Straßenmeistereien flicken Aufbrüche erst provisorisch / Schlaglöcher bis 20 Zentimeter Tiefe
Nach dem Frost kommen die Löcher

Lienen/Ladbergen/Tecklenburger Land -

Der Frost geht – die Bautrupps kommen. Es ist jedes Jahr dasselbe – kostspielige – Spielchen: Endet die Frostperiode, müssen die Straßenmeistereien und Bauhöfe auf den Straßen in ihrem Hoheitsgebiet die durch die Kälte entstandenen Schäden beseitigen. Sogenannte Frostaufbrüche – oder umgangssprachlich: Schlaglöcher.

Montag, 22.02.2021, 17:12 Uhr aktualisiert: 23.02.2021, 17:20 Uhr
Durch den Frost der vergangenen Tage kommt es auf den Straßen jetzt wieder vermehrt zu Schlaglöchern.
Durch den Frost der vergangenen Tage kommt es auf den Straßen jetzt wieder vermehrt zu Schlaglöchern. Foto: dpa

Alle Schäden werden erfasst. Zunächst rückt Straßen NRW dann dem Problem provisorisch zu Werke. Mit sogenanntem Kaltasphalt. Das sind Steine und eine Mischung aus Wasser und Bitumen. Diese Arbeit übernimmt der Landesbetrieb selbst – mit seinen Streckenwagen und Kolonnen.

Nur: Für lange Haltbarkeit ist Kaltasphalt nicht gemacht. Da braucht es mehr. „Nur ganz kleine Löcher werden für ein bis zwei Jahre vielleicht provisorisch bearbeitet“, sagt Heinrich Lütke-Wenning .

Größere Schäden werden gelistet und ihre zügige Beseitigung ausgeschrieben. Öffentlich. Wie eine Behörde das eben tun muss. Und das dauert. Ende Februar, Anfang März gehe man mit der Ausschreibung auf den Markt, so Lütke-Wenning. Inklusive Vergabe kann es dann schon mal April oder Mai werden. Solange werde mit dem provisorischen Kaltasphalt gearbeitet. „Wenn es sein muss auch zwei, drei Mal. Diese Zeit müssen wir überbrücken.“

Die langfristige Beseitigung der Frostaufbrüche ist dann eher eine Wurzelbehandlung. „Der Asphalt wird aufgefräst und die Decke danach wieder eingebaut“, sagt Lütke-Wenning. In der Regel eine Deckschicht von rund sechs Zentimetern und eine Binderschicht von vier bis acht Zentimetern. Es geht dann also so richtig in die Tiefe.

Und diese Arbeiten können schon ganz beträchtliche Dimensionen haben. Zwischen einem und 100 zu flickenden Quadratmetern bewege sich das Spektrum, so Lütke-Wenning. 100 Quadratmeter? Lütke-Wenning klärt auf: Wenn man viele zu flickende Stellen auf engem Raum hat, sei es natürlich besser, eine große Fläche zu bearbeiten als viele kleine. Eine andere Zahl, die eine gute Vorstellung von der Dimension von Schlaglöchern liefert: „Bis zu 20 Zentimeter“, so der Fachmann, könne so ein Schlagloch tief sein. Die Straßen, die der Landesbetrieb zu verantworten hat, würden ständig kontrolliert. „Einmal die Woche wird jede Straße befahren“, sagt Lütke-Wenning. Das passiert auch bei Eis und Schnee.

Hinzu kommen Meldungen von Baukolonnen, Polizei und aufmerksamen Verkehrsteilnehmern. Die erreichen auch die Kommunen. Lienen Bauamtsleiter Nico Königkrämer: „Wir sind noch in der Phase der Erfassung. Wo Notfälle sind, wird der Bauhof sofort tätig.“ Ansonsten werde zunächst weiter gesammelt und dann eine Priorisierung vorgenommen. Großflächige Schäden seien bislang nicht gemeldet worden.

Andreas Moysich vom Bauamt in Ladbergen weist drauf hin, dass der Bauhof das ganze Jahr über im Einsatz sei, um Schlaglöcher zu flicken. Sein erster Eindruck: „Frostschäden haben wir in jedem Jahr. Aber dieses Mal wird es wegen der extremen Temperaturen wohl etwas mehr sein als sonst.“

Während der provisorische Kaltasphalt auch bei Kälte eingebaut werden kann, braucht es für die Kernsanierung der Frostschäden andere Bedingungen. „Die Unternehmen arbeiten bis etwa sieben bis acht Grad.“ Entsprechende Temperaturen brauche es eben. Auch Regen sei nicht gut für die Arbeiten. „Trockenheit ist besser für die Dauerhaftigkeit.“

Übrigens: Die lange Frostperiode der vergangenen Woche habe nicht dafür gesorgt, dass die Schäden schlimmer als sonst ausfielen, so Lütke-Wenning. „Dauerfrost ist okay. Das tut der Straße nicht ganz so weh. Viel schlimmer sind häufige Frost- und Tauwechsel.“

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