Heimatverein Ladbergen
Nistkästen trotzen Corona

Ladbergen -

Über 100 Nistkästen sind zusammengekommen, berichtet Diethelm Jasper-Hildebrandt vom Ladberger Heimatverein stolz. Die regelmäßig geplante Aktion des gemeinsamen Werkelns und Bauens hat seinen festen Platz im Terminkalender des Vereins, der mit seinen über 650 Mitgliedern zu den Aushängeschildern der Vereinswelt gehört.

Montag, 28.12.2020, 16:50 Uhr aktualisiert: 28.12.2020, 20:01 Uhr
Friedrich Maneke, Lothar Kröner und Diethelm Jasper-Hildebrandt (von links) sind froh darüber, dass wenigstens die Aktion zum Bauen von Nistkästen 2020 stattfinden konnte. Viele andere Veranstaltungen fielen Corona zum Opfer.
Friedrich Maneke, Lothar Kröner und Diethelm Jasper-Hildebrandt (von links) sind froh darüber, dass wenigstens die Aktion zum Bauen von Nistkästen 2020 stattfinden konnte. Viele andere Veranstaltungen fielen Corona zum Opfer. Foto: Luca Pals

2020 schenkten die Verantwortlichen der Aktion noch ein bisschen mehr Aufmerksamkeit, denn fast alle Veranstaltungen fielen der Corona-Pandemie zum Opfer. Das Bauen und Verkaufen der kleinen Vogelhäuschen war hingegen unter strengen Auflagen möglich.

Lothar Kröner berichtet: „Sonst werkeln wir immer gemeinsam mit 20 Ladbergern. Das war dieses Mal natürlich nicht möglich.“ Stattdessen wurde abgeholzt, das Holz herangefahren und an sieben Personen aus dem Verein weitergeleitet. Diese legten sich – zu Beginn des ersten Lockdowns – mächtig ins Zeug.

Normalerweise werden die Kästen im Weihnachtsdorf im Ladberger Ortskern am Stand des Vereines – zusammen mit Büchern, selbstgestrickten Socken und heißem Winterpflaum – verkauft. 2020 können Interessierte die Nistkästen auf dem Hof des Heimatmuseums in der Straße Am Aabach kaufen. Kröner: „Alles auf Abstand und trotzdem sehr beliebt.“ Bereits vor Weihnachten waren einige der schmucken Häuschen verkauft. Jasper-Hildebrandt wies im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten auch daraufhin, dass Nistkästen in den vergangenen Jahren in Ladbergen stets beliebter wurden. Ein Grund sei auch die vermehrte Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners, dessen Raupen im Frühstadium noch von Meisen gefressen wird: „2019 haben wir die auch an unserem Stand verkauft, weil die Nachfrage so groß war.“

Ansonsten bot 2020 nicht viel, gibt Friedrich Maeneke zu: „Zu Beginn des Jahres konnten wir unser Weggeessen und das Eiserkuchenbacken noch machen. Danach kam Corona.“ Und erstmal nichts mehr. Der Holskenball im Sommer fiel genauso aus wie das Aufstellen des Maibaumes, der Tanz in den Mai und die traditionelle Backestour. Die Absage dieser Veranstaltungen war auch deswegen nötig, weil der Großteil der Mitglieder über 50 Jahre alt sei. Die Pflege der drei Denkmäler im Ortskern war trotz Corona möglich: „Das wollen wir auch im nächsten Jahr so beibehalten“, verspricht Jasper-Hildebrandt. Finanziell könne der Verein zwar die Kosten mit den Beiträgen der zahlreichen Mitglieder deckeln, für den Verein sei ein Jahr ohne Veranstaltung natürlich trotzdem nur schwer zu verkraften. Kröner: „Und für 2021 sieht es noch nicht besser aus. Wir können noch nicht richtig planen, weil wir nicht wissen, wie es weitergeht. Dass Veranstaltungen vor April stattfinden können, ist für uns utopisch.“

Die Unsicherheit macht sich bei den Verantwortlichen auch beim Blick auf das Jubiläum zum 75-jährigen Bestehen bemerkbar. Kröner: „Die Planungen laufen schon. Wir müssen sehr viel beachten und hoffen natürlich, dass wir gemeinsam feiern können.“ Das Jubiläum ist für den 27. und 28. August 2022 geplant.

Die Nistkästen können am Heimatmuseum unter Voranmeldung bei Diethelm Jasper-Hildebrandt (' 01 71/ 14 40 673) gekauft werden.

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