist unser tägliches Brot“, begründen Kröner und Breckweg, warum die Kooperation mit dem Patentinhaber für sie folgerichtig war. Das CO₂-Einsparpotenzial der Pilotanlage schätzen sie auf bis zu 6300 Tonnen im Jahr.

Die drei Mittelständler sind zuversichtlich, dass das Pilotprojekt erfolgreich sein wird. Sonst wären sie das hohe finanzielle Risiko, immerhin eine knappe halbe Million Euro kostet sie die Pilotanlage am Dortmund-Ems-Kanal, wohl nicht eingegangen. Um verwertbare Daten zu bekommen, mussten sie in Vorleistung gehen. Nichtsdestotrotz war ein langer Gang durch die Behörden notwendig. Kröner, Breckweg und Brinkhege, sind froh, dass die Kooperation gut geklappt hat und am Ende alle mitgezogen haben.

„Klappt es oder klappt es nicht“, das ist jetzt die Frage. Wenn es klappt, und davon geht das Trio aus, „lösen wir an vielen Stellen Abfallprobleme“, machen sie deutlich, dass die Gewinnung von klimaneutralem Brennstoff nicht ihre einzige Motivation ist. Außerdem können sie dann den gesamten Energiebedarf von Kröner-Stärke in Ibbenbüren und Kalkwerke Breckweg in Rheine abdecken. Ihre Rohstoffe möchten sie aus der Region beziehen. Damit die Wege kurz sind. Sollten sie mal länger sein, liegt die Pilotanlage am Kanal ideal.

Sollte es nicht klappen, „dann können wir mit Blick auf den Klimawandel wenigstens in den Spiegel schauen“, sagt Kröner. Ernstlich in Erwägung ziehen er und seine beiden Mitstreiter diese Option nicht.

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