Seit mehr als einem Jahr hat die Feuerwehr nicht mehr normal geübt
„Das ist schon ein Problem“

Montag, 05.04.2021, 17:04 Uhr aktualisiert: 08.04.2021, 17:37 Uhr
Bilder, die es so an der Lengericher Straße seit mehr als einem Jahr nicht mehr gegeben hat: Übungsabende und Zusammenkünfte sind während der Corona-
Bilder, die es so an der Lengericher Straße seit mehr als einem Jahr nicht mehr gegeben hat: Übungsabende und Zusammenkünfte sind während der Corona- Foto: Feuerwehr Ladbergen

Das drückt auf die Stimmung. Beim Wehrführer und seinen 55 Kameraden in der aktiven Wehr. Die einzige gute Nachricht zu Pandemie-Zeiten: Bislang hat es in den eigenen Reihen keinen Corona-Fall gegeben. Es musste kein Löschzug vom Einsatzdienst abgemeldet werden. Und darauf liegt auch das Augenmerk: „Wenn das der Fall wäre, würde es tagsüber eng werden. Wir müssen wirklich vorsichtig sein, dass wir uns nichts in die Feuerwehr reinholen“, so Keuer.

Heißt im Einsatzfall eben auch, dass strenge Hygieneregeln eingehalten und dass Fahrzeuge, so es die Lage zulässt, aktuell mit deutlich weniger Personen besetzt werden. Über derartige Maßnahmen und weitere organisatorische Regelungen tauschen sich die Aktiven in gelegentlichen Online-Besprechungen via Zoom aus. „Es ist schön, sich mal zu sehen, aber die Praxis fehlt natürlich“, macht der Chef der Freiwilligen Feuerwehr keinen Hehl daraus, woran es krankt.

Als es die Situation über den Sommer hinweg zuließ, hat die Wehr in stark reduzierter Mannstärke etwa drei Monate lang „zumindest etwas machen können“, sagt Keuer. Das ist vom Kreis Steinfurt vor zwei Wochen auch für die Zeit ab Mitte April angedacht worden. Angesichts der aktuell stark steigenden Zahlen an Corona-Infizierten ist er aber skeptisch, ob es wirklich dazu kommt. Wenn, dann dürften die Aktiven unter freiem Himmel in sehr kleinen und festgesetzten Gruppen üben. „Das wäre zumindest etwas.“ Daran glauben, dass es so kommt, mag er noch nicht.

Und die örtliche Jugendfeuerwehr? Deren Mitglieder trifft es laut Keuer „eigentlich noch härter“. Sie haben seit mehr als einem Jahr keinen Dienst mehr versehen. Das führt den Blaurock zum nächsten Problem: der fehlenden Kameradschaft. „Das ist der Kleber, der uns zusammenhält“, ist der Wehrführer überzeugt. Ergo vermag er auch noch nicht sagen, ob denn alle bei der Stange bleiben. „Ich weiß es nicht. Ich kann es nur hoffen. Aber eigentlich brennen die Jungs alle für die Feuerwehr“, schwingt in seinen Worten eine Portion Hoffnung mit.

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