Flüchtlingshilfe
Schwierige Situation gemeistert

Laer -

Über 30 in der Flüchtlingshilfe Laer Aktive folgten dem Aufruf der Gemeindeverwaltung zum Vernetzungstreffen ins Rathaus. Dort berichteten sie über die bisherigen Projekte, berieten über mögliche neue Initiativen zur Integration, tauschten Erfahrungen aus und knüpften Kontakte. Das Treffen zeigte erneut, wie groß das Engagement der Laerer Bürgerschaft ist.

Freitag, 05.05.2017, 15:05 Uhr

Groß war das Interesse am Vernetzungstreffen, zu dem die Gemeindeverwaltung Laer alle ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe Tätigen eingeladen hatte. Auf dem Podium saßen Silke Landgrebe, Verwaltungsmitarbeiterin Anita Ueding und ihre neue Kollegin Jana Ueding (kleines Bild, v.l.).
Groß war das Interesse am Vernetzungstreffen, zu dem die Gemeindeverwaltung Laer alle ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe Tätigen eingeladen hatte. Auf dem Podium saßen Silke Landgrebe, Verwaltungsmitarbeiterin Anita Ueding und ihre neue Kollegin Jana Ueding (kleines Bild, v.l.). Foto: rgs

„Die Integration der Flüchtlinge ist noch nicht ganz geglückt, aber wir alle haben eine schwierige Situation gut gemeistert und sind auf dem richtigen Weg“, so Silke Landgrebe vom Orga-Kreis Asyl. Die in der Flüchtlingsarbeit tätigen ehrenamtlichen Helfer trafen auf Einladung der Gemeindeverwaltung im Ratssaal. Über 30 Aktive folgten dem Aufruf und berichteten über die bisherigen Projekte, berieten über mögliche neue Initiativen zur Integration, tauschten Erfahrungen aus und knüpften Kontakte. Das Treffen zeigte erneut, wie groß das Engagement der Laerer Bürgerschaft ist.

Anfang 2015 riefen hilfsbereite Bürger unter dem Motto „Fremde werden Nachbarn“ zur Unterstützung der in bis dahin ungeahnt großer Zahl nach Laer kommenden Flüchtlinge auf. „In kurzer Zeit haben sich viele Initiativen gebildet, die unkompliziert und unbürokratisch geholfen haben“, betonte Landgrebe. Schnell sei aber klar geworden, dass eine Koordinierungsstelle notwendig war. So gründete sich im September der Orga-Kreis Asyl. Seine Aufgabe ist die Vernetzung und Vermittlung der zahlreichen Initiativen, Aktivitäten, Angebote und Bedarfe. Außerdem kooperiert der Orga-Kreis eng mit der Gemeindeverwaltung und versucht, deren Arbeit zu ergänzen.

Auch wenn die Anzahl der Flüchtlinge in Laer rückläufig ist, brauchen diese Menschen weiterhin dringend Unterstützung. „Aktuell leben 60 Asylbewerber in der Gemeinde“, berichtete Fachbereichsleiterin Anita Ueding . Eine neue Herausforderung seien die nun anstehenden Familien-Nachzüge der anerkannten Flüchtlinge und die damit verbundenen Neuorganisation des Wohnraumes.

Die Flüchtlinge und Asylbewerber können auf ein breites Hilfsangebot zugreifen: Sprachkurse und individuelle Sprachförderung, Rechtsberatung, Begleitungen bei Arztbesuchen oder Behördengängen, Kleiderkammer, Beratung in Fragen des alltäglichen Lebens, Fahrten zur Steinfurter Tafel und einiges mehr. Viele weitere Initiativen wollen die Integration fördern. So gibt es Sportangebote, eine Fahrradwerkstatt, eine Kreativgruppe, Spielangebote für Kinder, eine Nähwerkstatt, Paten für junge Mütter, das „Internationale Café, gemeinsame Ausflüge, Grill-und Kegelabende.

Einig waren sich alle , dass die neuen Mitbürger großen Willen zur Integration zeigen. So sei die Beteiligung an den Sprachkursen sehr hoch. „Wichtig ist aber die Sprachpraxis, die Fähigkeit zur Konversation“, so Moderatorin Silke Landgrebe. Sie rief dazu auf, mit Flüchtlingen Kontakt aufzunehmen, sie zum plaudern einzuladen. Damit auch Mütter ungestört an den Angeboten zur Sprachförderung teilnehmen können, werden noch Freiwillige zur Kinderbetreuung gesucht. Ebenfalls dringend benötigt werden weitere Nachhilfelehrer.

Eine völlig neue Idee unterbreiteten Vertreter des DRK-Ortsverbandes Laer: „Wir können uns vorstellen, Flüchtlinge als Sanitäter oder Blutspendehelfer auszubilden, und laden Interessierte zu unseren Gruppenstunden ein“.

Deutlich wurde beim Vernetzungstreffen ein großes Anliegen der Flüchtlingshelfer: „Wir brauchen einen festen Raum, den alle für Aktivitäten und Angebote nutzen können.“ Anita Ueding schlug zwecks Schaffung einer solchen Begegnungsstätte die Gründung eines Vereines vor. So habe man die Möglichkeit, Fördermittel zu erhalten. Wer dazu Vorschläge hat, kann sich in der Gemeindeverwaltung unter Telefon 91 0120 oder per E-Mail an anita.ueding@laer.de wenden.

„Ihnen allen ist es zu verdanken, dass wir in Laer ein positives Miteinander und nur wenig Spannungen zwischen alt eingesessenen Bürgern und Flüchtlingen haben“, lobte Silke Landgrebe das ehrenamtliche Engagement. Auch Bürgermeister Peter Maier, der wegen einer dringenden Sitzung nur kurz am Treffen teilnehmen konnte, nutzte die Gelegenheit, den Aktiven für ihr Engagement in der Flüchtlingsarbeit zu danken.

Wer sich einen Überblick zu den Initiativen und Angeboten der Flüchtlingshilfe verschaffen oder selbst mitarbeiten möchte, findet Informationen auf der Homepage des Orga-Kreises unter www.integration-in-laer.com

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