Ein Wochenende der Begegnung
Ein Hoch auf die Freundschaft

Laer -

Zu einer Ode an die Freundschaft wurde das Freundschaftstreffen im Ewaldidorf mit den Partnern aus Guénange, Badersleben und Laer. Dabei feierten die Akteure die 15-jährige Partnerschaft mit der französischen Gemeinde in Lothringen. Und weil Laers Freunde auch die Freunde von Guénange sind, waren die Freunde aus Sachsen-Anhalt natürlich dabei.

Montag, 17.09.2018, 16:18 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 16.09.2018, 16:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 17.09.2018, 16:18 Uhr
Mit vereinten Kräften pflanzen Bernhard Potthoff, Jean-Pierre La Vaulée, Michel Leubé, Peter Maier und Olaf Beda (v.l.) den Partnerschaftsbaum an den Teichanlagen. Dabei handelt es sich um einen Ginkgo.
Mit vereinten Kräften pflanzen Bernhard Potthoff, Jean-Pierre La Vaulée, Michel Leubé, Peter Maier und Olaf Beda (v.l.) den Partnerschaftsbaum an den Teichanlagen. Dabei handelt es sich um einen Ginkgo.

Ihre Freundschaft lebt, auch wenn einige hundert Kilometer zwischen ihnen liegen und die einen deutsch und die anderen französisch sprechen. Und weil die Freunde von Laer auch die Freunde von Guénange sind, gibt es mit Badersleben noch einen dritten Partner im vertrauten Bund, der an diesem Wochenende im Ewaldidorf weiter vertieft und intensiviert worden ist.

Anlass für das fast jährliche Treffen ist das 15-jährige Bestehen der Partnerschaft zwischen Guénange und Laer, die am 30. August 2003 durch den französischen Bürgermeister Jean-Pierre La Vaullée und seinen damaligen deutschen Amtskollegen Dr. Hans-Jürgen Schimke per Vertragsunterschrift besiegelt worden ist. Daran erinnern die Festredner während der offiziellen Jubiläumsfeier am Samstagabend auf dem Hof Schewing-Lengers.

Zu den Begründern der Partnerschaft, die aus einem Schüleraustausch entstanden ist, gehört neben den beiden Männern auch Angelika Hübner-Schwarz. Darin erinnert Moderatorin Maria Hinnemann, deren Herz trotz ihres Ruhestandes noch immer heftig für die Partnerschaften schlägt, die sie als Kulturbeauftragte der Gemeinde Laer jahrelang intensiv begleitet und betreut hat. Unterstützend zur Seite steht ihr dabei stets ihr Mann Jürgen Fuchs, was auch Gudrun Homann, der Freundeskreis Guénange und der Dorfmarketingverein zu schätzen wissen. Schließlich kümmern sie sich an diesem Wochenende gemeinsam um das Wohl der insgesamt 80 Besucher – 30 aus Guénange und 50 aus Badersleben – und können dabei jede helfende Hand gut gebrauchen.

Dass dabei auch viel improvisiert werden muss, versteht sich. So können die Gastgeber nicht voraussehen, dass die Baderslebener am Freitagabend zwei Stunden später als geplant in Laer eintreffen, weil die Busfahrerin versehentlich die falsche Abfahrt genommen hat. (Nur) Eine Stunde verspätet trudeln die Guénanger am Pfarrzentrum ein. Dort begrüßen in Vertretung des Hausherrn Andreas Ullrich, Pater Adalbert, Bürgermeister Peter Maier und Freundeskreisleiter Bernhard Potthoff die Ankömmlinge, die sich erst einmal an einer Suppe und mit Schnittchen, die der Heimatverein zubereitet hat, stärken. Für die musikalische Unterhaltung sorgt zu späterer Stunde der mitgereiste Chor „SpringTöne“ aus Badersleben.

