Laer
Hubsteiger-Fahrt wird zum Renner

Freitag, 09.09.2011, 06:09 Uhr

Laer - Was sich zunächst ein wenig martialisch anhört, entpuppt sich beim genaueren Hinsehen als eine farbenprächtig gefiederte Hühnerrasse: der westfälische Totleger. „Die legen ungefähr 160 Eier pro Jahr. Das war früher schon viel und daher der Ausdruck die legen sich ja tot“, erklärte Martin Büning seinen Gästen beim Bentheimer Schweinefest den ungewöhnlichen Namen der Tiere. Heutige Hochleistungshennen brächten es allerdings schon locker auf das Doppelte, so dass der Westfälische Totleger nur noch auf wenigen Höfen zu finden ist. Einer von ihnen ist der Naturlandhof Büning, der am Sonntag seine Tore zum achten Bentheimer Schweinefest öffnete.

Trotz des Regengusses am frühen Nachmittag konnten sich Martin und Maria Büning nicht über zu wenig Resonanz beklagen. Viele Bürger aus Laer, aber auch aus der umliegenden Region kamen gern zum Naturlandhof in die Aabauerschaft. Einige schwangen sich sogar aufs Rad, um dem Bentheimer Schweinefest einen Besuch abzustatten.

Die Bünings hatten sich alle Mühe gegeben, ein abwechslungsreiches Programm für Groß und Klein auf die Beine zu stellen. Vor allem weil es nicht nur das inzwischen achte Bentheimer Schweinefest zu feiern galt, sondern auch ein kleines Jubiläum: 20 Jahre besteht bereits der Naturlandbetrieb. Als Schwerpunkt hat sich das Ehepaar zudem auf alte Hausterrassen geeinigt, die aus Gemüsearten und Obstbäumen bestehen.

Bei Erwachsenen und Kindern gleichermaßen beliebt war eine Rundfahrt mit dem Hubsteiger, von dem die Gäste den Hof aus luftiger Höhe sehen konnten. Auch Maria Büning nutzte die Chance, Haus und Hof mal aus der Vogelperspektive zu sehen. Ihr Mann blieb derweil lieber unten. „Da kriegen mich keine zehn Pferde rein“, scherzte der Biolandwirt. Seine Gäste hatten da weniger Bedenken und so wurde eine Fahrt mit dem Hubsteiger schnell zum Renner des Bentheimer Schweinefestes.

Unter den zahlreichen Ausstellern befanden sich auch einige Kollegen von Bünings, wie zum Beispiel Birgit Sender-Kegler, die zusammen mit ihrem Mann Hans-Peter Kegler hobbymäßig einen kleinen Hof bei Drensteinfurt bewirtschaftet. Im Gepäck hatte sie zahlreiche selbst gemachte Marmeladen, Chutneys und Liköre. Außerdem erzählte sie ihren Besuchern gern über ihren Hof, auf dem sie alte, vom Aussterben bedrohte Haustierrassen wie Pommersche Landschafe, Pommernenten und Ostfriesische Möwen hält. „Dass die Tiere artgerecht gehalten werden, ist mir noch wichtiger, als dass wir biologische wirtschaften“, betonte Birgit Sender-Kegler, die ihre Tiere daher nur in gute Hände weitergibt.

Ein Highlight für die jüngeren Besucher war die Brutmaschine, in der die jungen Gäste mit ein bisschen Geduld einem Küken beim Schlüpfen zusehen konnten. Da die Küken unmittelbar danach noch nicht mit dem typisch aufgebauschten Fell durch die Gegend stolpern, hatte Martin Büning zwei Tage vorher einige Eier in der Brutmaschine ausgebrütet. Die „Tennisbälle“ (Büning) lagen unter Wärmelampen im angrenzenden Stall und sorgten für viele „Ohs“ und „Ahs“ unter den staunenden Besuchern.

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