Ratsherr tritt nach
Schon wieder eine Erklärung

Laer -

Uwe Veltrup, als Unabhängiger im Rat der Gemeinde Laer und auch einer der fünf Bürgermeisterkandidaten, nutzte am Mittwoch die erste Ratssitzung nach der der Wahl um mit seinen politischen Gegnern abzurechnen. Einen Reaktion blieb aus. Nur die SPD hatte zuvor die Sitzung verlassen.

Freitag, 02.10.2015, 15:41 Uhr aktualisiert: 08.10.2015, 07:03 Uhr
„Politischer Suizid. Es gibt Ratsmitglieder, die reden sich um Kopf und Kragen“ 
„Politischer Suizid. Es gibt Ratsmitglieder, die reden sich um Kopf und Kragen“  Foto: Schwarze Blanke

Das wollten sich die Mitglieder der SPD-Fraktion nicht antun. Eine fünfseitige persönliche Erklärung von Ratsherr Uwe Veltrup – geschlossen verließen die Genossen bei der jüngsten Ratssitzung am Mittwochabend den Saal. Zwei Zigarettenlängen hatten sie Zeit, bis der unabhängige Bürgermeisterkandidat geendet hatte und die normale Tagesordnung in Angriff genommen werden konnte.

Reaktionen aus dem Politikerrund auf Veltrups Rundumschlag gab es übrigens keine. Seine ganz persönliche Rückschau auf den zehnwöchigen Bürgermeister-Wahlkampf wurde mit eisigem Schweigen kommentiert. . .

Schon die vorangegangene Sitzung des Gemeindeparlaments hatte der Unabhängige mit einer Erklärung eröffnet. Damals wie am Mittwoch beschäftigte sich Uwe Veltrup intensiv mit den seiner Ansicht nach unfairen politischen Auseinandersetzungen vor der Wahl.

Dieses Mal hatte er für den frisch gewählten Verwaltungschef einige unbequeme Fragen parat. Seiner Gegenspielerin aus der Grünen-Fraktion, Elke Schuchtmann-Fehmer, bot er erst einmal wieder das förmliche „Sie“ an, um ihr dann ins Stammbuch zu schreiben: „Sie tun unterm Strich der Gemeinde nicht gut, weil Sie“ – jetzt kommt ganz harter Tobak – „verlogen und intolerant gegenüber Andersdenkenden sind“. Darum Veltrups Tipp: „Halten Sie sich aus der Politik ganz raus.“ Schließlich habe sie dazu beigetragen, dass das politische Klima in Laer vergiftet sei.

An den Amtsnachfolger von Detlev Prange stellte Uwe Veltrup Fragen, die in Laer auch schon während des Wahlkampfs aufgekommen waren: Warum finden sich im Internet kaum Spuren von Peter Maier ? Warum wurde sein Facebook-Account gelöscht? Und was ist mit der angeblichen Nähe Maiers zur AfD, die eine in Laer verbreitete Kopie der angeblichen stillgelegten Facebookseite Maiers nahelegt?

SPD und FDP hatten zu diesem Thema unlängst eine knappe Erklärung abgegeben, in der sie eine Nähe ihres Kandidaten zur AfD komplett verneinten.

Veltrups Kritik: „Kaum jemand aus der Politik- und Medienszene Laers artikulierte seine Skepsis wegen der wenigen Treffer bei Internet-Recherchen nach Peter Maier.“

Uwe Veltrup fordert den neuen Bürgermeister darum vor seinem Dienstbeginn zu einer öffentlichen Stellungnahme auf. „Ich möchte nur wissen, welche Ziele und Kompetenzen Laers neuer Bürgermeister hat, ich möchte auch wissen, wie er allgemeinpolitisch denkt, welche Grundsätze er vertritt und welche Haltung er hat“, so Veltrup.

Warum einige Gemeinderatsmitglieder lieber Maier als Prange wollten, dafür hat der Unabhängige folgende Erklärung: „Das unbeschriebene Blatt aus Franken, das lediglich von sechs Ratsmitgliedern der SPD und FDP unterstützt wird, kann notfalls mit einer qualifizierten Mehrheit abgewählt werden.“ 

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