Gottesdienst auf „Farsi“
Die christliche Botschaft verstehen

Laer -

Zahlreiche geflüchtete Afghanen, Iraner und Tadschiken trafen sich jetzt zum Gottesdienst mit Pfarrer Sepehri Fard in der Laerer Matthäuskirche. Der hauptamtliche Seelsorger der Evangelischen Kirchengemeinde am Lukas-Zentrum in Paderborn bringt den Menschen die christliche Botschaft in ihrer Landessprache nahe. Die Besucher kamen nicht nur aus Laer, sondern auch aus Rheine, Emsdetten, Dülmen und anderen Städten im Umkreis.

Mittwoch, 24.10.2018, 16:22 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 23.10.2018, 07:32 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 24.10.2018, 16:22 Uhr
Die Matthäuskirche war beim Gottesdienst mit Pfarrer Sepehri Fard auf „Farsi“ gut besucht. Die Gläubigen kamen aus Laer, Rheine, Emsdetten, Dülmen und anderen Städten im Umkreis.
Die Matthäuskirche war beim Gottesdienst mit Pfarrer Sepehri Fard auf „Farsi“ gut besucht. Die Gläubigen kamen aus Laer, Rheine, Emsdetten, Dülmen und anderen Städten im Umkreis. Foto: Rainer Nix

Es war nicht die erste Begegnung Farsi-sprechender Menschen im Evangelischen Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken. So trafen sich zahlreiche geflüchtete Afghanen, Iraner und Tadschiken jetzt in der Matthäuskirche in Laer, um einen christlichen Gottesdienst zu erleben. Das Besondere: Er wurde auf „Farsi, wie das muttersprachliche Wort für die persische Sprache heißt, gehalten.

„Seit einem Jahr ist Pfarrer Sepehri Fard im Bereich der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Lippischen Landeskirche unterwegs, um Gottesdienste für Farsi-sprechende Christen anzubieten“, erläutert Pfarrerin Dagmar Spelsberg. Unter schwierigen Bedingungen studierte der ehemalige Moslem im Iran Theologie.

„Ich bringe den Menschen die christliche Botschaft in ihrer Landessprache nahe“, so der hauptamtliche Seelsorger der Evangelischen Kirchengemeinde am Lukas-Zentrum in Paderborn, „und vermittle Gebete, Lieder, Lesung und Predigt auf Farsi.“ Darüber hinaus wirkt Fard auch im wörtlichen Sinne als Seelsorger, der sich den Nöten Geflüchteter annimmt. „Viele haben in ihren Herkunftsländern schlimme Dinge wie Krieg erlebt“, sagt er, „da habe ich ein offenes Ohr für die Betroffenen und versuche mit ihnen ins Gespräch zu kommen.“

Sein Anliegen ist es, darüber hinaus, die Gemeinden in wachsendem Maße zu vernetzen. Gläubige nicht nur aus Laer, sondern auch aus Rheine, Emsdetten, Dülmen und anderen Städten im Umkreis waren dazu in die Matthäuskirche gekommen.

Es begann mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken und Mittagessen. Manche kannten sich, andere knüpften neue Kontakte. „Es ist wichtig, die christliche Botschaft in einer Sprache zu vermitteln, die auf jeden Fall verstanden wird“, sagt der Pfarrer. Viele sind erst in Deutschland zum Christentum konvertiert und haben noch viele Fragen. So hatten die Besucher die Möglichkeit, diese zu formulieren und an den Geistlichen weiter zu geben.

Grundsätzlich, so die allgemeinen Erfahrungswerte, konvertierten seit der großen Flüchtlingswelle 2015 bereits zahlreiche Geflüchtete bei ihrer Ankunft in Deutschland zum Christentum. Dabei wird gründlich geprüft, ob die Flüchtlinge tatsächlich religiöse Motive haben oder ob sie die Taufe nur anstreben, um der Abschiebung zu entgehen.

In einem Monate dauernden Prozess werden sie intensiv vorbereitet. Den meisten ist es ein echtes Bedürfnis, gläubiger Christ zu werden. Die Beschäftigung mit der Bibel ist kein oberflächlicher Prozess. Am Ende steht eine Prüfung, in der detailliertes Wissen abgefragt wird.

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