Integration ganz praktisch
„Frau Jana, können Sie mal helfen?“

Laer -

„Frau Jana, können Sie mal helfen?“ Diesen Satz hört die diplomierte Sozialpädagogin und Sozialarbeiterin Jana Ueding (36) seit ihrem Dienstantritt in der Gemeinde Laer fast täglich

Dienstag, 04.07.2017, 17:07 Uhr

Jana Ueding (r.) erklärt dem Ehepaar Islan und Asiat Pakhrudinow mit Tochter Leila (1), die seit drei Monaten in Laer wohnen und auf eine Bleibeerlaubnis hoffen, dass auch Unkraut entfernen im Vorgarten in die Zuständigkeit aller Bewohner des Hauses fällt.
Jana Ueding (r.) erklärt dem Ehepaar Islan und Asiat Pakhrudinow mit Tochter Leila (1), die seit drei Monaten in Laer wohnen und auf eine Bleibeerlaubnis hoffen, dass auch Unkraut entfernen im Vorgarten in die Zuständigkeit aller Bewohner des Hauses fällt. Foto: Detlef Held

„Frau Jana , können Sie mal helfen?“ Diesen Satz hört die diplomierte Sozialpädagogin und Sozialarbeiterin Jana Ueding (36) seit ihrem Dienstantritt in der Gemeinde Laer fast täglich.

Die aus Laer stammende Sozialarbeiterin studierte nach ihrem Abitur von 2000 bis 2006 an der Katholischen Fachhochschule in Münster und sammelte bei Auslandssemestern in Österreich Erfahrungen.

Zehn Jahre lang war sie danach als Sozialpädagogin in der Grundschule in Schöppingen tätig. „Mich reizte einfach was Neues“, sagte sie und bewarb sich auf die neue Stelle der Sozialarbeiterin in Laer, die sie am 1. Mai antrat.

Jeder Tag ist anders, hat sich gleich festgestellt und die Aufgabenstellung stellt sie immer wieder vor neue Herausforderungen. Kein Wunder, denn ihr Aufgabenbereich umfasst die Betreuung und Hilfestellung der gut 100 Asylbewerber, die in Laer wohnen und entweder noch auf die Anerkennung warten oder schon Bleiberecht haben.

Untergebracht sind die Neubürger in eigens von der Gemeinde angemieteten Häuser und Wohnungen. Aktuell sind das fünf Hausscheiben am Mühlenhoek mit neun Wohnungen und vier weitere Häuser.

Zu Jana Uedings Aufgabenfeld gehört beispielsweise, dass die Neubürger in Laer lernen, Energie zu sparen, Müll richtig zu trennen und dadurch die Umwelt entlasten. „Schon jetzt eine Win-Win-Situation“, sagt Jana Ueding. „Viele der Menschen kennen dies überhaupt nicht, sind froh, dass man ihnen dieses plausibel erklärt, ohne erhobenen Zeigefinger und die Gemeinde spart zudem Geld.“ Nicht unerheblich im fünfstelligen Bereich, wie kürzlich Kämmerer Thorsten Brinken im Haupt- und Finanzausschuss zufrieden festgestellte.

Doch Jana Ueding wäre keine Sozialarbeiterin, wenn sie nicht auch ein offenes Ohr für die privaten Belange der Menschen aus 16 Nationen, die in Laer derzeit leben hätte. Wichtig ist ihr dabei, dass sie ganz eng mit den ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern (Orga-Kreis Asyl) zusammenarbeitet, sei es in Fragen der individuellen Sprachausbildung, Hilfestellung bei der Arbeitsplatzsuche oder einfach auch nur im Alltag, etwa bei Arztbesuchen.

„Ich versuche immer wieder Ansprechpartner zu finden, die weiterhelfen oder auch Lösungen aufzeigen können“, so Jana Ueding. Unterstützung erhält sie dabei von ihrer Fachbereichsleiterin Anita Ueding, die das breite Hilfsangebot im Ewaldidorf koordiniert.

Beide „Uedings“ – nur beim Namen gleich, nicht verwandt – wissen, dass vor allem das Respektieren des kulturellen Andersseins für die Flüchtlinge wichtig ist. „Aber es darf auch keine Einbahnstraße sein“, sagt Anita Ueding. Wir machen beide deutlich, dass auch unsere Kultur akzeptiert werden muss. „Wir versuchen die Integration ganz praktisch“ sagen beide. Sie sind auf einem guten Weg.

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