Baumpflanzaktion abgesagt
Standort der Linde löst Streit aus

Laer -

Weil die Winterlinde, die sie am 27. Februar 2016 als „Baum des Jahres“in der Steinkuhle gepflanzt haben, entfernt werden soll, haben der Heimatverein und der Hegering ihre gemeinsame Pflanz-Aktion für dieses Jahr abgesagt. So können die Verantwortlichen der beiden Vereine nicht verstehen, warum der Umweltausschuss dem Antrag eines Paares zugestimmt hat, die Winterlinde umzusetzen.

Donnerstag, 05.04.2018, 16:04 Uhr

Um diese Winterlinde (Mitte) geht es bei dem Streit. Der Hegering und der Heimatverein Laer haben den Baum am 27. Februar 2016 während ihrer traditionellen Aktion gepflanzt. Auf Vorschlag von Anwohnern der Steinkuhle und in Absprache mit der zuständigen Abteilung der Gemeindeverwaltung war der Standort gewählt worden, betonen die Akteure.
Um diese Winterlinde (Mitte) geht es bei dem Streit. Der Hegering und der Heimatverein Laer haben den Baum am 27. Februar 2016 während ihrer traditionellen Aktion gepflanzt. Auf Vorschlag von Anwohnern der Steinkuhle und in Absprache mit der zuständigen Abteilung der Gemeindeverwaltung war der Standort gewählt worden, betonen die Akteure.

Die Ess-Kastanie ist wieder abbestellt. Sie ist Baum des Jahres 2018. Der Heimatverein und der Hegering Laer wollten diese im Rahmen ihrer traditionellen Aktion am morgigen Samstag (7. April) einpflanzen. Doch daraus wird nichts. So haben die beiden Vereine den Termin abgesagt. Grund dafür ist ein Streit über den Standort der Winterlinde, die der Heimatverein und der Hegering am 27. Februar 2016 in der Steinkuhle gepflanzt haben. Der Baum des Jahres 2016 soll nach einem mehrheitlichen Beschluss des Ausschusses für Umwelt, Verkehr, Klima und Landschaftsschutz entfernt werden. Das hatte ein Paar, das in der Steinkuhle lebt, an dieser Stelle aber nicht mit Namen genannt werden will, schon im Herbst 2016 beantragt.

„Der Baum passt dort überhaupt nicht hin“, meinen die Antragsteller im Gespräch mit dieser Zeitung, dass der Standort „so nah“ an der dort stehenden Eiche ungeeignet ist.

Ganz anders sieht das der Heimatverein. „Auf Vorschlag von Anwohnern der Steinkuhle wurde nach Absprache mit der zuständigen Abteilung der Gemeindeverwaltung der Pflanzplatz gewählt“, betont dessen Vorstand. Zudem erinnern die Verantwortlichen daran, dass der Standort seinerzeit mit Fachleuten aus dem Gartenbau, der Baumschule und des Landschaftsbaus begutachtet und für gut befunden worden sei.

„Die Mindestabstände zu den benachbarten Grundstücken und den vorhandenen Bepflanzungen wurden verdreifacht und so mehr als eingehalten“, gibt Vorstandsmitglied Norbert Niehues zu bedenken. Er und seine Vorstandskollegen können nicht verstehen, dass das Fachgremium unter dem Vorsitz von Elke Schuchtmann-Fehmer dem Antrag des Anwohner-Ehepaares auf Entfernung des Baumes seinerzeit überhaupt zugestimmt hat. „Der wahre Grund muss ein anderer sein“, meint Niehues, dass die Schattenbildung und das Berühren der Kronenäste mit der weit entfernt stehenden alten Eiche in 40 bis 45 Jahrern, die von den Antragstellern als Gründe angegeben worden sind, „vorgeschoben“ und „nicht nachvollziehbar“ sind.

Hingegen empfinden die Antragsteller nicht nur das Verhalten des Heimatvereins, sondern auch das der Gemeindeverwaltung als „befremdlich“. „Die Entscheidung, dass der Baum umgepflanzt werden soll, liegt schon über ein Jahr zurück“, erinnern sie daran, dass immer noch nichts geschehen ist, obwohl der zuständige Fachausschuss ihrem Anliegen zugestimmt hat.

Das Gremium hatte sich am 14. November 2016 ein zweites Mal mit der Thematik befasst. In der Sitzung hatte der Bürgermeister vorgeschlagen, den Baum an seinem Standort in der Steinkuhle zu belassen, da die Gefahr bestehe, dass er an einem neuen Pflanzplatz nicht angeht. Dem waren die Ausschussmitglieder allerdings nicht gefolgt.

„Aus fachlicher Sicht spricht nichts dagegen, die Winterlinde in der Steinkuhle stehen zu lassen“, meint Bürgermeister Peter Maier, der auf Anfrage dieser Zeitung bestätigte, dass sich der Umweltausschuss in seiner nächsten Sitzung erneut mit der Angelegenheit befassen wird. So habe der Heimatverein den Antrag gestellt, den Punkt noch einmal auf die Tagesordnung zu setzen.

„Wenn die Winterlinde aus nicht nachvollziehbaren Gründen von ihrem jetzigen Platz wieder entfernt wird, werden der Heimatverein und der Hegering keine Jahresbäume mehr pflanzen“, kündigen die enttäuschten Akteure an, die diese Aktion bereits seit 20 Jahren in der Gemeinde Laer durchführen und sich im Wechsel auch stets die Kosten dafür geteilt haben.

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