Bauhofmitarbeiter, Firmen und viele Freiwillige sind im Dauereinsatz
„Massen, die wir nicht kennen“

Ladbergen/Lienen -

Solche Schneemassen sind in hiesigen Gefilden mittlerweile eine Seltenheit. Öffentliche Hand und beteiligte Fachfirmen sind zwar gut ausgerüstet, aber es dauert seine Zeit, bis die zuständigen Mitarbeiter einmal rum sind. In Ladbergen und Lienen sind die Verantwortlichen zufrieden, wie das in den vergangenen Tagen geklappt hat.

Dienstag, 09.02.2021, 17:29 Uhr
Lienen Räumdienst
Lienen Räumdienst Foto: privat

„Die Meteorologen haben zu 100 Prozent recht behalten“, räumt Tim Lutterbei am Dienstagmorgen unumwunden ein. Der Bauamtsleiter geht davon aus, dass es der erste Tag sein wird, an dem „man nicht wieder von vorne anfangen muss, wenn man einmal durch ist“.

Am Sonntag und Montag waren in Ladbergen die Leute vom Bauhof, mit Unterstützung durch Mitarbeiter einer Fremdfirma, vom frühen Morgen bis zum späten Abend beinahe pausenlos im Einsatz. Anders war den Schneemassen nicht Herr zu werden, die gefallen waren und noch fielen, als die Männer mit Fahrzeugen, Schaufeln und Salz unterwegs waren.

In Lienen und Kattenvenne waren die Mitarbeiter der Agritura und des Garten- und Landschaftbauunternehmens Epmann auf den Beinen und auf Achse, um den Schnee zu beseitigen. Bauamtsleiter Nico Königkrämer: „An diese beiden Firmen haben wir den Räum- und Streudienst vergeben. Angesichts des Ausmaßes haben unsere Bauhofmitarbeiter sie aber unterstützt.“

In Ladbergen beschränkten sie die Männer nicht nur, wie noch vor dem Wochenende geplant, auf die Hauptverkehrsstraßen sowie Fuß- und Radwege, sondern steuerten auch die eine oder andere Siedlung an, in der sich Autos festgefahren hatten. Davon seien nicht alle begeistert gewesen, die zuvor ihre Wege und Einfahrten freigeschaufelt hatten, ist Lutterbei bewusst. „Die meisten waren aber verständnisvoll und dankbar.“

„Wir haben jetzt eine gute Grundlage“, sagt er mit Blick auf die Straßen mit fester Fahrbahndecke, auf denen man wenigstens fahren könne. Auch auf den Wirtschaftswegen und in den Siedlungen sollte niemand mehr steckenbleiben, hofft Lutterbei. Vorsicht ist bei der klirrenden Kälte dennoch angesagt. „Es kann glatt werden“, warnt er Verkehrsteilnehmer, die raus wollen oder müssen.

Dem gut eingespielten Team des Bauhofs, den externen Firmen und freiwilligen Helfern spricht er ein Lob aus. „Mehr ging nicht“, kommentiert er den Dauereinsatz, ohne den der Ort im Chaos versunken wäre. „Erstmal abwarten, wie viel es wirklich wird“, hatte er noch in der vergangenen Woche gesagt. Wie viel dann wirklich kam, hat ihn am Ende doch überrascht. Er spricht von „Schneemassen, die wir nicht kennen“, oder zumindest schon lange nicht mehr erlebt haben.

Nicht anders die Situation im Nachbarort. „Es traf uns aber nicht unvorbereitet. Die Warnungen waren rechtzeitig draußen. Am Freitagabend wurden alle benötigten Geräte einsatzbereit gemacht und auch die Mitarbeiter informiert.“ Damit nichts dem Zufall überlassen bleibt, liege für solche Fälle ein Räum- und Streuplan in der Schublade. Aber auch der will an solchen Tagen erstmal abgearbeitet werden. „Wir waren 24 Stunden im Einsatz, auch auf den Wirtschaftswegen“, berichtet Stefan Epmann. Da bleiben keine Zweifel, womit sich er und seine Mannschaft in den vergangenen Tagen die Zeit vertrieben haben.

Mehrere Landwirte und ihre Traktoren leisteten am Sonntag auch Hilfestellung, als sich auf der Abfahrt der A1 in Ladbergen drei Räumfahrzeuge im Schnee festfuhren (WN berichteten). Trotz des Dauereinsatzes wird es in den nächsten Tagen wohl noch zu Beeinträchtigungen kommen. Deshalb rät die Ladberger Gemeindeverwaltung den Bürgern, das Auto nur im Notfall zu benutzen. Am Dienstag war das Team des Bauhofs damit beschäftigt, die Unmengen von Schnee von den Parkstreifen im Ort abzufahren. „Schieben bringt nichts, wir laden den Schnee auf und bringen ihn zur Königbrücke“, beschreibt Lutterbei die Vorgehensweise. Durch die Räumarbeiten in den engen Straßen sei der Schnee teilweise wieder auf den Gehwegen gelandet, hat Lutterbei beobachtet. Er bittet die Anwohner, den Schnee nicht zurück auf die Straßen zu schaufeln. Er versichert, dass die Einsatzkräfte alles geben, was möglich ist. Sie könnten aber nicht überall gleichzeitig sein, gibt er zu bedenken.

Beeinträchtigungen gibt es auch bei der Müllabfuhr in dieser Woche. Die Gemeindeverwaltungen weisen darauf hin, dass laut Mitteilung des Entsorgers weder die gelben Säcke noch die Biotonnen abgefahren werden.

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