Es bleibt spannend
Urlaub für den Wahlkampf

Laer -

Amtsinhaber Detlev Prange und sein Herausforderer Peter Maier gehen am 27. September in die Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Laer. Die beiden Bewerber liegen stimmenmäßig nicht weit auseinander. Ob sie einen Neuanfang oder Kontinuität wollen, müssen die Bürger entscheiden.

Montag, 14.09.2015, 19:09 Uhr

Gespannt haben die Bürger den Ausgang der Wahl am Sonntagabend im Rathaus verfolgt. Bürgermeister Detlev Prange hat am Mittag in der Kreissparkasse gewählt. Da ist er noch guter Dinge hinsichtlich des Wahlausgangs.
Gespannt haben die Bürger den Ausgang der Wahl am Sonntagabend im Rathaus verfolgt. Bürgermeister Detlev Prange hat am Mittag in der Kreissparkasse gewählt. Da ist er noch guter Dinge hinsichtlich des Wahlausgangs. Foto: abi

Bürgermeister Detlev Prange will sein Nichterscheinen am Sonntagabend im Rathaus nicht als Aufgabe gewertet wissen. „Ich bin auch nur ein Mensch“, räumt der Amtsinhaber im Gespräch mit dieser Zeitung einen Tag nach der Wahl sein „Schwächeln“ ein. „Das Wahlergebnis hat mir einfach den Boden unter den Füßen weggerissen“, begründet der parteilose Bewerber, der von der CDU unterstützt wird, sein Verhalten. Schließlich führe er bereits seit einem Jahr Wahlkampf , was natürlich an den Nerven und Kräften zehre. Inzwischen hat sich der Verwaltungschef wieder gefasst und spontan zwei Wochen Urlaub genommen, um intensiv Wahlkampf zu betreiben.

„Ich werde alles tun, um Herrn Maier zu verhindern“, gibt Prange sich kämpferisch. Ein Gespräch mit der CDU am Montagabend solle klären, wie man dabei vorgehen wolle. So stellt sich die Frage, ob die Grünen, die UBG und Uwe Veltrup jetzt den Amtsinhaber unterstützen.

„Wir überlegen noch, was wir machen werden“, erklärt Grünen-Fraktionsvorsitzende Elke Suchtmann-Fehmer, die sich erstaunt über das gute Ergebnis für Peter Maier zeigt. Sie habe nicht damit gerechnet, dass Prange so schlecht abschneide. Immerhin sei dieser vor sechs Jahren mit 78 Prozent der Stimmen gewählt worden.

„Palitha Löher hat nur gute Resonanz bekommen“, kommentiert die Fraktionschefin das Abschneiden des Kandidaten der Grünen, der mit 17,5 Prozent der Stimmen auf Platz drei gelandet ist.

Verwundert über den Wählerwillen äußert sich auch UBG-Fraktionschef Dr. Reinhardt Nippert. „Wir müssen eine neue Bewertung der Lage vornehmen“, räumt er ein, dass seine favorisierte Kandidatin Anke Sundermeier nicht für sich punkten konnte. So schneidet die Parteilose mit nur 4,9 Prozent der Stimmen am schlechtesten ab.

Er habe den Kandidaten Peter Maier nicht so auf der Liste gehabt, gibt Nippert zu, mit seinen Wahlprognosen falsch gelegen zu haben. Nun müsse man sich völlig neu justieren.

Blicke er auf die gesamte Amtszeit von Detlev Prange zurück, sei diese mehr durch Stillstand geprägt gewesen, beurteilt der Fraktionsvorsitzende das Wirken des Amtsinhabers, der im Rahmen des Endspurtes ein sehr taktisches Verhalten an den Tage lege.

„Ein erstaunliches Ergebnis“, meint auch Uwe Veltrup, der allen Wählern und Unterstützern dankt, zum Wahlausgang. Er lasse den Kopf nicht hängen, da ihn jeder sechste in Laer gewählt habe, betont der Einzelbewerber. Sein erstes Ziel, mit Detlev Prange in die Stichwahl zu kommen, habe er zwar nicht erreicht, aber sein zweites. Das sei ein fairer und ehrlicher Wahlkampf gewesen.

Der parteilose Kandidat kritisiert die Negativ-Kampagne, die gegen ihn läuft. So haben Unbekannte seine Wahlplakate auf den offiziellen Stellwänden mit beleidigenden Äußerungen beschmiert. „Ich habe bei der Polizei Anklage erstattet“, will Veltrup massiv dagegen vorgehen.

„Wir sind guter Dinge“, erklärt die CDU-Ortsvereinsvorsitzende Brigitte Nolte, dass sich ihre Partei für die Stichwahl am 27. September gute Chancen für Detlev Prange ausrechnet. Allen, die ihn gewählt haben, dankt die Christdemokratin.

„Noch ist nichts entschieden“, will FDP-Fraktionsvorsitzende Marion Rikels bezüglich des guten Abschneidens von Peter Maier nicht übermütig werden. Aber mit diesem Erfolg hätten weder die SPD noch ihre Partei gerechnet, so die Liberale. Dass zeige, dass die Wähler einen Wechsel an der Spitze der Gemeinde wollten, fühle man sich bestätigt. Nun gelte es, das weitere Vorgehen zu besprechen. Peter Maier sei jetzt erst einmal nach Hause gefahren, um einige Dinge zu regeln. Der Wahlkampf würde aber die gesamten zwei Wochen bis zur Stichwahl weitergehen, kündigt die Freidemokratin an.

Als gute Verliererin erweist sich Anke Sundermeier, die Peter Maier noch am Wahlabend direkt gratuliert hat. Ihm und Prange wünscht sie viel Glück bei der Stichwahl.

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