Laer
Familienstreit eskaliert

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Ein Ehepaar aus Laer – sie 19, er 22 Jahre alt, Eltern von drei Kindern im Alter von drei Monaten, einem Jahr und zwei Jahren – drückte am Montag die Anklagebank beim Jugendschöffengericht in Rheine. Die Staatsanwaltschaft warf der Frau und dem Mann eine gemeinsam begangene, gefährliche Körperverletzung mit Schlägen, Haare ziehen und einem Faustschlag ins Gesicht des Opfers vor. Das alles geschah am 1. Januar 2015 an einer Tankstelle in Laer.

Montag, 05.09.2016, 18:09 Uhr

Ein Ehepaar aus Laer – sie 19, er 22 Jahre alt, Eltern von drei Kindern im Alter von drei Monaten, einem Jahr und zwei Jahren – drückte gestern die Anklagebank beim Jugendschöffengericht in Rheine . Die Staatsanwaltschaft warf der Frau und dem Mann eine gemeinsam begangene, gefährliche Körperverletzung mit Schlägen, Haare ziehen und einem Faustschlag ins Gesicht des Opfers vor. Das alles geschah am 1. Januar 2015 an einer Tankstelle in Laer. Laut Anklage verlor die Geschädigte dabei büschelweise Haare und erlitt eine erhebliche Gesichtsprellung.

Nach Anhörung der Angeklagten und gemeinschaftlichem Betrachten eines Videofilms wurde das Verfahren gegen den 22-Jährigen eingestellt im Hinblick auf ein Berufungsverfahren beim Landgericht Münster wegen Fahrens ohne Führerschein zu sechs Monaten ohne Bewährung. Zudem soll der Mann 18 Monate ohne Bewährung mit in die Verhandlung gebracht haben, wie Richter, Staatsanwaltschaft und Bewährungshilfe besprachen. „Das wären dann zwei Jahre und zwei Monate Gefängnis, das reicht“, beschloss das Gericht und stellte sein Verfahren ohne Auflagen ein.

Anders bei der Ehefrau des Angeklagten, die zwar noch nicht vorbestraft war, aber für das Gericht „eindeutig eine Körperverletzung beging“, wie der Richter es ihr gegenüber betonte. Deswegen legte er ihr nach Beratung mit den Schöffen 60 Sozialstunden auf. „Wenn Sie die nicht erledigen, droht Ihnen Arrest“, kündigte er Konsequenzen bei Nichterfüllung an.

Der Angeklagte bestritt von Anfang an, dabei gewesen zu sein. Er sei erst später mit seinem Vater hinzugekommen. Offensichtlich gärte schon seit längerer Zeit ein Familienstreit zwischen seiner Schwester und seiner Ehefrau. „Sie hat sich mit meiner Schwiegermutter gestritten und sie geschlagen“, berichtete die 19-jährige dreifache Mutter. In diesem Fall habe die Schwägerin angefangen, sie zu beleidigen. „Ich habe sie im Rücken angefasst, aber nicht geschlagen“, behauptete sie, wurde jedoch durch die Videoaufnahmen eines Besseren belehrt, wie der Richter ihr vorhielt.

Eine objektive Aufklärung der Schlägerei an der Tankstelle und ihrer Hintergründe wäre wahrscheinlich schwierig geworden, weil alle familiär miteinander verbandelt waren und entweder deswegen ein Aussageverweigerungsrecht gehabt hätten, oder weil sie sich nicht selbst belasten müssen. Am Ende hätte Aussage gegen Aussage gestanden. Deswegen stützte das Gericht seine Entscheidung auf die Aufzeichnungen des Videos.

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