Der Geräuschemacher
Mit Spaß beim „Tod unter Gurken“

Laer -

Eigentlich dachte Markus Paßlick: „Ich mach' da einmal mit, das war's dann.“ Mittlerweile ist der Bongomann, wie sich der Percussionist mit dem Lebensmittelpunkt Laer gerne selber nennt, aber schon an die zehn „Tode unter Gurken“ gestorben. Und kann gar nicht genug davon bekommen.

Mittwoch, 28.06.2017, 17:06 Uhr

Markus Paßlick (2.v.l.) mit Bastian Pastewka, Kai Magnus Sting, Jochen Busse und Henning Venske (v.l.). Bei den Lesungen vertont der Laerer mit vielen Werkzeugen (kl. Foto) die Kurzkrimis.
Markus Paßlick (2.v.l.) mit Bastian Pastewka, Kai Magnus Sting, Jochen Busse und Henning Venske (v.l.). Bei den Lesungen vertont der Laerer mit vielen Werkzeugen (kl. Foto) die Kurzkrimis. Foto: privat

Kabarettist, Autor und Krimi-Fan Kai Magnus Sting hatte den Rhythmus-Experten, der sonst mit Götz Alsmann unterwegs ist, zu diesem Experiment überredet: Krimi gepaart mit Kabarett, das Ganze live auf der Bühne. Und da Sting den Laerer beim „Hund von Baskerville“ zusammen mit Götz Alsmann schon einmal als Geräuschemacher erlebt hatte, musste er ihn gar nicht groß überreden, auch bei den Mordfällen von Privatdetektiv Alfons Friedrichsberg für akustische Atmosphäre zu sorgen. Die Texte lesen so Kabarett-Granaten wie Konrad Beikircher, Bastian Pastewka, Jochen Busse, Henning Venske und Annette Frier. Markus Paßlick : „Das ist natürlich ein ganz besonderes Erlebnis, mit solchen Urgesteinen der deutschen Kabarettgeschichte solche Abende zu gestalten.“

Der 53-jährige Wahl-Laerer hat bei den Lesungen alle Hände voll zu tun. Die melodischen Vogelkonzerte schüttelt er als Hobby-Ornithologe und Sammler von entsprechenden Flöten noch gewissermaßen aus dem Ärmel. Für das Kettensägen-Massaker eines durchgeknallten Buchhändlers musste er schon auf die Suche gehen. Und wurde – wie kann es für einen Laerer anders sein – in einem Regal bei Zwirner fündig. Eine Spielzeugkettensäge macht seitdem bei den Auftritten zwischen Kiel und Bochum die Tötungsabsichten des Mörders akustisch deutlich. Für das Öffnen der Weinflasche – „plopp“ – reicht dem Geräuschemacher der Zeigefinger im Mund, für das Öffnen der Papiertür im japanischen Haus eine WN-Ausgabe.

Auch wenn die Kabarettisten und der Percussionist ein eingespieltes Team sind – kein Abend ist wie der andere. „Und das ist ja auch der Reiz an der Sache“, schmunzelt Paßlick. So verfremdet Konrad Beikirchner gerne die Texte, um seine rheinische Heimat dem Publikum näher zu bringen. Paßlick: „Da wird regelmäßig aus der Flasche Bier eine Pulle Kölsch.“ Oder wenn Paßlicks Vogelkonzert eine besonders idyllische Atmosphäre in den Konzertsaal zaubert, sagte Bastian Pastewka unlängst: „Mach doch mal ein bisschen weiter, ist gerade so schön.“ Eigentlich sollte der „Tod unter Gurken“ nur einmal in aller Öffentlichkeit stattfinden. Im Bochumer Schauspielhaus, wo der Abend auch vom WDR aufgezeichnet wurde. „Aber nach dem großen Erfolg war schnell klar, dass wir damit auch auf Tournee gehen“, freut sich Markus Paßlick.

Als Geräuschemacher steht er natürlich für das Publikum nicht in der ersten Reihe, wenn Detektiv Friedrichsberg auf Verbrecherjagd geht. Aber zum Schluss jeder Show, da kommt Markus Paßlick regelmäßig ganz groß raus. „Dann spiele ich ein Solo auf der Triangel.“

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