Grüne Lokalpolitiker zur K-Frage in ihrer Partei
„Ich traue es beiden Kandidaten absolut zu“

Ladbergen -

Wer wird Kanzlerkandidat der Grünen? In zwei Tagen wird diese Frage offiziell beantwortet. Die WN haben an der Basis nachgefragt. Wen würden Grünen-Ortsvereins-Vorsitzende Karin Rahmeier und Fraktionssprecher Jörg Berlemann lieber an der Spitze des Wahlkampfs sehen?

Samstag, 17.04.2021, 11:20 Uhr
Jörg Berlemann
Jörg Berlemann Foto: Grüne

Armin Laschet oder Markus Söder? Bei all dem Getöse in der Union rund um die Frage, wer als Spitzenkandidat in die Bundestagswahl gehen wird, rücken die Grünen fast in den Hintergrund. Dabei kommt der Tag, an dem Annalena Baerbock und Robert Habeck bekanntgeben, wer von ihnen die Spitzenposition ausfüllen soll, unaufhaltsam näher: Am Montag wird die K-Frage in Reihen der Grünen offiziell beantwortet. Das Ergebnis wird auch in Ladbergen „mit großer Spannung“ beobachtet.

Formell wäre die Frage ganz einfach zu beantworten: Da für Listen festgelegt ist, dass die ungeraden Positionen mit Frauen, die geraden mit Männern besetzt werden, gehört Annalena Baerbock das Erstzugriffsrecht. Robert Habeck kann folglich nur in die Rolle des Spitzenkandidaten gelangen, wenn seine Mitvorsitzende auf diese Position verzicht. Ob es so kommt?

Karin Rahmeier zuckt mit den Schultern. „Das Zugriffsrecht gehört zweifellos ihr“, bekräftigt die Vorsitzende des Ladberger Ortsvereins. „Aber ich kann eigentlich keine Prognose wagen. Das ist ganz, ganz schwierig“, sagt sie. Um gleich hinterher zu schieben: „Aber das Schöne ist, ich kann mit beiden Kandidaten sehr gut leben.“

Genau so sieht das Jörg Berlemann auch. „Ich traue es beiden absolut zu“, ist der Grünen-Fraktionssprecher überzeugt. „Wir haben zwei sehr kompetente Leute.“ Um dann ein wenig zurückzublicken: „Was für ein schönes Luxusproblem. Wer hätte das noch vor drei Jahren gedacht, dass wir in eine solche Situation kommen könnten?“

Was beide Grünen-Kommunalpolitiker freut, ist die Tatsache, dass die Frage ob Sie oder Er in – zumindest nach außen hin – großer Harmonie getroffen wird. „Gut so, alles andere hätte die Partei nur zerrissen“, sagt Berlemann. „Ich bin froh, dass sich die beiden so gut verstehen.“

Und wer ist nun der persönliche Favorit der Ladberger? Karin Rahmeier hält es mit Annalena Baerbock. „Ich fände das gut, wenn es weiterhin eine Frau ist. Sie ist jung, ehrgeizig und kann das“, ist die Ortsvereins-Vorsitzende überzeugt. Jörg Berlemann indes würde für Robert Habeck stimmen. „Nicht weil ich es Annalena nicht zutraue, aber sie ist noch so jung, sie kann das immer noch. Und ich glaube, dass Robert als der Ruhigere, Gelassenere und Ältere bei den Wählern bessere Chancen hat.“

Wer‘s wird? Jörg Berlemann wird es vermutlich wenige Minuten vor seiner Parteifreundin Karin Rahmeier wissen. „Man konnte sich im Vorfeld für eine Vorab-Information registrieren lassen. Das habe ich gemacht“, lacht er. Klar ist indes bereits eines: Die Grünen treffen sich am Montagabend zum Online-Meeting. Und da dürfte das Thema sicher ganz oben auf der Agenda stehen.

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