Der neue Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes
„Ein Mehr an Verantwortung“

Ladbergen/Tecklenburger Land -

Ulrich Wiechning ist Leiter des neuen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Westdeutsche Kanäle. Er hat zwei Büros – eines in Bergeshövede, das zweite in Duisburg-Meiderich. Er erläutert die Aufgaben des Amtes.

Dienstag, 15.12.2020, 10:03 Uhr aktualisiert: 15.12.2020, 14:00 Uhr
Ulrich Wieching leitet das neue Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Westdeutsche Kanäle.
Ulrich Wieching leitet das neue Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Westdeutsche Kanäle. Foto: Meyer-Veer

Ab sofort liegt die Verantwortung für die Westdeutschen Kanäle in einer Hand. Vor wenigen Wochen wurde das neue Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Westdeutsche Kanäle eröffnet. Zum Zuständigkeitsbereich des neuen Amtes zählen 300 Kilometer Kanal- und 50 Kilometer Flussstrecke – vom Rhein bis zum Emsland. Das neue Amt geht aus den Wasserstraßen- und Schifffahrtsämtern Duisburg-Meiderich und Rheine hervor. Diese beiden Standorte bleiben erhalten. Leiter des neuen WSA Westdeutsche Kanäle ist Ulrich Wieching. Er führte bereits 13 Jahre lang das WSA Rheine und seit mehr als einem Jahr kommissarisch auch das WSA Meiderich. Redakteur Henning Meyer-Veer hat mit ihm vor allem über das Stück Kanal von Hörstel Richtung Münster gesprochen.

Herr Wieching, wie verändert sich für Sie durch den neuen Amtszuschnitt Ihre Arbeit?

Ulrich Wieching: Das Amt ist jetzt doppelt so groß wie bisher. Das ist auch ein Mehr an Verantwortung. Wir sind eine technische Verwaltung, die sichere Anlagen und Bauwerke gewährleisten muss und die dazu noch einen Sanierungs- und Investitionsstau zu bewältigen hat. Da das Amt auf zwei Standorte verteilt ist, habe ich neben dem Büro in Rheine auch eines in Duisburg.

Was ändert sich für den Bauhof Bergeshövede?

Wieching: Erstmal nichts. Wir haben im Amtsbereich jetzt zwei Bauhöfe, einen hier und einen in Herne. Die arbeiten weiter wie bisher, sie haben ja auch schon vorher zusammengearbeitet. Unter einem Dach wird sich diese Zusammenarbeit noch intensivieren. Der Außenbereich ist von der Reform nicht betroffen, das gehen wir an, wenn wir uns als Amt konsolidiert haben.

Das nächste Großprojekt in der Region ist die Schleuse Bevergern – was steht auf dem Dortmund-Ems-Kanal vom Nassen Dreieck in Richtung Münster demnächst noch so an?

Wieching: Richtung Münster wird die Kanalüberführung Ems gebaut, das ist eine sehr interessante Baustelle. Ansonsten ist der Kanal hier aber schon überwiegend für die neue Wasserstraßenklasse 5b ausgebaut, also breit und tief genug für die neuesten Großmotorgüterschiffe.

Ein anderes Thema ist die Baustelle des WTL nahe des Hafens Dörenthe, wo es kaum vorangeht . . .

Wieching: Normalerweise wollen wir das nicht, dass sich das so in die Länge zieht. Die Baumaßnahme soll nach den neuesten Planungen im Oktober 2021 abgeschlossen werden.

Wie stehen Sie zum geplanten Rückzug der Wasserschutzpolizei aus Bergeshövede?

Wieching: Das sehe ich mit einem weinenden Auge, denn das war immer eine sehr gute Zusammenarbeit. Wir haben die Polizei natürlich gern in der Nähe. Ber­geshövede ist ein sehr guter Standort. Von Münster ist die Anfahrt länger, und es gibt möglicherweise zeitliche Verzögerungen.

Ihnen wäre also an einer Lösung gelegen, die diese Verzögerungen minimiert?

Wieching: Das Boot soll ja in Bergeshövede stationiert bleiben, das würde Anfahrtszeiten verkürzen. Zu hoffen wäre auch, dass es möglichst oft eingesetzt wird.

In Ihrer neuen Funktion sind Sie auch für das Kompetenzzentrum der Taucher in Hörstel verantwortlich – was verbirgt sich dahinter?

Wieching: Das ist eine Taucherschule, in der wir für das gesamte Bundesgebiet ausbilden. Wir haben dafür in Bergeshövede ein Tauchbecken, wo die Lehrgänge stattfinden. Einmal im Jahr geht es zur Edertalsperre, um das Tieftauchen zu üben. Von allen Wasserstraßen- und Schifffahrtsämtern werden dort Beschäftigte zu Tauchern oder Unterwasserschweißern ausgebildet. Teil­weise bilden wir auch externe Kräfte aus, weil es in Deutschland nur wenige Stellen gibt, die eine solche Ausbildung anbieten.

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