19-Jähriger steht vor Gericht
„Straftaten sind eine Katastrophe“

Rheine/Horstmar/Laer -

Die Straftaten eines 19-jährigen Angeklagten aus Horstmar überholen seine eigenen Urteile beziehungsweise zwei Berufungsverfahren, die am Landgericht Münster noch nicht terminiert waren. Am Montag stand er wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz in Rheine vor dem Jugendschöffengericht und wurde am Ende unter Zurücknahme der Berufungen wegen gewerbsmäßigen Handelns mit Amphetaminen und Marihuana zu einer neuen Einheitsjugendstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt, zunächst ohne Bewährung, verurteilt.

Dienstag, 18.07.2017, 16:07 Uhr

Die Straftaten eines 19-jährigen Angeklagten aus Horstmar überholen seine eigenen Urteile beziehungsweise zwei Berufungsverfahren, die am Landgericht Münster noch nicht terminiert waren.

Am Montag stand er wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz in Rheine vor dem Jugendschöffengericht und wurde am Ende unter Zurücknahme der Berufungen wegen gewerbsmäßigen Handelns mit Amphetaminen und Marihuana zu einer neuen Einheitsjugendstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt, zunächst ohne Bewährung, verurteilt.

In spätestens sechs Monaten soll darüber entschieden werden, ob der Beklagte einmal mit Bewährung davonkommt. Das hängt allein davon ab, ob er sich um eine Drogentherapie ernsthaft bemüht oder nicht.

„Die Straftaten sind eine Katastrophe. Das heißt, dass Sie unverzüglich in die Pötte kommen müssen. Sie stehen mit einem Bein im Knast. Wenn Sie die Therapie nicht machen oder neue Straftaten begehen, stecke ich Sie sofort ins Gefängnis. Halten Sie sich an die Auflagen und gehen in Therapie, bekommen Sie die Bewährungschance“. Mit diesen eindringlichen Worten ermahnte der Richter den jungen Mann in der Urteilsbegründung, seinem Leben eine Wende zu geben. Es soll bereits ein neues Verfahren wegen Drogen geben, dessen Umfang dem Richter aber noch nicht bekannt war.

Bewährungs- und Jugendgerichtshilfe sahen allein in seinem Drogenproblem, das bereits seit 2013/14 bestehen soll, das große Problem.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, am 23. Dezember 2016 kurz vor Mitternacht in Laer in einem Pkw mit insgesamt 32 Gramm Amphetaminen und elf Gramm Marihuana von der Polizei kontrolliert worden zu sein. Die Drogen waren in Klemmverschlusstütchen verpackt, die unter dem Beifahrersitz lagen. Deswegen ging die Staatsanwaltschaft von gewerbsmäßigem Drogenhandel aus, um seine Einkommensverhältnisse zu verbessern. Drogen und zwei Handys wurden beschlagnahmt.

Gegen zwei Urteile am Amtsgericht Rheine wegen Diebstahls und Körperverletzung am 29. August 2016 sowie gemeinschaftlicher Körperverletzung am 25. Januar auf einer Landjugendparty mit insgesamt 16 Monaten mit Bewährung hatte sein Anwalt Berufung eingelegt. Und weil es noch keine Berufungstermine gab, hatte sein Anwalt vor diesem neuen Termin ein Gespräch mit dem Richter gesucht.

Der Richter veranlasste aus diesem Grunde, erst die Bewährungshilfe, dann die Jugendgerichtshilfe anzuhören. In einem internen Beratungsgespräche zwischen der Staatsanwaltschaft, der Verteidigung und dem Gericht wurde ein Strafmaß bis zu zwei Jahren ausgehandelt, wenn er die Berufungen zurücknimmt und die gestern angeklagte Tat gesteht.

Die Bewährungshelferin sagte, dass alle Auflagen wie Therapie und Sozialstunden durch die Berufung stocken würden und es kein Weiterkommen gebe.

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