Umweltausschuss hebt Beschlüsse auf
Winterlinde bleibt an ihrem Standort

Laer -

Die Winterlinde, die der Heimatverein und der Hegering am 27. Februar 2016,

Mittwoch, 18.04.2018, 08:04 Uhr

Die Winterlinde, die der örtliche Heimatverein und der Hegering am 27. Februar 2016 in der Steinkuhle gepflanzt haben, soll dort stehen bleiben. Dafür sprach sich die Mehrheit des Ausschusses für Umwelt, Verkehr, Klima- und Landschaftsschutz während seiner Sitzung am Montag bei vier Gegenstimmen aus. Damit wurden die Beschlüsse des Fachgremiums vom 5. September und vom 14. November 2016, den Baum des Jahres 2016 umzupflanzen, aufgehoben.

„Das ist ein Baum mit langer Vorgeschichte“, führte Ausschuss-Vorsitzende Elke Suchtmann-Fehmer in die Thematik ein, mit der sich das Fachgremium immerhin schon zwei mal befasst hatte (wir berichteten). Dabei war sein Votum immer mehrheitlich zugunsten der Antragsteller ausgefallen, die angeregt hatten, die Winterlinde zu versetzen. So kritisierten sie, dass der Baum zu nah an einer dort stehenden Eiche gepflanzt worden sei.

Die beiden Bäume würden sich auf Dauer vermutlich gegenseitig in ihrem Wachstum behindern, was nicht in zehn oder 20 Jahren, aber danach zu befürchten sei. Deswegen plädierte das Ehepaar noch einmal dafür, den Baum auf die andere Seite der Steinkuhle umzusetzen. Korrigiere man den Standort, sei alles gut. Schließlich könne auch die Winderlinde sehr groß werden.

Dass man sich auf das Urteil von Experten bei der Auswahl des Standortes verlassen habe und diese ihn alle für geeignet befunden hätten, gab Norbert Niehues vom Vorstand des Heimatvereins zu bedenken. Er vermutete, dass die genannten Gründe, wie Schattenbildung und Berühren der Kronenäste in 40 bis 45 Jahren vorgeschoben seien. Dieser Argumentation konnte Elke Schuchtmann-Fehmer allerdings nicht folgen. Sie bedauerte, dass der Heimatverein nicht im Vorfeld mit ihr als der Ausschuss-Vorsitzenden das persönliche Gespräch gesucht und es stattdessen vorgezogen habe, öffentlichen Druck aufzubauen. So würde der Baum zum Politikum.

Das sahen auch Dr. Karsten Brinck von der UBG und Guido Prümer von den Grünen so. „Ihr lasst Euch von allen zum Spielball machen“, kritisierte der Grüne das Verhalten der SPD und der CDU, die ihre bisherigen Entscheidungen an diesem Abend revidierten. „Dass wir dem Heimatverein und dem Hegering mit unserer Entscheidung, die Winterlinde umzusetzen, so auf die Füße treten, habe ich nicht bedacht, begründete Gerrit Thiemann von der SPD seinen Meinungswechsel. Dass er schon damals nicht verstanden habe, warum man über den Standort diskutiere, erklärte Norbert Surmund von der CDU. So sei die Weide lediglich ein „etwas größerer Besenstil“ konnte der Christdemokrat der Argumentation nicht folgen, dass sich die Winterlinde und die Eiche gegenseitig in ihrem Wachstum behindern.

„Wir sind nicht dazu gewählt, hier den Kasper zu machen“, betonte Brinck, der kritisierte, dass der Beschluss nicht zeitnah umgesetzt worden ist.

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