Am Samstagmorgen machen sich alle gemeinsam in zwei Bussen zum Mühlenhof nach Münster auf. Dort gibt es in drei Gruppen aufgeteilt eine Führung und zum Mittagessen eine Kartoffelsuppe. Wieder in Laer zurückgekehrt bieten Maria Hinnemann und Ulrike Kluck Spaziergänge durch das Dorf an, die besonders für die Neulinge – von denen gibt es bei dieser Begegnung zahlreiche – interessant sind.

Danach wird es offizieller. So treffen sich alle zur Pflanzung eines Partnerschaftsbaumes an den Teichanlagen. Die Wahl ist auf Ginkgo gefallen, der in China beheimatet ist. Dabei handelt es sich um einen sommergrünen Baum, der im Herbst seine Blätter abwirft. Denen wiederum sagt man eine heilende Wirkung nach.

Alle drei Bürgermeister schwingen die Spaten und begießen anschließend das Symbol der Freundschaft, damit es prächtig wächst und gedeiht.

Für die Zuschauer und die Jagdhornbläser gibt es bei strahlendem Sonnenschein ein Schnäpschen und anschließend Kaffee und Kuchen an Potthoffs Mühle. Die Gastgeber sind glücklich und erleichtert darüber, dass alles im Freien stattfinden kann und sie nicht auf die Alternative Pfarrzentrum zurückgreifen müssen. Mit über 100 Besuchern kann es dort nämlich recht eng werden.

Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es abends zum Hof von Monika Schewing-Lengers, der die Veranstalter im Namen aller mit Rosen für ihre Gastfreundschaft danken. Unter den 150 Besuchern befinden sich auch die Altbürgermeisterin Hildegard Voß-Segbert, Pfarrerin Dagmar Spelsberg-Sühling von der evangelischen Kirchengemeinde sowie die ehemaligen Laerer Bürgermeister Hans-Jürgen Schimke und Detlev Prange als Ehrengäste.

Ein Hoch auf die Freundschaft wird an diesem Abend nicht nur gesungen, sondern auch gesprochen. Dass seine Freude sich darüber, 15-fach vergrößert hat, erklärt Michel Leubé, der den französischen Freundeskreis „Les amis de Laer“ leitet. Für die Übersetzung der Festredner sorgen im Wechsel sein Stellvertreter Armand Holtzmer, Ulrike Kluck und Angelika Hübner-Schwarz.

Als eine „gelebte Partnerschaft auf Augenhöhe“ bezeichnet Bürgermeister Olaf Beder die Beziehung zwischen Badersleben und Laer, die immerhin schon seit 28 Jahren besteht. Dagegen ist die 15-jährige Freundschaft mit Guénange noch ein „Baby“, allerdings eines mit viel Potenzial. Das betont auch Laers Bürgermeister Peter Maier, der die Freundschaft zwischen den beiden Gemeinden als einen kleinen, aber wichtigen Bestandteil des „Europäischen Hauses“ bezeichnet. Seit über 70 Jahren herrsche aufgrund der Freundschaft Frieden in Europa. Diese Friedensbotschaft sei das schönste Geschenk auch an „unsere Kinder und Enkelkinder“. „Wir müssen Europa noch viel mehr in die Herzen der Menschen bringen“, erklärt Peter Maier auch am Sonntag zur Eröffnung der Festivitäten auf dem Rathausplatz.

Jean-Pierre La Vaullée freut sich über die schöne Gelegenheit mit den Freunden zu feiern und dankt für die Gastfreundschaft. Viel Anklang findet das Geschenk der Franzosen. Dabei handelt es sich um einen besonderen Stein mit dem Laerer Rathaus auf der einen Seite und dem Guènanger Rathaus auf der anderen Seite. „Das bekommt einen ganz besonderen Platz“, verspricht Bernhard Potthoff.

Dem offiziellen Teil folgt ein buntes Programm mit einer Modenschau, die die Besucher aus Badersleben präsentieren. Für Musik sorgen das Duo Waterkamp und Michel Ueding. Stücke von der Playlist präsentiert Gabriel Potthoff.

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