Grüne wollen mehr Klima- und Artenschutz in der Bauleitplanung
Vorrang für ökologische Belange

LAdbergen -

Die Grünen im Ladberger Gemeinderat fordern, dass die Belange des Klima- und Artenschutzes künftig verstärkt in der Bauleitplanung berücksichtigt werden. Ein entsprechender Antrag ist an die Verwaltung und die anderen Fraktionen im Gemeinderat rausgegangen.

Dienstag, 20.04.2021, 19:12 Uhr aktualisiert: 20.04.2021, 19:20 Uhr
Die Grünen wollen, dass sich die Bauleitplanung in Ladbergen künftig stärker an den Klima- und Artenschutzbelangen orientiert.
Die Grünen wollen, dass sich die Bauleitplanung in Ladbergen künftig stärker an den Klima- und Artenschutzbelangen orientiert. Foto: Thomas Schubert

Die Grünen im Ladberger Gemeinderat fordern, dass die Belange des Klima- und Artenschutzes künftig verstärkt in der Bauleitplanung berücksichtigt werden. Ein entsprechender Antrag ist an die Verwaltung und die anderen Fraktionen im Gemeinderat rausgegangen.

Die Grünen sprechen von „festzulegenden Standards, die als eine Selbstverpflichtung der Gemeinde zu verstehen sind und bewusst über die gesetzlichen Standards hinausgehen“. Ziel sei es, „eine menschenwürdige Umwelt zu sichern, die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen und zu entwickeln, sowie den Klimaschutz und die Klimaanpassung zu fördern“.

Bei der bisherigen Aufstellung von Bebauungsplänen seien ökologische Belange „bei Weitem nicht in ausreichendem Maße“ berücksichtigt“ worden. Wenn es darum ging, ökologische gegen ökonomische Kriterien abzuwägen, „wurde bisher immer der Ökonomie der Vorrang gegeben“. Die Grünen nennen als Beispiel die Erweiterung des Gewerbegebietes Espenhof. Aus rein ökonomischen Gründen sei „wertvollste naturschutzrelevante Fläche vernichtet worden“, was sich nicht wiederholen dürfe.

Um unnötige Kosten zu vermeiden, sollte künftig schon vor der Überplanung einer Fläche ein umwelt- und artenschutzrechtliches Gutachten in Auftrag gegeben werden. Auch die Ausweisung von ökologischen Ausgleichsmaßnahmen innerhalb der Planflächen sollte es nach dem Willen der Grünen nicht mehr geben, „weil die Umsetzung der Maßnahmen nicht kontrolliert wird und sie bisher nur dazu diente, die Kosten zu minimieren“.

Die Möglichkeiten, die auszuweisenden Flächen ökologisch aufzuwerten, seien hingegen sehr vielfältig. Angefangen von der Dachbegrünung über energetische Maßnahmen, der Ausrichtung der Gebäude, Baumaterialien, Versiegelung von Flächen, Bepflanzungen der Gärten, Versickerung von Niederschlagswasser bis hin zur Straßenbeleuchtung gebe es eine Vielzahl an Verbesserungsmöglichkeiten. Die sollten genutzt werden.

Wird ein Planungsbüro mit der Überplanung einer potenziellen Baufläche beauftragt, so muss die Umsetzung entsprechend der Richtlinien erfolgen. Die anzuwendenden Standards stellen dabei aber keinen abschließenden Katalog ökologischer Belange dar, sondern sollten je nach Gegebenheiten des Plangebietes ergänzt werden.

In Anlehnung an Festsetzungen der Stadt Osnabrück haben die Ladberger Grünen einen Katalog erarbeitet, der ihrem Antrag beigefügt ist. Ebenso beziehen sich die Grünen auf den Bericht „Klimaschutz in der verbindlichen Bauleitplanung“ des Deutschen Instituts für Urbanistik. Oberpunkte sind Energie/Klimaschutz, Luftreinhaltung/Klima, Boden/Wasser und Natur/Landschaft.

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