Rat am Ende einig in Sachen Dorfstraße und Mehrzweckraum an der Sporthalle II
„Ein Anbau muss vernünftig sein“

Ladbergen -

Es gibt viel zu tun im Ort. Einige Weichen hat der Rat am Donnerstagabend gestellt. Gesprächsbedarf gab es besonders zu den Tagesordnungspunkten „Verbesserung der Verkehrssicherheit auf der Dorfstraße“ und „Förderantrag für den Anbau eines Mehrzweckraums an der Sporthalle II“

Freitag, 18.12.2020, 18:33 Uhr aktualisiert: 18.12.2020, 19:00 Uhr
Ein mobiler Baum an der Kirchmauer, ein weiterer gegenüber der Pizzeria
Ein mobiler Baum an der Kirchmauer, ein weiterer gegenüber der Pizzeria Foto: Dietlind Ellerich

Es gibt viel zu tun im Ort. Einige Weichen hat der Rat am Donnerstagabend gestellt. „So kurz wie möglich, so lange wie nötig“, hatte Verwaltungschef Torsten Buller als Devise für die letzte Sitzung des Jahres ausgegeben. Gesprächsbedarf gab es dennoch. Da aber der Antrag der evangelischen Kirchengemeinde mit der Bitte um einen Zuschuss in Höhe von 119 100 Euro zur Sanierung der Kirche zur weiteren Beratung an den Gesellschafts-, Sport- und Kulturausschuss verwiesen wurde, gab es nur zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auf der Dorfstraße und zum Förderantrag für den Anbau eines Mehrzweckraums an der Sporthalle II zahlreiche Wortmeldungen.

Die Ausweisung der Dorfstraße von der Grevener Straße bis zur Einmündung Linnenkampstraße als Tempo-30-Zone, die Einführung einer Rechts-vor-links-Vorfahrtsregelung, die Errichtung von mobilen Barrieren (Baumkübel) in Höhe der Kirchmauer und gegenüber der Pizzeria sowie auf Initiative der CDU-Fraktion der Bau einer Fußgänger-Umlaufsperre am Ende des Fußwegs an der evangelischen Kirche sind die Mosaiksteine eines Gesamtpakets, auf das sich die Ratsmitglieder am Ende verständigten.

Mit der Umlaufsperre konnten sich die Grünen zwar nicht anfreunden, sie wünschten sich aber, wenn die Mehrheit dafür stimme, schrägstehende Bügel, um das Verletzungsrisiko für passierende Radfahrer zu minimieren. Die Maßnahmen sollen den Durchgangsverkehr in Ladbergens „guter Stube“ ausbremsen und Fußgängern, Radlern und besonders Kindern ein gefahrloseres Überqueren der Straße ermöglichen.

Da die Gemeinde im Rahmen des „Investitionspakts zur Förderung von Sportstätten 2020/2021“ mit ihrem Antrag auf eine 100-Prozent-Förderung für den Anbau eines Mehrzweckraums an der Sporthalle II in diesem Jahr nicht zum Zuge gekommen war (WN berichteten), diskutierten die Politiker kontrovers darüber, ob die Verwaltung für das kommende Jahr einen Antrag auf eine 90-Prozent-Förderung auf den Weg bringen solle. Da die Frist am 15. Januar abläuft, musste der Beschluss am Donnerstag gefasst werden.

Bei Enthaltung der FDP-Fraktion sprach sich der Rat für die Antragstellung aus. Für den Anbau des Mehrzweckraums mit einem Durchgang zur Sporthalle liegt vom Architekturbüro Hillebrand & Berlekamp ein Kostenvoranschlag von rund 420 000 Euro vor. Sollte die Kommune den Zuschlag bekommen, müsste sie zehn Prozent der Kosten, also 42 000 Euro, selbst stemmen. Verwaltungschef Torsten Buller verwies auf Einsparoptionen. Mit dem Verzicht auf den Durchbruch, das Gründach oder die ballwurfsichere Decke könnten Kosten reduziert werden. Auch der separate Einbau der technischen Anlagen mache das Bauprojekt günstiger als ihre Einbindung in die Halle. Abhängig von den Details einer Streichliste sei eine Ersparnis von 50 000 bis zu 100 000 Euro möglich, räumte er ein. Das bedeute zwar 5000 bis 10 000 Euro weniger für den Gemeindehaushalt, würde aber den für das Förderprogramm erforderlichen Mehrwert der Maßnahme deutlich reduzieren, stellte Buller klar. Zudem habe eine abgespeckte Version des Antrags weniger Chance auf eine Förderung, machte er deutlich. „Wollen wir das wirklich“, fragte er und appellierte eindringlich an den Rat, die Chance zu nutzen.

Am Ende stimmten die Frauen und Männer mehrheitlich für den Antrag. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Reiner Aufderhaar sprach sich dafür aus, „es vernünftig zu machen“, hatte aber mit Blick auf die Kosten Sorge „vor weiteren bösen Überraschungen“. Bauamtsleiter Tim Lutterbei versicherte, dass die aktuelle Kostenaufstellung belastbar sei. Bei einer ersten groben Kalkulation vor wenigen Monaten waren rund 200 000 Euro errechnet worden, die Feinplanung ist nun mehr als doppelt so teuer geworden.

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