Gericht verurteilt Fahrer zu Geldstrafe und Fahrverbot
Rasen mit 1,6 Promille im Blut und ohne Führerschein

Ladbergen/Tecklenburg -

Im Juni 2019 hat sich ein 34-Jähriger in Ladbergen und Umgebung eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Er hatte keinen Führerschein, zwischenzeitlich 200 Stundenkilometer auf dem Tacho und keinen Führerschein. Am Amtsgericht Tecklenburg bekam der Mann aus Essen nun die Quittung, eine Geldstrafe von 2700 Euro und ein dreimonatiges Fahrverbot.

Donnerstag, 14.01.2021, 19:44 Uhr aktualisiert: 14.01.2021, 19:50 Uhr

Die Streifenwagenbesatzung war nur kurz irritiert, als ihr im Kreisverkehr in Ladbergen ein Auto in der falschen Richtung entgegenkam, dann nahmen die Beamten die Verfolgung auf. Im Juni 2019, kurz vor Mitternacht, endete die Jagd auf einem Autobahnparkplatz bei Greven.

Am Mittwoch verurteilte das Amtsgericht Tecklenburg den 34-jährigen Fahrer zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 30 Euro. Außerdem sprach es ein dreimonatiges Fahrverbot aus. Eine Hauptverhandlung war notwendig geworden, weil der Mann Einspruch gegen den Strafbefehl wegen Straßenverkehrsgefährdung in Tateinheit mit vorsätzlichem Fahren ohne Führerschein erhoben hatte. Vor dem Richter räumte er die Taten ein. Demnach war er mit seinem Wagen mit bis zu Tempo 200 über die A1 gerast. Als er seine Flucht fortsetzen wollte, kollidierte er mit einem Findling im Grünstreifen. Der Pkw fing Feuer. Die Polizei rettete den Fahrzeugführer und seinen auf dem Beifahrersitz angeschnallten Hund gerade noch rechtzeitig. Das Feuer wurde von der Feuerwehr gelöscht, am Fahrzeug entstand Totalschaden. Eine am Unfallort entnommene Blutprobe ergab einen Blutalkoholwert von 1,6 Promille. Die Ermittlungen der Polizei ergaben weiterhin, dass der Mann aus Essen keine gültige deutsche Fahrerlaubnis mehr besaß. Der von ihm vorgelegte polnische Führerschein war in Deutschland nicht gültig.

Der Verteidiger beschrieb seinen Mandaten als einen zuverlässigen, von seinen Kunden geschätzten Unternehmer, der leider ein Alkoholproblem habe. Daran wolle er arbeiten, eine Therapie sei eingeleitet, versicherte der Angeklagte. Den Richter überzeugte das nicht, hatte der Mann doch ein langes Vorstrafenregister mit vielen Verurteilungen, inklusive einer Haftstrafe.

Der Verteidiger betonte, dass sein Mandant die im Strafbefehl verhängte Geldstrafe akzeptieren werde, bat aber um Milde bei der Dauer des Fahrverbotes. Da seit dem Geschehen bereits 17 Monate ins Land gegangen seien, wäre das ursprünglich verhängte einjährige Fahrverbot eine unverhältnismäßig harte Strafe. Zwar sei für eine solche Tat ein einjähriger Führerscheinentzug üblich, sein Mandant werde aber jetzt frühestens nach drei Jahren die Möglichkeit bekommen, seine Fahrerlaubnis zurückzuerhalten – wenn überhaupt, so die Argumentation des Rechtsbeistands. Das Gericht folgte den Ausführungen. Zur Geldstrafe von 2700 Euro verhängte es ein dreimonatiges Fahrverbot. Zudem muss der Essener die Kosten des Verfahrens zahlen.

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