LIveschaltung aus Laer
„Das war sensationell bei Euch“

Laer -

Der Bezahlsender „Sky“ hat sein Bundesliga-Magazin „Mein Stadion“ jetzt

Montag, 25.08.2014, 18:08 Uhr

Uli Potofski und Christina Rann interviewten den Hausherren Tönne Scheipers gleich mehrmals in seinem Fußballkeller. Die neue Moderatorin fuhr mit dem Trecker unter den Klängen des Spielmannszuges vor (kl. Foto).
Uli Potofski und Christina Rann interviewten den Hausherren Tönne Scheipers gleich mehrmals in seinem Fußballkeller. Die neue Moderatorin fuhr mit dem Trecker unter den Klängen des Spielmannszuges vor (kl. Foto). Foto: Axel Roll

Marco Laufenberg muss sich heute Abend nicht groß anstrengen. „Jubel“, „Beifall“, „Rock `n´ Roll“, „Vollgas“ – der Einpeitscher mit der Jesus-Matte, seine Freunde ihm Team nennen ihn „Hasselhoff“, kann rufen was, er will. Die Laerer Fußballfreunde wissen, was von ihnen erwartet wird. Und so geben sie, sobald Laufenberg als Startzeichen huldvoll seine Hand über dem Kopf kreisen lässt, akustisch alles. Die Musiker des Feuerwehr-Spielmannszuges eingeschlossen. Die müssen den Präsentiermarsch bei der Liveschaltung aus der Garageneinfahrt zweimal gefühlte 30 Minuten spielen – und werden dann noch von dem Gute-Laune-Onkel als „Blaskapelle“ tituliert. Mitten in diesem unglaublichen Gewimmel und Gedränge von trikotbekleideten Fußballfans, hektisch umherlaufenden Kabelträgern, Kameraleuten, Beleuchtern und Redakteuren gibt es genau zwei ruhende Pole. Sportmoderatoren-Urgestein Uli Potofski und Kollegin Christina Rann, die das erste Mal beim Bundesliga-Magazin „Mein Stadion“ des Bezahlsenders „Sky“ das Mikro in der Hand hält. Für das ganze Team ist der Freitagabend am Borgweg in Laer Premiere: Zum ersten Mal senden sie das Livemagazin aus einem Fankeller, und nicht aus einer Kneipe.

Hausherr ist Tönne Scheipers. Er möchte am liebsten ganz im Hintergrund bleiben, muss bei dieser eineinhalbstündigen Sendung aber immer wieder in das Mikrofon von Potofski sprechen. Schließlich wären die Münchener Fernsehleute nicht nach Laer gekommen, wenn es diesen unbeschreiblichen Fankeller nicht geben würde. Jeder Quadratzentimeter ist mit Fußballdevotionalien zugepflastert. Fotos, Medaillen, Pokale, eine Kuckucksuhr, bei der zur vollen Stunde ein Kickerbein samt Ball aus dem Kläppchen schießt, die Original-DFB-Krawatte zur WM 1974 und jede Menge Autogrammkarten. Darunter auch eine, die den mittlerweile in Ehren ergrauten Sportjournalisten mit seinem in früheren Jahren charakteristischen Lockenkopf zeigt. Selbst auf dem Klo macht die Sammelleidenschaft nicht Halt. Bayern-Star Thomas Müller bekommt gar nicht mit, dass Christina Rann das Live-Interview aus der Laerer Keller-Toilette führt.

Für die neue Co-Moderatorin haben sich die Fernsehleute einen besonderen Einstandsgag einfallen lassen. Sie wird unter den Klängen des Spielmannszuges und unter dem Schutz der Schützen-Offiziere mit einem Frontlader-Trecker auf das Scheipersche Anwesen gefahren.

Wie gesagt, die Stimmung ist prächtig unter den Laerer Fußballfreunden – auch wenn zu Beginn der neuen Saison für viele die falsche Mannschaft bei der Begegnung Bayern gegen Wolfsburg gewonnen hat. Das Ergebnis ist wurscht, was zählt: der Name Laer wird weit hinaus in die Fußballwelt getragen. Auch dank Bürgermeister Detlev Prange. „Ich kenne Tönne schon aus dem Kindergarten“, erläutert der Gladbach-Fan, warum auch er an diesem Abend im Fußballkeller mitjubelt. Und dann darf er, als er plötzlich „rein zufällig“ neben Uli Potofski steht, noch kräftig die Werbetrommel rühren für das Münsterland-Dörfchen. Eine Reise lohnt sich unter anderem nach Laer, weil es hier die netten Westfalen und liebsten Gladbach-Fans gibt.

Am Ende kreischen und schreien die Fans auch ohne des Kommando von Marco Laufenberg. Der lobt die Truppe nachdem die Scheinwerfer aus sind: „Das war sensationell bei Euch.“ Und das war offensichtlich ehrlich gemeint. Denn eine halbe Stunde später bei der Abschlussbesprechung im Cateringzelt, da sagt Produktionsleiter Mario Kottkamp im kleinen Kreis noch einmal das gleiche: „Die Leute hier sind unglaublich.“ Und Tönne Scheipers droht er: „Auch wenn wir Dir hier jetzt das Haus verwüstet haben, wir kommen nächste Woche wieder.“

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