Frank Niemeier knapp, Klepek einstimmig gewählt
Geheime Voten für die Schiedsleute

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Darauf war die Verwaltung nicht vorbereitet: In der letzten Ratssitzung des Jahres kam aus Reihen der SPD der Antrag, die Schiedsleute in geheimer Wahl zu wählen.

Sonntag, 27.12.2020, 17:06 Uhr aktualisiert: 28.12.2020, 16:52 Uhr
Susanne Klepek
Susanne Klepek Foto: privat

Darauf war niemand vorbereitet: Aus den Reihen der SPD-Fraktion kam während der letzten Ratssitzung des Jahres der Antrag, die Wahl der Schiedsleute Frank Niemeier und Susanne Klepek in geheimer Abstimmung vorzunehmen. In Windeseile funktionierten die Verwaltungsangestellten den Geräteraum der Sporthalle zum provisorischen Wahllokal um. In alphabetischer Reihenfolge und in zwei Wahlgängen traten die Ratsmitglieder vor, bekamen ihre Wahlscheine und stimmten geheim ab.

Das Ergebnis überraschte: Während Susanne Klepek einstimmig gewählt wurde, fiel die Wahl von Frank Niemeier mit zehn Ja- und neun Nein-Stimmen bei drei Enthaltungen denkbar knapp aus.

Sowohl Bürgermeister Thorsten Buller als auch sein allgemeiner Vertreter Henri Eggert konnten sich auf den Antrag auf geheime Wahl sowie auf das knappe Ergebnis für Frank Niemeier keinen Reim machen. „Das hat uns seitens der Verwaltung alle überfahren“, bekannte Henri Eggert auf Anfrage der WN . Zumal Frank Niemeier im Hauptausschuss noch acht Ja-Stimmen bei nur einer Enthaltung bekommen hatte. „Es hat nie Probleme oder Beschwerden gegeben – ein guter Mann für dieses Amt“, sagt Henri Eggert über den Kandidaten, der vor zwei Jahren zum stellvertretenden Schiedsmann gewählt worden war und diese Funktion nach dem Rückzug von Schiedsmann Hermann-Josef Hötzel schon bald alleine ausübte.

Frank Niemeier, der bei der Kommunalwahl im September für die CDU kandidierte, wollte sich im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten groß zum Prozedere und dem Ergebnis der Schiedspersonen-Wahl äußern. Nur soviel: Die Gründe dafür seien wohl eher im parteipolitischen Bereich als in seiner Person zu suchen.

Dieser Einschätzung des Betroffenen widerspricht allerdings der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Kötterheinrich: „Frank Niemeier hat sich im Wahlkampf in einer Art und Weise verhalten, dass seine Wahl zum Schiedsmann innerhalb der SPD-Fraktion umstritten war.“

Dass ausgerechnet Niemeiers direkter Gegenkandidat bei der Kommunalwahl im Wahlbezirk 3 (katholischer Kindergarten), Klaus Buddemeier, den Antrag auf geheime Wahl gestellt habe, sei wohl eher Zufall gewesen. Er selbst, so Thomas Kötterheinrich, habe von diesem Antrag im Vorfeld nichts gewusst.

Klaus Buddemeier hatte bei der Kommunalwahl das Direktmandat für die SPD geholt, der unterlegene Frank Niemeier hätte über die Liste der CDU ebenfalls erneut in den Gemeinderat einziehen können. Doch er verzichtete. „Mit der Kommunalpolitik habe ich abgeschlossen, da habe ich auch keine Zeit mehr für“, sagt er gegenüber den WN. Dass er das Amt des Schiedsmannes trotz des knappen Ergebnisse weiter ausüben wird, ist für ihn Ehrensache: „Ich mache das gerne. Außerdem habe ich der Gemeinde für den Fall meiner Wahl meine Zusage gegeben. Und wenn ich eine Zusage gebe, dann halte ich mich auch daran.“

Sowohl Frank Niemeier als auch Susanne Klepek sind für die Dauer von fünf Jahren gewählt worden. Eigentlich wäre die aktuelle Amtsperiode erst am 31. August 2022 abgelaufen. Die Neuwahl war notwendig geworden, da Frank Niemeier, wie erwähnt, das Amt bereits seit über anderthalb Jahren alleine ausüben musste.

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