Für die Kunden und für die Kasse: Friseure freuen sich auf Wiederöffnung ihrer Salons
Ran an die zu langen Haare

Ladbergen -

Am kommenden Montag dürfen die Friseure ihre Salons nach mehrmonatiger coronabedingter Schließung öffnen. Auch in Ladbergen freuen sie sich darauf, wieder Hand und Schere an die Köpfe ihrer Kundinnen und Kunden zu legen.

Dienstag, 23.02.2021, 18:12 Uhr aktualisiert: 23.02.2021, 18:20 Uhr
Mit Schere, Kamm und Co.
Mit Schere, Kamm und Co. Foto: dpa/privat

Eine Verlängerung des Lockdowns jagt die nächste. Geschäfte, Restaurants und kulturelle Einrichtungen haben seit mehreren Monaten geschlossen. Die Einnahmen bleiben aus. Doch die Haare wachsen weiter. Und so ist es bei dem oder der einen oder anderen schon ein Weilchen her, dass die Frisur so lag, wie er oder sie es am liebsten hat. Der März bringt zumindest für das haarige Problem eine Lösung. Die Friseure dürfen wieder öffnen. In den Salons laufen die Drähte heiß.

Rosi Lübke von „Rosis Haarstudio“ telefoniert bereits seit mehreren Wochen: „Unsere Kundinnen und Kunden haben in der Hoffnung auf die Öffnung schon Mitte Februar angerufen.“ Sie habe zwar Termine vergeben, mit Blick auf die nur leicht sinkenden Corona-Zahlen aber wenig Hoffnung auf baldige Besserung gesehen: „Wir planen für Anfang März noch einmal um. Jetzt können alle ihre Termine bekommen.“ Vor allem kann sie nun vernünftig planen.

So sieht es auch Uwe Tempelmann : „Die ersten beiden Wochen sind bei uns schon fast voll. Wir haben aktuell eine feste Zeit, zu der wir im Laden sind und Anrufe annehmen. Danach nehmen wir das Anmeldebuch mit nach Hause. Das läuft wirklich schon sehr gut.“ Am ersten Tag, also am 1. März, stimmen er und sein Team in zwei voneinander getrennten Gruppen alles Wichtige für den Neustart ab. Und: „Wir schneiden uns gegenseitig die Haare. In den nächsten Wochen werden wir da wohl nicht so schnell zu kommen“, sagt Tempelmann im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten. Sein Team besteht aus sechs Mitarbeitern, die in zwei Schichten strikt getrennt voneinander agieren. In Zukunft habe der Salon zweieinhalb Stunden länger als zu Normalzeiten geöffnet.

Bei „Ha(a)rmonie“ bleibt, was das Hygienekonzept angeht, alles beim Alten. Susanne Lietzau erklärt: „Weiterhin werden die Haare von uns gewaschen, wir halten die Abstände zwischen den Stühlen ein, tragen Masken und die Kunden müssen ihre Hände desinfizieren.“ Verschärfte Regelungen gibt es auch bei Karl-Heinz Vennemann nicht. Die Corona-Pandemie trifft den 68-Jährigen nicht stark. Bei seinen Kollegen sieht das anders aus.

„Zum Glück sind wir noch nicht so sehr darauf angewiesen gewesen. Aber sehr lange hätte das alles nicht mehr laufen dürfen“, beschreibt Tempelmann seine Situation. Natürlich ist auch Rosi Lübke froh über die Öffnungen. „Nach außen hin wird von der Politik viel versprochen, Geld ist aber noch nicht angekommen. Mittlerweile konnte man schon die Überbrückungshilfe Drei beantragen“, bedauert sie. Auch Susanne Lietzau fühlt sich von der Politik vernachlässigt: „Im ersten Lockdown, als wir fünf Wochen schließen mussten, hat alles sehr gut funktioniert. Jetzt klappt gar nichts.“ Tempelmann bemüht sich um Verständnis: „Es ist eine harte Zeit für so viele Branchen. Das sind ja nicht nur wir Friseure.“ Lübke geht davon aus, dass „einige aus der Branche auf der Strecke bleiben werden.“

Zunächst einmal freuen sich alle, dass es jetzt wieder losgeht. Ihr Service soll so gut bleiben wie immer. Lübke: „Wir nehmen uns nach wie vor Zeit.“ Möglichst schnell die Kunden abhaken, darauf habe keiner Lust. Zumal die meisten Stammkunden seien und das persönliche Gespräch zum Friseurbesuch dazu gehöre.

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