Die Bläser des Posaunenchors stellen sich den wechselnden Corona-Vorschriften
Ohne Ploppschutz geht nichts

Ladbergen -

Ob Ständchen für die ehemaligen Bläser oder musikalische Begleitung von Gottesdiensten alleine, zu zwei oder zu dritt, Proben im Privatgarten im Außenbereich oder im großem Abstand in der evangelischen Kirche, Aufzeichnungen für Gottesdienste oder eben die Aufsehen erregenden Ploppschutze, für die Bläser des Ladberger Posaunenchors war im vergangenen Jahr alles anders. Die Leiterin Angelika Möller und ihre Bläserinnen und Bläser zwischen 15 und 60 Jahren freuen sich, wenn sie wieder gemeinsam durchstarten können.

Donnerstag, 18.02.2021, 18:46 Uhr aktualisiert: 18.02.2021, 18:50 Uhr
Auf Abstand stehen die Bläser (großes Bild), wenn sie denn überhaupt zusammen spielen dürfen. Wann wieder soviel Nähe möglich wie auf dem linken Bild, steht in den Sternen. Posaunenchorleiterin Angelika Möller (rechts) freut sich, wenn es wieder richtig losgeht.
Auf Abstand stehen die Bläser (großes Bild), wenn sie denn überhaupt zusammen spielen dürfen. Wann wieder soviel Nähe möglich wie auf dem linken Bild, steht in den Sternen. Posaunenchorleiterin Angelika Möller (rechts) freut sich, wenn es wieder richtig losgeht. Foto: Luca Pals (1)/Posaunenchor (2)

Sie sind der Hingucker schlechthin, und beim Anblick ihrer Trompeten, Posaunen oder Tenorhörner mit Socken oder Feinstrumpfhosen als Ploppschutz vor dem Trichter, um die anderen vor den Aerosolen zu schützen, müssen die Musiker des Posaunenchors trotz der coronabedingten Einschränkungen ihrer Aktivitäten lachen.

Ob Ständchen für die ehemaligen Bläser oder musikalische Begleitung von Gottesdiensten alleine, zu zwei oder zu dritt, Proben im Privatgarten im Außenbereich oder im großem Abstand in der evangelischen Kirche, Aufzeichnungen für Gottesdienste oder eben die Aufsehen erregenden Ploppschutze, für die Bläser des Ladberger Posaunenchors war im vergangenen Jahr alles anders. Wenn vor der Corona-Pandemie ein Dutzend Blechbläser zu verschiedenen Anlässen für einen klangvollen Rahmen sorgte, waren seit März nur einzelne am Werk, sofern denn überhaupt Veranstaltungen stattfanden.

Das bedauern die Bläser, die sich in großer Runde schon lange nicht mehr getroffen, geschweige denn miteinander geprobt haben. Und auch Angelika Möller , die das Ensemble seit mehr als drei Jahren leitet, fehlen die Kontakte zu ihren Musikern. Das Zusammensein respektive Zusammenspiel ist ihr wichtig, sonst würde die Trompeterin mit dem Berechtigungsschein, den Chor zu leiten, nicht Woche für Woche 80 Kilometer aus ihrem Wohnort Verl nach Ladbergen fahren. „Es ist einfach schön“, freut sie sich auf die Stunden intensiven Arbeitens mit den Bläsern zwischen 15 und 60 Jahren sowie mit dem Kinderchor „Lollipops“.

Corona bremste vieles, aber nicht alles aus. Abstand, Hygiene, Aerosole waren für die Bläser die Wörter des Jahres. Was mit den Jugendlichen und Erwachsenen im Posaunenchor noch irgendwie gelang, war mit den Jüngsten im Kinderchor schwierig. Sie hätten sich „beim Singen mit Abstand“ verloren gefühlt, sich nicht mehr gehört, hat Möller beobachtet.

Dass der den jeweils aktuellen Vorschriften entsprechende Platz zwischen den Bläsern eingehalten wurde, hat sie immer akribisch überprüft. „Zollstock statt Stimmgabel“ lautete die Devise im vergangenen Jahr.

Highlights waren im Sommer Auftritte zur Verabschiedung von Pfarrer Ingo Göldner, auf der Wiese am Seniorenzentrum, die Kranzniederlegung am Volkstrauertag oder die Aufnahmen für den Online-Weihnachtsgottesdienst. Veranstaltungen wie das große Weihnachtskonzert in der evangelischen Kirche oder auf der Weihnachtsfeier des Sozialverbands VdK, für die die Bläser normalerweise mit viel Herzblut geprobt hätten, seien coronabedingt abgesagt worden.

In den Sommermonaten konnten die Bläser die ausfallenden Gesamtproben in kleineren Gruppen und mit Abstand noch kompensieren. Das brachte bei den Musikern die Erkenntnis, dass auch das Spielen in kleiner Runde gut klingen kann. „Ich wusste gar nicht, dass zu zweit spielen so toll sein kann“, sagt Möller.

Seit Beginn des Lockdowns Anfang November herrscht meist Funkstille. Proben via Zoom könne sie wegen der schlechten Datenleitungen in Verl nicht anbieten, bedauert sie. Sie hofft, dass alle am Ball bleiben, im stillen Kämmerlein proben und vor allem vernünftig sind, damit sie so bald wie möglich wieder gemeinsam Choräle und Lieder anstimmen können. „Ich freue mich darauf, endlich alle wiederzusehen“, macht die Leiterin des mit 146 Jahren ältesten Posaunenchors im Kirchenkreis Tecklenburg deutlich.

 

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